Facebook macht in Sachen Datenschutz regelmäßig negative Schlagzeilen und im Prinzip wissen alle, dass man es in Menlo Park mit dem Datenschutz auch nicht so genau nimmt. Problem: Man hat eigentlich keine wirklichen Chancen, sich dagegen zu wehren und jeder User kann, wenn er von Facebook die Nase voll hat, einfach woanders hingehen und dort weiter netzwerken. Ein paar Studenten aus Österreich wollen sich damit nicht zufrieden geben und haben eine Klage angestrengt, die sich auf Europa bezieht. Schon in der Vergangenheit hatte ein Österreicher für Aufsehen gesorgt, als es ein Video zum Thema „Datenschutz bei Facebook“ veröffentlichte. Aber ist eine Klage wirklich das richtige Mittel?

Studenten lassen sich nichts gefallen

Ein paar österreichische Studenten sind sauer auf Facebook und drohen mit einem Gerichtsverfahren, welches Facebook nicht in den USA, dafür aber in Europa treffen soll. Beinahe parallel dazu hat Facebook die wahrscheinlich letzte Nutzer Abstimmung zum Thema Datenschutz gestartet, die wie in der Vergangenheit auch, nur schwer zu finden ist. Allein schon die Tatsache, dass Facebook mit solchen eigentlich wichtigen Dingen in der Kommunikation gern zurückhaltend agiert, hat erneut zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer auf die Palme gebracht.

Das ewige Thema „Facebook und der Datenschutz“

Sicherlich wäre es falsch zu behaupten, dass sich Mark Zuckerberg nicht um Veränderungen bzw. Verbesserungen bemüht hat. Die Gesichtserkennung wurde wieder abgeschafft, verschiedene Daten gelöscht und auch die Datenschutzrichtlinien wurden geändert. Dennoch reicht dies, zumindest in den Augen der Studenten, nicht aus, um den Nutzern ein gesundes Maß an Sicherheit bieten zu können. Dank stetiger Übernahmen verschiedener Dienste durch Facebook sieht sich Mark Zuckerberg dazu gezwungen, einen Teil der Nutzerdaten an diese Firmen zu übergeben. Das ist der Studenteninitiative „Europe vs. Facebook“ verständlicherweise ein Dorn im Auge.

Wer finanziert das Gerichtsverfahren?

Mit der eben bereits angesprochenen Regeländerung haben die User nun eine Woche lang Zeit, darüber zu entscheiden, ob es solche Abstimmungen auch zukünftig geben soll oder nicht. Problem dabei ist, dass mindestens 30 Prozent aller Facebook Mitglieder teilnehmen müssen. Das entspricht einer ziemlich großem Zahl von Nutzerinnen und Nutzern weltweit. Seit dem Start der Regeländerungen am vergangenen Montag sieht die Quote jedoch recht mau aus, da lediglich erst ein kleiner Teil der Nutzerinnen und Nutzer gegen die Abstimmung sind, sich auf der anderen Seite aber noch viel weniger dafür entschieden haben. Ein mögliches Gerichtsverfahren, dass die Studenten aus Österreich anstrengen wollen, wird vermutlich um die 100.000 Euro kosten. Woher so viel Geld kommen soll, ist bisher nicht unklar. Laut Aussage von „Europe vs. Facebook“ wird es wohl darauf hinauslaufen, dass man sich um Spenden bemüht.