Mark Zuckerberg schätzte sie sehr hoch ein, Kritiker waren skeptisch: Die Aktien von Facebook sind kurz nach Start stark abgefallen. Die Umstände und Vorgehensweise sind für Händler Dirk „Mr. Dax“ Müller eine „Sauerei“, wie er in einem Interview mit dem Stern jetzt offenbarte.

Facebook Börsengang eine Skandal?

Börsengang war Desaster

Für ihn ist der Börsengang von Facebook ein einziges Desaster. Er habe schon vor dem Aktiengang davor gewarnt und aus seiner Sicht ist das Unternehmen völlig überbewertet. Und das Wachstumsversprechen Facebooks für einen hohen Kurs wird sich vielleicht nie erfüllen können. Dabei nannte Müller auch Zahlen. Eine Milliarde US-Dollar Gewinn mache Facebook derzeit, der Wert der Aktien liege aber bei rund 100 Milliarden Dollar, ein Verhältnis von eins zu 100. Nach seiner Meinung liege das Verhältnis bei anderen Unternehmen nur bis zu fünfzehnfach höher.

Schnelle Gewinne mitgenommen

Müller vermutet, dass viele Investoren nicht an die Bewertung geglaubt haben und es ihnen nur um schnelle Gewinne ging. Nach dem Börsengang wurde sofort verkauft. Das wirkte sich dann auf den Kurs aus. Die Schuldigen sind nach Meinung Müllers alle Beteiligten, die auf den Zug aufgesprungen sind, inklusive der Banken natürlich. Vermutlich wurde bei Facebook ein bisschen nachgeholfen, denn die ausgebenden Banken legen normalerweise einen fairen Ausgabepreis fest.

Wert nach unten korrigiert

Altaktionäre, also Mark Zuckerberg, die anderen Gründer sowie die Geldgeber der ersten Stunde, haben kein Geld für ihre eigenen Papiere nachgeschossen, obwohl ihre eigenen Depots deutlich unter Druck gerieten. Das zeigt doch, was sie von ihren eigenen Aktien halten. Und nun ist auch noch zu hören, dass die Banken vor dem Börsengang vor einem kleinen Kreis von Anlegern die Schätzungen für Facebook nach unten genommen haben: „Es grenzt schon an einen Skandal, was da passiert ist“, so Müller