Social Media ist kein Trend mehr. 2014 wird sich vieles stark verändern, „Social Business“ ist schon heute in aller Munde und die Vernetzung zwischen Personen, Brands und Marken wird weiter zunehmen. Da kann sich ein Blick auf die wichtigsten sozialen Netzwerke lohnen. 21? So viele? Nun ja, ich sag mal so: Natürlich gibt es große Unterschiede bei der Reichweite. Aufgrund der Wachstumszahlen in der Vergangenheit gibt es aber doch ein paar mehr Netzwerke, die sich gut geschlagen haben – nicht nur Facebook, Google+ oder Twitter. Das sind die drei großen Netzwerke, aber was ist mit YouTube? Was ist mit sozialen Netzwerken, die es bei uns überhaupt nicht gibt?

Die 21 wichtigsten sozialen Netzwerke 2014

Quelle

Ein soziales Netzwerk ist nicht genug

Etwas mehr als 34 Prozent der Weltbevölkerung haben Zugriff auf das Internet, da gibt es noch eine Menge zu tun. Nicht umsonst planen sowohl Google als auch Facebook Initiativen, um günstiges oder sogar kostenloses Internet in bisher nicht erschlossene Regionen wie Afrika zu bringen. Interessant: 7,2 Milliarden Menschen leben auf der Welt, gleichzeitig gibt es (alle 21 wichtigen Netzwerke zusammengenommen) 5,7 Milliarden Profile.

Das kann nicht ganz korrekt sein, oder? Doch, natürlich. Viele Menschen haben schlicht und ergreifend mehrere Profile bei unterschiedlichen Anbietern. Man liest ja auch nicht nur eine Website oder eine Zeitung, sondern in der Regel ein paar mehr. Das ist gut so und macht Social Media interessant, auch für „kleinere“ Anbieter. Path zum Beispiel hat grad mal 20 Millionen Mitglieder.

Im Vergleich zu Facebook recht niedlich, trotzdem aber nicht ohne Relevanz, denn die eigene Zielgruppe muss nicht zwingend immer auf Facebook oder Twitter sein. Wir in Europa oder der restlichen westlichen Welt übersehen zudem oft gern, dass vor allem China ein gigantischer Markt ist, der von sozialen Netzwerken aus den USA komplett ausgeblendet wird – oder werden muss, aufgrund politischer Entscheidungen.

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Wird China Social-Media-Weltmacht?

QZone und Weibo kommen zusammen auf 1,1 Milliarden User. Das ist heftig, wenn man bedenkt, dass sich beide sozialen Netzwerke nur auf ein Land konzentrieren. Sicher, Facebook kommt auf 1,4 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer – doch Facebook gibt es so gut wie überall auf dem Planeten. QZone und Weibo sind offiziell nur in China aktiv, allerdings ist es wahrscheinlich, dass auch viele Menschen mit chinesischen Wurzeln in anderen Teilen der Welt die beiden sozialen Netzwerke nutzen.

Als einzige Hybrid unter den sozialen Netzwerken darf auch YouTube nicht vergessen werden. YouTube ist nach Google die weltweit zweitgrößte Suchmaschine und wenn man sich strikt an die Definition hält, ist es eben auch ein soziales Netzwerk. Auf YouTube können Communities aufgebaut werden, Inhalte lassen sich kommentieren und neben dem „Like“ ist sogar, anders als auf Facebook, ein „Dislike“ möglich.

YouTube hat mehr als 1 Milliarde Mitglieder und in den letzten Jahren eine extreme Entwicklung durchgemacht. So ist es nicht verwunderlich, dass viele User heute gar nicht mehr Google nutzen, um Informationen nachzulesen. Sie suchen gleich auf YouTube nach passenden Videos. Wenn jemand etwas vormacht, dann bleiben die gezeigten Inhalte bei vielen Usern besser hängen. Nicht umsonst sind zum Beispiel Koch-Shows im TV schon seit Jahren ein Dauerbrenner. Auf YouTube kann man solche Projekte selbstverständlich auch durchführen.

Zielgruppen und digitale Strategien

In Verbindung mit YouTube ist Google+ zu nennen. Die Hangouts on Air sind direkt mit YouTube verbunden und können dort, wenn man will, die Reichweite eines Google+-Profils entscheidend verbessern. Auch ein Grund, warum auf Google+ vor allem die Videokonferenzen sehr beliebt sind. Grundsätzlich aber gilt, dass man sich nicht auf ein soziales Netzwerk verlassen soll. Kombinationen wie die aus Google+ und YouTube können sich im Rahmen einer nachhaltigen digitalen Strategie als sehr nützlich erweisen.

Auch die eigene Zielgruppe muss immer im Zentrum einer Strategie Erwähnung finden. Nur weil Facebook das weltweit größte soziale Netzwerk ist, muss nicht jede Zielgruppe auch dort (und nur dort) vertreten sein. Die uns allen manchmal anlastende Faulheit treibt und dazu, oft den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, der in der Regel auch mit weniger Aufwand verbunden ist. Genau das sorgt dann oft dafür, dass man andere soziale Netzwerke, die sich mehr lohnen können, absichtlich oder auch aus Versehen nicht genügend beachtet und sich so teilweise große Potenziale entgehen lässt.

Abschließend noch ein paar Worte zu Google+ als soziales Netzwerk, unabhängig davon, dass es meiner Ansicht nach primär von Google überhaupt nicht als soziales Netzwerk gedacht war/ist: Google+ hat derzeit ein stärkeres Mitglieder-Wachstum als Facebook. Das bedeutet nicht zwingend, dass Google+ in absehbarer Zeit auch mehr Einfluss als Facebook haben wird. Fakt ist aber, dass mit Google+ derzeit etwas Großes heranwächst, das sich mit den dortigen Inhalten und Interaktionen unmittelbar auf die Google-Suche auswirkt. Allein schon deswegen muss man Google+ auf dem Schirm haben und darf es nicht ignorieren. Wer ganz genau wissen will, wie man Google+ in einer digitalen Marketing-Strategie gewinnbringend einsetzt, dem empfehle ich mein Buch, dass sich genau mit diesem Thema beschäftigt und das meistverkaufte Google+-Buch in Deutschland ist.