Gestern gab es gute Quartalszahlen von Facebook, heute ein neues Produkt. Mit der Facebook Card führt das soziale Netzwerk eine neuartige Geschenkkarte ein und streckt die Fühler so ein weiteres Mal in die Richtung Social Commerce aus. User können die Geschenkkarten nutzen, um Freunden und Bekannten auf Facebook eben ein Geschenk zu machen und zum Start sind nur einige ausgewählte Unternehmen zugelassen wie zum Beispiel Jamba Juice, Olive Garden, Sephora oder Target. Interessant: eine Facebook Card kann wiederverwendet werden, muss aber vorab, wie von Prepaid Karten bekannt, aufgeladen werden. Kann Facebook mit diesem Schritt die User weiter dazu bewegen, noch mehr Geld innerhalb des Netzwerks auszugeben?

Die Facebook Card ist da

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Werbung allein reicht nicht

Bisher macht Facebook das meiste Geld mit Werbung. Im mobilen Bereich werden mittlerweile 25% der Gesamteinnahmen generiert. Problem: das komplette Geschäft auf Dauer nur auf Werbung auszurichten kann riskant werden. Die Facebook Card soll dem nun entgegenwirken.

Schon seit 2012 gibt es Facebook Gifts. Nutzerinnen und Nutzer können sich gegenseitig innerhalb des sozialen Netzwerks Geschenke machen. Das Ziel der neuerlichen Anstrengungen im Bereich Social Commerce ist klar: Facebook will ein großer Player im kommpletten eCommerce werden.

Analysten sind mit den Quartalsergebnissen von gestern zwar zufrieden, schauen aber skeptisch in die Zukunft. Und auch bei Facebook ist man sich im Klaren, dass weitere Modelle zum Geld verdienen her müssen. Trotzdem soll Mark Zuckerberg während einer Konferenz gesagt haben, dass Bereiche wie die Facebook Card zwar aufgebaut werden, diese aber nicht zwingend sofort profitabel sein werden.

Neuer Versuch, offline Geld zu verdienen

Eine Facebook Card wird zusammen mit Facebook Gifts genutzt, man schickt sie einem Freund oder einer Freundin. Beim Kauf einer Facebook Card wird der Empfänger informiert und bekommt sie einige Tage später via Email oder durch eine Benachrichtigung bei Facebook.

Der Wert der Facebook Card kann online jederzeit gecheckt werden, auch via Smartphone. Besonders spannend: eine Karte kann unterschiedliche Kontostände haben und für mehr als einen Zweck eingesetzt werden. So soll man also mit nur einer Facebook Card in unterschiedlichen Shops einkaufen können.

Facebook hatte schon unterschiedliche Modelle entwickelt, mit denen neben Werbeeinnahmen auch andere Erlösquellen angezapft werden sollten, wie zum Beispiel die Facebook Deals. Richtig durchsetzen konnte sich bisher allerdings kein Modell. Die Facebook Card könnte aber das Potenzial haben, diesen negativen Trend zu beenden.