Probleme, Bedenken, Angst, Vorsicht… es gibt viele Wörter, mit denen man umschreiben kann, wie Facebook in der Öffentlichkeit gern dargestellt wird. Vor allem die Fraktion der „Schreckdenker“ hat offensichtlich immer wieder ihren Spaß daran, Facebook aus datenschutzrechtlichen Gründen an den Pranger zu stellen. Aber haben die Deutschen wirklich ernsthafte Bedenken, wenn es um Facebook geht?

Eine neue Studie will das jetzt ergründet haben. Dafür wurden im September insgesamt 1000 Leute ab 14 Jahren befragt. Das an sich ist schon gut, denn so wird eine Studie zumindest repräsentativ. Was dabei herausgekommen ist, zeugt aber nicht wirklich von ECHTEN Bedenken, wenn es das Thema Facebook und Datenschutz geht.

Vorab: Bei uns in Deutschland hat Facebook über 20 Millionen aktive Mitglieder. „Aktiv“ bedeutet in der facebookschen Definition, dass ein solches Mitglied in einem Zeitraum von 4 Wochen mindestens einmal in dem Netzwerk angemeldet gewesen sein muss. Daran wird schon deutlich, dass knapp ein Viertel der deutschen Gesamtbevölkerung immerhin ein Konto bei Facebook unterhalten, dass aktive genutzt wird.

Sicherlich sind von diesem 20 Millionen nicht alle „Poweruser“ – legt man aber die 80-10-10-Regel zugrunde, dass sind es immerhin 2 Millionen „Poweruser“ und 2 Millionen Leute, die das Netzwerk öfter aktiv nutzen. Der Rest liest vermutlich überwiegend „nur“ mit – sich bei Facebook entsprechend zu präsentieren ist aber dennoch auch bei uns zu einem Volkssport geworden.

Doch zurück zur Studie: Mehr als 25% der Befragten gaben an, Facebook zu nutzen, OBWOHL es bewusst sei, dass die Daten beim Netzwerk von Mark Zuckerberg nicht „sicher“ seien. Und immer 20% gehen zum Beispiel mit Fotos von sich selbst oder auch anderen recht freizügig um. Okay – 80% machen ihre Fotos nicht öffentlich zugänglich. Bei einem Fünftel ergibt das aber trotzdem immer noch 4 Millionen Bundesbürger, die munter und vor allem für jeden sichtbar Fotos teilen. Kann man da von Bedenken oder sogar Angst sprechen? Wohl kaum. Angeblich sollen die Diskussionen der vergangenen Monate dazu beigetragen haben, dass die Nutzer von Facebook (und anderen sozialen Netzwerken) jetzt vorsichtiger mit ihren Daten umgehen. Das ist natürlich zu begrüßen.

Dennoch ist meines Erachtens eher davon auszugehen, dass sich viele Leute über die Weiterverbreitung ihrer privaten Inhalte im Netz keine sehr großen Gedanken machen. Denn nur so ist das Wachstum von Netzwerken wie Facebook (nicht nur bei uns auch im Rest der Welt) überhaupt zu erklären. Schließlich ist das Private doch eine der inhaltlichen Triebfedern eines sozialen Netzwerks: Man will selbst wissen, was Freunde oder Bekannte den ganzen Tag so treiben – sei es nun via Text, Foto oder Video.