Vor einigen Wochen lehnte sich Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) aus Schleswig-Holstein, verdammt weit aus dem Fenster. Er sprach erstmals laut aus, was viele andere Datenschützer seit langer Zeit an Facebook beunruhigt. Denn Facebook leitet Nutzerdaten ungefragt nach Amerika weiter und speichert diese dort auf Servern. Für Weichert stand der Schutz der Verbraucher im Vordergrund, weshalb er alle gewerblichen Homepagebetreiber aufforderte, die Verbindung zu Facebook zu entfernen um so einen Datentransfer zu unterbinden.

Nun hat sich Facebook mit dem ULD zusammengesetzt und über die Problematik gesprochen. Der Europa Repräsentanten von Facebook, Richard Allan, zeigte gesprächsbereit. So werde Facebook nun prüfen, wie eine Lösung aussehen könnte. Denkbar wäre es, die Daten auf Grund der IP-Adresse zu filtern. Eine Datenweiterleitung nach Amerika würde in diesem Falle dann nicht erfolgen. Weltweit wäre diese Variante eine Ausnahmeregelung. Fraglich ist, ob andere (Bundes)Länder nicht bald nachziehen würden.

Doch noch ist gar nicht sicher, ob die Nutzer aus Schleswig-Holstein in den Genuss der Ausnahmeregelung kommen werden. Denn das Gespräch war noch keine Zusage von Facebook etwas an den Einstellungen zu ändern, sondern nur ein Zeichen, dass man mit dem Unternehmen reden kann. Facebook will nun prüfen, ob man eine Ausnahme für die Nutzer aus Schleswig-Holstein einrichten wird. Bis dies so weit ist, wird aber sicherlich noch einige Zeit vergehen.