Jeder kennt eBay. Das unterstelle ich jetzt mal, denn eBay hatte in den 2000ern einen wahrhaftigen Goldrausch losgetreten. Ich erinnere mich gut: Mitte 2001 hatte ich mich bei eBay angemeldet, meine erste erfolgreiche Auktion brachte mir eine Webcam ein, die auch ziemlich lange ihren Dienst tat. Später habe ich persönlich eBay überwiegend zum Verkaufen genutzt. Andere Menschen allerdings haben eBay überwiegend tatsächlich als Shopping Portal gesehen und vor allem Sammler sind nach meiner Kenntnis auch noch treue eBay Jünger. Und schaut man sich das eBay von 2013 in Hinblick auf die Entwicklung der letzten Jahre an, dann drängt sich eine Frage auf: ist eBay das Urgestein des Social Commerce?

eBay als Urgestein des Social Commerce

Sozialer Nervenkitzel

Schon vor eBay gab es ähnliche Gehversuche im Web. Letsbuyit.com lässt sich hier erwähnen und dort ging es tatsächlich „sozial“ zu, denn mit Kaufgemeinschaften versuchte man dort, den Preis zu drücken. Getreu dem Motto: „Gemeinsam sind wir stärker!“

Bei eBay ist das so nicht der Fall, viel mehr reizt hier auch heute noch der Nervenkitzel einer Auktion. Mit diesem Nervenkitzel hat eBay ja auch lange Jahr sehr erfolgreich Werbung gemacht und ich erinnere mich an sehr viele TV Dokus, wo eBay rauf unter runter besprochen wurde. Es war Mitte der 2000er extrem trendy.

Auch das weltweit größte Auktionshaus hat diverse Faktoren integriert, die es als Plattform für Social Commerce klassifizieren. Grundsätzlich ist Social Commerce keine neue Erfindung. Immer dann, wenn sich Menschen zusammenfinden, um auf Plattformen zu handeln, stoßen wir auf soziale Elemente.

Menschen lieben Marktplätze

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Insofern könnte man durchaus sagen, dass die meisten Marktplätze „Social Commerce“ sind. Bei eBay hat man zudem tatsächlich Möglichkeiten, sich mit anderen auszutauschen, denn es gibt eine extrem große Community und auch um das Auktionshaus herum haben sich Angebot gebildet, die über eBay informieren.

Die Möglichkeiten, mit Käufern und Verkäufern direkt in Kontakt zu treten, lassen ebenfalls auf eine soziale Komponente innerhalb des Konzepts schließen. Besonderheit: als all diese Features schon vor Jahren bei eBay gelauncht wurde, hatte man das Thema „Social Commerce“ so noch gar nicht auf dem Schirm.

Und dieser Umstand schlägt sich an vielen Stellen auch bei zahlreichen Shops nieder, die im Universum von eBay umherschwirren. Hier gibt es diverse tolle Beispiele, leider aber auch solche, die den Verkauf nicht fördern. Die Optimierung der User Experience und ein stärkerer Fokus auf das Thema Conversion sind auch bei eBay Shops extrem wichtig.

Inhalt ist wichtig, Verpackung auch

Man kennt es aus dem Alltag: selbst man eine Empfehlung von einem Freund oder einer Freundin für einen neuen Laden in der City bekommt wird man dort nicht zwingend Kunde. Gründe dafür gibt es viele: oft gibt es zum Beispiel doch nicht die Artikel, die man sich erhofft hat.

Manchmal sieht der Laden aber auch einfach nicht gut aus und es kann natürlich auch passieren, dass man vom Personal nicht überzeugt ist. Dieses „Offline Problem“ gibt es aber auch im Internet und somit auch bei eBay.

Hier ist es besonders wichtig, den eigenen eBay Shop so aufzustellen, dass potenzielle Kunden auch zu Käufern werden. Der größte Marktplatz nützt nichts, wenn man sich nicht ansprechend präsentiert – hier unterscheidet sich die digitale Welt nicht von der analogen Welt und genau deswegen ist es so wichtig, dass das eBay Shop Design stimmt und zum Kauf anregt.

Conversion Hürden abbauen

Dinge wie Preisgestaltung, Versandkosten oder Herkunftsland der Ware können natürlich auch Conversion Killer sein. Die eigentliche soziale Kernkomponente aber, die mit dem Aussehen einer Website und somit auch mit dem Aussehen eines eBay Shops eng verflochten ist, will aber bedient werden: die Optik.

Content ist extrem wichtig, er ist entscheidend und ohne Content kann man auch nachvollziehbarerweise nichts verkaufen (oder präsentieren). Die Verpackung jedoch ist bei Shops (ob nun bei eBay oder anderswo) nicht zu vernachlässigen.

Hintergrund: alle Instrumente des Marketings, die auf Performance ausgerichtet sind und den Sinn haben, Reichweite durch Traffic zu erzeugen, sind stumpfe Waffen, wenn der Traffic nicht konvertiert. Habe ich also Traffic und viele Besucher auf einem Shop, kann aber niemanden zum Kauf bewegen, weil es Hürden bei der Conversion gibt, dann ist der Shop praktisch zum Scheitern verurteilt.

Shop bei eBay wie jeder andere?

Bei eBay ist das nicht anders. Zwar bietet das Auktionshaus jede Menge Gestaltungsfaktoren, mit denen man als Händler seinen Shop aufwerten kann. Das heißt aber nicht, dass man sich auf die faule Haut legen und sich über Sales freuen kann.

Wie viele andere Websites im Internet ist es auch bei einem eBay Shop wichtig, alle Komponenten so zu verbinden, dass sich am Ende ein sinnvolles Produkt entwickelt, über das im besten Fall auch noch gesprochen wird.

Und hier schließt sich der Kreis: wird über einen eBay Shop gesprochen, dann reden wir wieder grundsätzlich von Social Commerce. Der muss nämlich nicht nur auf Facebook und Co. stattfinden, sondern kann überall da bei der Conversion helfen, wo die User sich über Produkte und Dienstleistungen austauschen.

Viele Chancen und viel Konkurrenz

Besonders bei einem so großen Marktplatz wie eBay ist es wichtig, alles richtig zu machen. Ein großer Marktplatz bietet zwar große Chanchen, bedeutet aber auch viel Konkurrenz. Und weil die Konkurrenz im Internet immer nur einen Klick entfernt ist, muss man sich mit seiner Website oder seinem Shop besonders gut aufstellen, um langfristig punkten zu können.

Social Commerce wird uns in Zukunft noch beschäftigen. Mit der zunehmenden Verschmelzung diversen Disziplinen im Online Marketing wird es nicht mehr ausreichen, sich nur auf einzelne Bestandteile zu fokussieren. So werden in Zukunft Alleinstellungsmerkmale wie „besonders günstig“ oder „schneller Versand“ nicht mehr ausreichen, um potenzielle Besucher zu Käufern zu machen.

Diese Verschmelzung ist also Chance und Risiko zugleich, nicht nur für einen Shop auf eBay, sondern für jeden Shop. Was das Auktionshaus mit den vier Buchstaben betrifft: vielleicht ist es nicht das Urgestein des Social Commerce – zumindest ist es aber auf jeden Fall ein sehr früher (wenn auch unbewusster) Vertreter dieses Bereichs.