Im Zuge der immer wieder aufkeimenden Diskussionen um den richtigen Umgang mit dem Internet steht die Aufnahme von Facebook und Twitter als Unterrichtsfach an erster Stelle. Und doch sollte man sich dabei die Frage stellen, ab welchem Alter das überhaupt lohnenswert ist. Konservative CDU-Politiker schlagen vor, ab dem fünften Schuljahr loszulegen und vergleichen „Facebook als Schulfach“ beispielsweise mit Verkehrserziehung in der Grundschule.

Facebook als Schulfach

Müssen Kinder „Medienkunde“ lernen?

Wie stehen die jeweiligen Elternteile dazu? Sinnvoll wäre es im Sinne der Aufklärung, wie man soziale Netzwerke sinnvoll nutzen kann. Denn immerhin sind es nicht wenige Schüler (etwa 7,5 Millionen nach Schätzungen von Verbraucherschützern), die tagtäglich Facebook und Co. nutzen, um sich mit ihre Klassenkameraden auszutauschen. Und wehe, jemand ist nicht „dabei“. Der Druck, auch in jungen Jahren einen eigenen Account zu haben, ist schon da. Sollte man dem nachgeben, indem man „Facebook als Schulfach“ unterrichtet? Und wenn man das tut: Sind Lehrer heutzutage überhaupt in der Lage, Social Media zu unterrichten?

Altersgrenze bei 13 Jahren

Eigentlich liegt die Altersgrenze in Mark Zuckerbergs sozialem Netzwerk bei 13 Jahren. Social Media an Schulen könnte als „Medienkunde“ unterrichtet werden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek führt die Diskussion um „Facebook als Schulfach“ aber noch weiter und fordert gar eine Facebook-Pflicht für Lehrer. Hintergrund: Nur wer selbst aktiv dabei ist, weiß von den Gefahren und Fallen, die dort bei unsachgemäßer Nutzung vorkommen können. Eine Einführung der „Medienkunde“ hieße aber auch, dass Eltern diesem Sachgebiet offen gegenüber stehen und es nicht grundsätzlich ablehnen, dass sich ihr Kind in sozialen Netzwerken aufhält.

Reifungsprozess

Die Idee und das ganze Thema an sich sind ohne Frage spannend. Vermutlich aber wird es noch dauern, bis solche Fächer wie „Medienkunde“ auf offizieller Basis wirklich kommen. Bis dahin könnten engagierte Lehrer aber „Medienkunde“ als AG auf freiwilliger Basis unterrichten – sofern sich dafür Schüler finden, die in ihrer Freizeit in der Schule „Facebook als Schulfach“ belegen wollen.