Vor ein paar Wochen war ich für ein privates Projekt, bei dem es ausnahmsweise bzw. absichtlich nicht um Reichweitengenerierung per SEO oder Social Media gehen sollte, auf der Suche nach entsprechenden alternativen Möglichkeiten. Relativ schnell kam das Thema E-Mail Marketing auf den Schirm. Ehrlich gesagt neige ich oft dazu, dieses Thema auszublenden. Bei derzeit so populären Kanälen wie Facebook bei Social Media oder SEO für Google geht das nach meinen Erfahrungen vielen Leuten so. Also habe ich ein bisschen recherchiert und wollte herausfinden, ob sich das mit dem E-Mail Marketing denn nun überhaupt lohnt oder nicht.

E-Mail Marketing: Effektiver als Social Media?

Bild: Robert Müller, pixelio.de

E-Mail weiterhin sehr beliebt

Vorab muss ich klar betonen: Auch in Zeiten von Facebook ist die gute alte E-Mail immer noch eine Killerapplikation. Mehr und mehr Leute setzen bei der Kommunikation im Internet auf den Facebook Messanger, WhatsApp oder andere Lösungen. Der durchschnittliche Webuser ist aber nach wie vor mit der E-Mail zufrieden. Aktuellen Studien zufolge nutzen nach wie vor fast 70% E-Mail in der täglichen Kommunikation. In Großbritannien sind es sogar mehr als 80%, bei uns immerhin zwei Drittel. Diese Zahlen zeigen, dass man mit E-Mail Marketing grundsätzlich erfolgreich sein sollte. Doch wie geht man das Thema am sinnvollsten an?

Eigener Newsletter als Adressensammler

Es schadet nicht, einen eigenen Newsletter anzubieten, mit dem man aktive und interessierte Abonnenten (oder potenzielle Kunden) einsammeln und später nach Belieben ansprechen kann. Um sich selbst solche Listen zu erstellen, muss man allerdings Reichweite generieren können. Hat man diese Reichweite nicht, dann ist schwierig, an die richtigen Personen zu kommen. Weiteres Problem: Selbst wenn man einen Newsletter anbietet, dann melden sich interessierte User dort nicht zwingend mit der richtigen E-Mail Adresse an. Viele nutzen zum Beispiel eigens für diese Zwecke eingerichtete „Einweg Adressen“. Vorteil für den User: Wird das E-Mailaufkommen in der eigenen Mailbox zu groß, dann löscht man die komplette Adresse und das Thema ist erledigt. Nachteil für den Newsletter Anbieter: Man bekommt nicht die volle Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer und erreicht entsprechend weniger Aufmerksamkeit.

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Technische Hürden bei der Durchführung

Auch die technische Implementierung kann ein Problem sein. Führt man das Einsammeln von E-Mail Adressen 100%ig in Eigenregie durch, dann muss man nicht nur dafür sorgen, dass alle Voraussetzungen (auch datenschutztechnisch) erfüllt sind. Man muss auch den Versand technisch organisieren, was ab einer bestimmten Anzahl anspruchsvoll in der Durchführung werden kann. Zudem muss man Abmeldemöglichkeiten bieten. Für die Realisierung von Newslettern und Mailinglisten gibt es entsprechende Anbieter. Mailchimp ist ein solcher Anbieter. Hier kann man Newsletter einrichten, Daten verwalten und den Versand entsprechend steuern.

Wie kommt man an die Daten?

All das sind aber letztendlich nur technische Aspekte. Viel wichtiger bleibt die Frage: Wo bekomme ich passende Abonnenten für das E-Mail Marketing her? Wie schon angedeutet, kann man solche User einsammeln, indem man auf seiner Website entsprechende Anmeldemöglichkeiten bietet. Das klappt aber eben oft nur schleppend und manchmal gar nicht. Wer also Reichweite will, der kann nachhelfen. Und was im Bereich Social Media total verpönt ist, kommt im E-Mail Marketing völlig selbstverständlich zum Einsatz. Die Rede ist vom Kauf von E-Mail Adressen. Bei Facebook kann man das durchaus gleichsetzen mit dem Kauf von Fans. Dieser Gegensatz ist schon ein bisschen paradox, aber E-Mails haben im Gegensatz zu Facebook vermutlich eine höhere Akzeptanz bei der Internetbevölkerung. Das allein schon, weil E-Mails praktisch schon immer da waren.

Fazit

Bei meinen Recherchen bin ich auf diverse Anbieter gestoßen und habe auch getestet. Die Ergebnisse waren durchwachsen und so gebe ich hier bewusst keine konkrete Empfehlung ab. Wichtig aus meiner Sicht ist vor allem der Faktor Transparenz. Es gibt Anbieter, die mit großen Datenbanken werben, bei denen man aber wenig bis keine Informationen darüber bekommt, wie genau (und wo) die E-Mail Adresse eingesammelt wurden. Die Quellen bleiben verborgen, für mich kein gutes Zeichen. Anbieter, die mir positiv aufgefallen sind, konnten dieses Kriterium erfüllen. Letztendlich komme ich zu dem Schluss, dass es in Ordnung ist, sich für sein E-Mail Marketing Adressen einzukaufen, bei denen die Beschaffungsquellen offengelegt werden und bei denen die Empfänger zugestimmt haben, dass die E-Mail Adresse verkauft werden darf.

Aus meiner Sicht ist eine Mischung aus Kauf und der Beschaffung in Eigenregie am besten. Damit bekommt man einen Verteiler, den man sinnvoll bespielen kann und so auch entsprechend Reichweite erzeugt.