Anfang Juli ging Google Plus an den Start und seitdem hat sich eine Menge getan, vor allem in Bezug auf die Nutzerzahlen. Das war zu erwarten, schließlich hatte man von Google schon lange einen neuen Schritt im Bereich Social Media erwartet. Und zu Beginn sah die Sache mit Google Plus auch vielversprechend aus, denn die Neuanmeldungen explodierten. Doch was ist jetzt, nachdem die erste Begeisterung verfolgen ist, davon übrig?

Weil Google keine offiziellen Zahlen zu Google Plus veröffentlicht, ist man wie so oft auf Drittanbieter angewiesen. Für Google Plus ist die Website findpeopleonplus.com geeignet. Zwar werden auch hier vermutlich nicht alle Profile gelistet, mit über 14 Millionen Einträge lassen sich aber Trends erkennen und auswerten.

Schaut man sich also die Daten, die findpeopleonplus.com zur Verfügung stellt, dann fällt zunächst auf, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit knapp 440.000 Followern auf dem ersten Platz landet. Und das wirklich interessante daran ist, dass Herr Zuckerberg noch keinen einzigen öffentlichen Post abgesetzt hat. Warum sollte er auch? Schließlich hat er ein eigenes, viel größeres Netzwerk.

Seine Präsenz bei Google Plus scheint eher wie ein absichtlicher Versuch, der Konkurrenz psychologisch zu schaden, frei nach dem Motto: „Schaut mal, ich bin die populärste Person bei euch, obwohl ich überhaupt nichts sage!“ Eine Demütigung für Google Plus? Vielleicht. Auf jeden Fall weißt der Umstand auf ein scheinbar grundsätzliches Problem bei Google Plus hin.

Unter dem Menüpunkt „Activity“ finden sich nämlich scheinbar nur etwas über 2,5 Millionen Nutzer, die Google Plus entsprechend „aktiv“ nutzen. Heißt also, dass diese Personen irgendwann schon mal einen öffentlichen Post abgesetzt haben. Setzt man diese Zahl in Relation zur Gesamtanzahl der registrierten User bei Google Plus, dann kommt auf knapp über 17%, die tatsächlich aktiv sind. Bei Facebook bedeutet „aktiver User“, dass sich eine Person mindestens einmal pro Monat eingeloggt haben muss, um in der Statistik der Nutzer überhaupt zu erscheinen.

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Die Zahlen von findpeopleonplus.com sind wie gesagt nicht offiziell, es ist aber nicht davon auszugehen, dass sich der Anteil der wirklich aktiven Nutzerinnen und Nutzer tatsächlich über 17% bewegt, denn selbst wenn man offizielle Zahlen von Google hätte, dann könnte man auch über diese Werte nicht eindeutig feststellen, wer denn nun wirklich wie oft öffentlich postet – es sei denn, Google lässt sich hier in die Karten schauen und zeigt sich ungewohnt offen.

17% aktive User (oder in Zahlen knapp über 2,5 Millionen Menschen weltweit) sind natürlich keine Grundlage, um Facebook nachhaltig Konkurrenz machen zu können. Und obwohl wir als Publikation über Google Plus tendenziell positiv gegenüber dem neuen Netzwerk aus dem Hause Google eingestellt sind, müssen wir doch feststellen, dass es scheinbar nicht gelungen ist, die global wirklich hervorragende Resonanz der ersten Wochen für Google Plus zu nutzen. Natürlich brauchte auch Facebook 7 Jahre um die aktuelle Größe zu erreichen und natürlich ist auch Facebook nicht vor Fehlschlägen sicher. Bei Google Plus aber scheint es derzeit nicht wirklich voranzugehen, denn:

– das soziale Netzwerk ist noch immer nicht grundsätzlich für jeden offen
– die neuen Funktionen vor allem für Spiele sind ehrlich gesagt untergegangen
– die offiziellen Google Plus Unternehmensseiten lassen weiter auf sich warten

Nach wie vor ist es vermutlich zu früh, um wirklich treffende Aussagen über einen möglichen Erfolg oder Misserfolg von Google Plus zu treffen, aber: Man darf den Anschluss nicht verlieren und muss versuchen, die Nutzer besser an sich zu binden.

Mit einer Nutzeraktivitätsrate von nur 17% wird Google Plus es schwer haben, gegen Facebook zu bestehen. Von einer echten Konkurrenz (die in diesem Bereich notwendig wäre) ganz zu schweigen. Derzeit sieht es so aus, als wären die Early Adopters gleich zu Beginn zu Google Plus gestürmt – und nach zwei Monaten scheinen sie immer noch da zu sein (denn Google Plus ist an sich ein sehr gutes Produkt mit vielen Vorteilen gegenüber Facebook).

Außer den Early Adopters aber haben sich die meisten „Otto-Normal-Nutzer“ wohl wieder aus dem Staub gemacht. Zurück bleiben verwaiste Accounts oder solche, in denen noch nicht einmal eine einzige öffentliche Nachricht publiziert wurde – inklusive einem lachenden Mark Zuckerberg, der die Beliebtheitsliste der Konkurrenz anführt, ohne sich überhaupt für das Produkt zu interessieren.