Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Fotos der letzte Schrei auf Facebook – aber diese Zeiten sind vorbei. Kein Witz, die Ära der Fotos auf Facebook geht vorbei (Instagram wird sich vermutlich freuen) und wir alle müssen uns darauf einrichten, dass Fotos als liebstes Mittel zur Reichweitensteigerung weniger relevant werden. Doch was ist passiert? Im Grunde nichts – nur dass Fotos exzessiv genutzt wurden, um Reichweite auf Facebook zu erzeugen. Warum auch nicht, schließlich hat das bisher ausgezeichnet funktioniert. Doch wie immer, wenn sich viele Leute auf ein Thema stürzen – es ist irgendwann ausgelutscht und interessiert niemanden mehr so richtig. Du fragst dich jetzt, was du in Zukunft machen sollst?

Du willst viel Reichweite auf Facebook? Poste keine Fotos mehr!

Bild: Syda Productions, Shutterstock.com

Fotos funktionieren nicht mehr so gut

Eigentlich ist es ganz einfach: Fotos funktionieren nicht mehr so gut wie noch vor ein paar Monaten – aber komplett aus der Mode sind sie nicht. Sie müssen sich nur einem neuen und mächtigen Konkurrenten stellen.

Die Rede ist von Videos. Videos befinden sich aktuell auf einem unglaublichen Facebook-Höhenflug, 3 Milliarden (!) Video-Views werden pro Tag auf Facebook konsumiert.

Fotos können das nicht mehr mithalten. Schlimmer noch: Fotos funktionieren deutlich schlechter, denn mit Videos erreichst du doppelt so viele User!

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Videos auf der Überholspur

Du musst kein Nobelpreisträger sein, wenn du erkennen willst, was sich mehr lohnt. Und damit keine Zweifel aufkommen, gibt es eine neue Studie, die den Erfolg von Videos unterstreicht.

Musst du nun aufhören, Fotos auf Facebook zu posten? Eine spannende Frage, die ich mit diesem Artikel auf jeden Fall noch beantworten werde – doch lass mich zunächst einen Blick auf die Fakten werfen:

Die erwähnte Studie hat sich eine ganze Menge Posts auf Facebook angesehen. Insgesamt waren es 670.000 Stück von 4.445 unterschiedlichen Brand Pages (große Player also, die in der Regel über viel Reichweite verfügen).

Fotos bringen am wenigsten Reichweite

Ergebnis: Video-Posts hatten eine durchschnittliche Reichweite von 8,71 Prozent. Bilder-Posts kamen nur auf 3,73 Prozent und waren damit sogar noch schwächer als Posts mit Links (5,29 Prozent) und Posts, die nur Text enthielten (5,77 Prozent).

Da kann man ins Grübeln kommen: Waren nicht Bilder das Maß aller Dinge? Und spricht Facebook nicht selbst immer davon, dass man auf jeden Fall ausdrucksstarke Bilder verwenden soll, um die User auf sich aufmerksam zu machen?

Damit wir uns nicht missverstehen: Bilder funktionieren immer noch recht gut (es kommt eben letztendlich auf das Bild an sich an und wie gut es ist), doch Videos funktionieren schlicht und ergreifend besser.

Du willst viel Reichweite auf Facebook? Poste keine Fotos mehr!

Quelle

Intensive Foto-Nutzung fördert Missbrauch

Auch das ist aus meiner Sicht keine Überraschung. Schließlich setzen sich die meisten Menschen auch eher vor den Fernseher, den Computer oder das Tablet und schauen dort einen Film. Die Zahl der Leute, dich sich ausschließlich Bilder anschauen (wohlgemerkt über einen vergleichbaren Zeitraum), ist vermutlich überschaubar.

Trotzdem galten Fotos lange als Reichweiten-Magnet. Bis April 2014 zum Beispiel wurden überwiegend aufwendige Fotos genutzt, um im News Feed der Fans aufzufallen.

75 Prozent aller Postings bei großen Brand Pages hatten so auch entsprechend auf diese Taktik gesetzt und sich mit solchen Fotos geschmückt. Das klappte sehr gut, 87 Prozent aller Interaktionen stammten in Folge dieser intensiven Verwendung auch von Fotos.

Facebook will sich nicht „missbrauchen“ lassen

Das Problem habe ich oben schon angerissen: Zu viele Publisher auf Facebook entdeckten das Foto für sich als ultimatives Mittel für mehr organische Reichweite. Und wie üblich werden solche Möglichkeiten bis zum Letzten ausgereizt (man kennt das aus der SEO-Branche).

Facebook stellte fest, dass es immer mehr Klickbaits um Fotos herum gab – mit offensichtlich verzerrenden Folgen für den Algorithmus. Und mittlerweile ist bekannt, dass Facebook da keinen Spaß versteht.

Verständlich, denn sobald der Algorithmus von Facebook „missbraucht“ wird, schrillen in Menlo Park die Alarmglocken. Der News Feed ist das Herz des weltweit größten sozialen Netzwerks und hier darf es keine Verzerrungen geben.

Qualität setzt sich immer durch

Warum nicht? Weil das Produkt „Facebook“ dann für die User weniger attraktiv wird. Denk immer daran, dass die User natürlich Informationen haben wollen – doch ein gewisses Maß an Unterhaltung muss ebenfalls immer dabei sein.

Es geht um Abwechslung – wenn du in deinem News Feed nur Bilder siehst, dann stumpfst du irgendwann ab. So verschlechtert sich die User Experience und das wäre dann langfristig sehr schlecht für Facebook.

Qualität setzt sich immer durch, auch und vor allem auf Facebook. Eine ausgewogene Mischung an Inhalten ist für die User im News Feed deutlich angenehmer, als wenn immer das gleiche Stilmittel zum Einsatz kommt.

Du willst viel Reichweite auf Facebook? Poste keine Fotos mehr!

Quelle

Deine Fans wollen Abwechslung

Für alle Publisher (möglicherweise also auch für dich) bedeutet diese Entwicklung, dass nicht NUR auf Bilder gesetzt werden darf, aber nicht auch NUR auf Videos. Wie so oft im (digitalen) Leben macht es die Mischung, deine Fans wollen Abwechslung.

Ein weiterer Grund, der für das Funktionieren von Videos spricht: Advertiser geben für Videos mehr Geld aus als für Bilder (27 Prozent versus 17 Prozent). Interessanterweise korreliert das mit der gesamten Entwicklung auf Facebook, denn es wird generell mehr Geld für Werbung investiert – wurden 2013 „nur“ 9 Prozent aller Postings gesponsert waren es 2014 „schon“ 14 Prozent.

Solltest du also in Zukunft komplett auf Fotos verzichten und nur noch Videos verwenden, um deine Reichweite auf Facebook zu verbessern? Natürlich nicht, denn sehr hochwertige Fotos erzeugen auch jetzt noch viel Reichweite – wie so oft kommt es eben nur darauf an, wie du deine Bilder, Fotos und Creatives gestaltest.

Mehr und unterschiedliche Inhalte

Ganz ehrlich, wenn du zu den Leuten gehörst, dich schon immer über den Spruch „Content is King“ aufgeregt haben, dann werden die kommenden Jahre für dich vermutlich unerträglich. Bisher wurde Content nämlich sehr oft noch so bezeichnet, wenn es sich um geschriebene Texte handelte.

Dafür war auch die bisherige Dominanz von Google verantwortlich. Mit dem steilen Aufstieg von Facebook hat sich das geändert und nun sind auch Bilder und Videos im Fokus – denn Facebook bietet Texte, Bilder und Videos (Google ist weniger komprimiert aufgestellt).

„Content is King“ wirst du also auch in Zukunft noch viel öfter hören und wenn du dich bisher schon schwer damit getan hast, aufwendige Texte zu produzieren, dann wirst du in Zukunft keine schönen Zeiten haben, denn Bilder und Videos werden auch vor dir nicht halt machen – das Thema wird immer dominanter und die User erwarten es mehr und mehr.

Feuer frei aus allen Content-Rohren!

Der Algorithmus von Facebook wird sich in Zukunft nicht mehr so stark von Bildern beeindrucken lassen. Im Fokus müssen trotzdem immer deine User stehen – biete denen Fans also genau das, was sie von dir erwarten.

Grundsätzlich ist eine ausgewogene Mischung sinnvoll, wenn du in der Lage bist, eine solche Mischung zu bieten, dann tu das: Arbeite mit Texten, Links, Bildern und Videos. Präsentiere Fotoalben und achte darauf, dass deine Bilder und Videos nie unbetextet bleiben.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp von mir in Sachen Bilder: Wenn du den Algorithmus von Facebook noch beeindrucken willst, dann vergiss zu kleine Bilder. Es kommt tatsächlich auf die Größe sein – mach ein paar Tests und verwende Bilder, die 1200 mal 627 Pixel groß sind (ich geh davon aus, dass du „überrascht“ sein wirst).