Eines der großen Themen der letzten Woche im Internet war der Datenschutz, maßgeblich war der aktuelle Lieblingssündenbock Facebook dafür verantwortlich, dass sich mehr oder weniger gut in der Materie auskennende Organe mit teils dubiosen Äußerungen an die Öffentlichkeit gewandt haben. Das soll hier aber nicht Kernthema sein. Mir geht es heute vielmehr um die Frage, wer denn überhaupt was von mir im Internet weiß. Und noch viel wichtiger: Welche Daten sind wo am wichtigsten?

Welche Daten sind wo am wichtigsten? Das will ich natürlich unter dem Gesichtspunkt beleuchten, wer mit welchen Daten am meisten anfangen kann. Und das wiederum unter dem Aspekt, ob man mit diesen Daten wirklich Geschäfte machen – also Geld verdienen – kann.

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Werfen wir dementsprechend zuerst einen Blick auf Google. Google ist die erfolgreichste Suchmaschine. Millionen von Menschen nutzen sie tagtäglich und suchen nach Informationen. Informationen sind wichtig, z. B. für Kaufentscheidungen. Aber auch wenn ich aktuelle Nachrichten finden oder wissen will, was im Kino läuft. Google erfährt so also schon eine ganze Menge. Der Haken ist aber, dass Google grundsätzlich erstmal wirklich nur weiß, wonach ich suche. Google weiß im ersten Schritt nicht, warum ich suche.

Es weiß also auch nicht, ob ich mich dafür wirklich interessiere, ob ich etwas kaufen will oder was ich dafür ausgeben will. Die Daten von Google sind schon recht detailliert, aber im Endeffekt kann Google grob gesagt nur vermuten, dass bestimmte Dinge für mich wirklich relevant sind. Die ganz genaue Bestätigung fehlt.

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Bei Facebook verhält sich das schon ein bisschen anders. Facebook weiß, wofür ich mich interessiere, weil ich 1. in meinem Profil angeben kann und 2. via „Gefällt mir“-Button Informationen und Seiten like, die meinen Interessen nahe kommen. Logisch, würde mich das interessieren, dann würde es mir laut Definition von Facebook auch nicht gefallen und ich hätte keinen Grund, eine bestimmte Information als solches zu kennzeichnen. Das gilt auch für Fanpages, die ich mag. Facebook kann also im Gegensatz zu Google meines Erachtens schon deutlich besser eingrenzen, was ich rein interessen- und vorliebenmäßig für ein Mensch bin.

Kurz gesagt: Wenn ich bei Google nach einem neuen Handy suche, dann kann Google wissen, dass ich mich für dieses (oder ein anderes Handy) möglicherweise interessiere. Sonst würde ich ja keine Informationen dazu brauchen. Facebook allerdings weiß, dass ich mich für dieses Handy auf jeden Fall interessiere, denn ich habe die Fanpage des Handys geliked. Facebook kann mich also besser klassifizieren und somit im Umkehrschluss auch besser mit meinen Daten Geld verdienen. Sei es nun, weil mir 100%ig passende Werbung eingeblendet wird oder weil ich das Handy über den Facebook-Shop des Herstellers gekauft habe. Google kennt mich also, Facebook weiß aber genauer Bescheid und hat hier einen Vorteil.

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Nun aber der Punkt, worauf ich eigentlich hinaus will. Google kennt also meine möglichen Interessen und Facebook weiß ganz genau, wofür ich mich interessiere und kann das im Zweifel auf eine ganz bestimmtes Produkt herunter brechen. Amazon aber ist in meinen Augen rein „datenkrakentechnisch“ noch einen wichtigen Schritt weiter, denn Amazon weiß haargenau, was ich gut finde und vor allem – was ich haben will, denn bei Amazon kaufe ich Produkte. Mehr noch, Amazon weiß zudem, was ich so im Laufe der Zeit für bestimmte Dinge ausgegeben habe

Da davon auszugehen ist, dass auch Amazon diverse Daten speichert (also aus der Suche, aus Retouren, aus eigenen oder gelesenen Bewertungen, etc.) kann hier ein in meinen Augen viel detaillierteres Profil angelegt werden. Und dabei geht es eben nicht nur um reine Vorlieben oder Interessen, sondern um definitive Kaufentscheidungen. Dazu kommt noch der Preis von Produkten. Amazon weiß also, was ich zu bezahlen bereit bin und speichert logischerweise auch das. Ist man also ein langjähriger Amazon-Kunde, dann hat man dort mit Sicherheit ein sehr gutes Profil von mir.

Grundsätzlich geht es also um die Frage, wer mit meinen Daten am besten etwas anfangen kann und in meinen Augen ist hier Amazon der klare Gewinner. Schließlich kann man dort auch mit Geodaten und dem Alter der Einkäufer aufwarten. Hat man zudem noch einen Wunschzettel, dann gibt es noch mehr relevante und ziemlich genau Daten. Lustig ist, dass Amazon nie bei irgendwelchen Datenschützern auf dem Zettel zu stehen scheint.

Woran liegt das? Vermutlich daran, dass man es schlichtweg gewohnt ist, dass Händler und Läden das persönliche Konsumverhalten mehr oder weniger kennen. Gleiches gilt ja auch für die Hausbank. Auch dort werden Daten gesammelt und verwertet. Vermutlich käme aber nie jemand auf die Idee, einen Datenschützer auf den Rewe um die Ecke anzusetzen.

Die Erstellung eines genauen Konsumprofils, bei dem auch direkt Geld fließt, ist in meinen Augen wesentlich lukrativer für einen Anbieter, als das reine Sammeln von möglichen Vorlieben.

Wie seht ihr das?