Die Problematik ist bekannt und das Thema wird in regelmäßigen Abständen wieder aufgewärmt: Angeblich „späht“ Facebook nicht nur die eigenen Nutzer aus, sondern auch solche, die überhaupt nicht bei Facebook angemeldet sind und dort keinen Account haben. In diesem Zusammenhang sind oft auch Facebook-Plugins im Gespräch, die z. B. automatisiert das eigene Telefonbuch auf einem Smartphone durchleuchtet und Kontakte ungefragt einlädt.

Aktuell geht es um die sogenannten „Schattenprofile“. Bereits jetzt behält Facebook bestimmte Daten, wenn Mitglieder andere Personen in das soziale Netzwerk einladen wollen. Die Emailadresse gehört zum Beispiel dazu. Lädt jemand einen Freund oder eine Freundin zu Facebook ein, dass geschieht das oft via Email. Facebook registriert dann diese Email um, wie es offiziell heißt, die Person später besser dem/derjenigen zuordnen zu können, der/die die Person eingeladen hat.

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Im Prinzip keine große Sache, doch auch dagegen regt sich seit jeher Widerstand. Aktuell wird Facebook nun aber eine ganz andere Nummer vorgeworfen, denn die „Schattenprofile“ sollen deutlich mehr Infos über nicht registrierte (und somit potenzielle) Facebook-Nutzer enthalten, als bisher angenommen. Untersuchungen wollen herausgefunden haben, dass Facebook 1. nicht nur mehr Daten als die Emailadresse erhebt, sondern 2. diese Daten auch nutzt, um solche nicht registrierten Personen „auszuwerten“. Eine mögliche Erklärung für dieses angebliche Vorgehen könnte sein, dass man schon vorab möglichst viele Infos über so gut wie jede Person erheben will (auch wenn sie gar nicht bei Facebook ist).

Facebook selbst bestreitet die Existenz solcher „Schattenprofile“. Das ist auch nicht wirklich überraschend, denn sollte man in Palo Alto wirklich so vorgehen, dann wäre das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich nicht koscher und man könnte einen datenschutztechnischen Super-GAU provozieren. Forderungen nach Strafzahlungen liegen angeblich auch schon auf dem Tisch. So soll Facebook zu einer Zahlung von 100.000,- Euro verdonnert werden können, falls sich die Vorwürfe bestätigen. Die Zahlung an sich wäre vermutlich nicht wirklich das Problem, ein möglicher Imageschaden wohl eher. Besonders aber die Tatsache, dass von solchen Vorgängen immer mehr Leute, die nach datenschutzrechtlichen Problemen suchen, angezogen werden, könnte eine Kettenreaktion verursachen, an deren Ende durchaus deutlich größere Probleme für Facebook entstehen könnten.