Facebook bleibt weiter auf der Überholspur. Nach dem diesen Monat geplanten Börsengang und Discountschnäppchen in der Chronik sucht der Netzwerkanbieter nach weiteren „Geschäftsmodellen“. Der Grund liegt auf der Hand. Facebook verzeichnet trotz Anstieg der Nutzer (900 Millionen) im ersten Quartal Umsatzeinbußen, was angesichts des Börsengangs nicht von Vorteil ist. Unruhe macht sich bei den Investoren breit. Doch eine erste Idee scheint nun in Griffweite, und zwar in Sachen E-Commerce.

Facebook Credits sollen echtes Zahlungsmittel werden

Facebook Credits als echtes Zahlungsmittel

Eine Möglichkeit laut Facebook könnte sein, das „hauseigene“ Zahlungsmittel, die Facebook Credits, mit denen man in den Onlinespielen des Unternehmens diverse virtuelle Gegenstände, Häuser und Autos kaufen kann, auch für andere Bereiche zu nutzen. Die Überlegung: Den Umsatz, den Facebook mit diesen Credit-Verkäufen macht (Facebook erhält dafür 30 Prozent vom Spiele-Entwickler Zynga) für reelle Dinge auszubauen, dem Kauf eines Smartphones beispielsweise oder ähnlichem. Das „künstliche“ Zahlungsmittel namens Facebook Credits wäre der Schlüssel für den Umsatz im Onlinehandel. Somit sind die Überlegungen, Umsatz mit E-Commerce zu machen, durchaus berechtigt.

Onlinehandel boomt

Ohnehin warten Financiers und erfolgreiche Kleinunternehmen, die mit Facebook zusammenarbeiten, auf eine Initialzündung, damit Facebook bekannten Onlinehändlern wie eBbay oder Amazon in nichts nachsteht, schließlich hat der Onlinehandel noch viel Potenzial nach oben und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wäre nicht gut beraten, würde er nicht zügig zu vergleichbaren E-Commerce-Händlern aufschließen (ob nun mit Facebook Credits oder anders), die im Gegensatz zu Facebook nicht über ein eigenes soziales Netzwerk verfügen.

Man erhält zwar als Käufer auf Onlineshops regelmäßig neue Empfehlungen oder Tipps zu ähnlichen Produkten, die andere kürzlich gekauft haben. Eine Kombination aber aus persönlichen Daten und Facebook Credits hat es bislang so noch nicht gegeben. Wird Facebook diese Innovation nutzen und damit ein Modell ins Leben rufen, vom dem andere Netzwerkbetreiber ebenfalls Gebrauch machen könnten? Im Vergleich stehen schließlich 900 Millionen Facebook-Nutzer „nur“ 164 Millionen aktiven Käufern bei Amazon gegenüber.