Der Patentstreit zwischen dem Mikroblogging-Dienst Twitter und IBM gehört der Vergangenheit an. Bereits im Dezember letzten Jahre s erwarb Twitter gleich mehr als 900 Patente vom Unternehmen IBM. Zusätzlich haben beide Firmen ein gegenseitiges Lizenzabkommen in die Wege geleitet. Details hierzu sind aber immer noch ein großes Geheimnis. Beide Unternehmen halten sich hier zu dem Abkommen eher bedeckt und geben keinerlei Einzelheiten preis. Ein solches Verhalten ist in der Regel normal und sorgt dafür, dass man auf beiden Seiten in Ruhe weiterarbeiten kann. Was aber sind die möglichen Hintergründe der aktuellen Entscheidung und wie konnte es überhaupt zu dieser Auseinandersetzung kommen?

Ende im endlosen Rechtsstreit? Twitter kauft mehr als 900 IBM-Patente

Besserer Schutz für Twitter

Ende letzten Jahres hatte Twitter einen Rechtsstreit begonnen, insgesamt ging es gleich um drei Schutzrechte. So war unter anderem die Rede von Techniken zur Identifikation von Kontaktdaten und für Online-Werbung. An den Pranger wurde IBM gestellt, wobei IBM allerdings sofort für eine außergerichtliche Einigung eintrat.

Und diese Einigung wurde nun anscheinend auch von Twitter letztendlich akzeptiert. Mit den verbesserten Schutzrechten hat Twitter in Zukunft optimalere Möglichkeiten, sich gegen Patentklagen von anderen Unternehmen zu wehren. Sowohl der Kauf der Schutzrechte als auch das neu gewonnene Lizenzabkommen mit IBM erlaubt einen viel besseren Schutz.

Zudem ist es Twitter jetzt möglich, Neuerungen für seine User problemloser einzuführen. Ein Gewinn auf der ganzen Linie für das soziale Netzwerk, das seit 2006 besteht und mehr als 200 Millionen aktive User weltweit hat.

Konkurrenz sorgt wohl auch in Zukunft für weitere Rechtsstreitigkeiten

Im November 2013 hatte Twitter vor seinem Börsengang bekannt gegeben, dass man auch noch mit anderen Unternehmen im Patentstreit stehe. Zunehmende Mitbewerber werden auch in der Zukunft dafür sorgen, dass weitere Streitigkeiten zum Thema Schutzrechte anstehen werden. Konkurrenz belebt nun einmal nicht nur das Geschäft, sondern sorgt auch für Rechtsstreitigkeiten untereinander.

Der Kampf um das geistige Eigentum ist durch die Einigung mit IBM wohl noch nicht beendet. Diese Rechtstreitigkeiten sind aber nicht nur mit enorm viel Zeit verbunden, auch die enormen Kosten spielen eine maßgebliche Rolle. Beides Faktoren, die Twitter gern ausblenden würde, belasten sie doch den laufenden Geschäftsbetrieb. Seit über zwei Jahrzehnten hat IBM bei der US-Patentstatistik die Nase vorne. Erst im letzten Jahr wurden IBM gleich 6809 Patente zugesprochen.

Die enorme Vielfalt der Erfindungen zeigt heute, wie notwendig ein Patentsystem ist. Dieses sollte aber nicht nur gleichberechtigt, sondern auch fair Innovationen in allen technischen Bereichen vorwärtstreiben und gleichzeitig unterstützen.