Jetzt ist es besiegelt, die Europäische Union hat längst überfällige neue Richtlinien für den Datenschutz im Internet beschlossen. Bislang galten noch die alten Regeln von 1995 aus einer Zeit, in der das Internet wirklich noch für alle Neuland war. 2018 sollen die neuen Regeln kommen. Zu diesen Regeln gehört die Überprüfung eines Mindestalters von 16 Jahren für die Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter. In den USA, dem Heimatland von Facebook und Co., sorgt das natürlich für Unmut, denn bisher war es auf Facebook zum Beispiel möglich, sich schon ab einem Alter von 13 Jahren zu registrieren und aktiv zu werden.

Neuer Datenschutz: Höheres Mindestalter auf Facebook und Co.?

Neuer Datenschutz: Höheres Mindestalter auf Facebook und Co.? (Bild: Yuganov Konstantin, Shutterstock.com)

Kompromissvorschlag steht im Raum

Das Anheben des Mindestalters ist ein Kompromissvorschlag zur Reform der Datenschutzregeln zwischen Vertretern von EU-Kommission, dem Europaparlament und der Mitgliedsländer. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das eine besondere Vorsorge, die über den aktuellen Aufwand deutlich hinausgeht.

In der jetzigen Form wäre es dann illegal, die Daten von Minderjährigen zu speichern, ohne die jeweiligen Erziehungsberechtigten nach Erlaubnis zu fragen. Wer dagegen verstößt, muss mit Strafen von bis zu vier Prozent des eigenen Jahresumsatzes rechnen.

Das wären zum Beispiel bei Twitter, ausgehend von 1,4 Milliarden US Dollar Umsatz im Jahr 2014, satte 560.000 US Dollar Strafe – eine Menge Geld, die Twitter vermutlich anderweitig viel besser verwenden könnte.

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Regelung steht in der Kritik

Der Kompromissvorschlag könnte weitreichende Folgen haben. Unternehmen wie Snapchat oder Instagram, die sich besonders auf junge Zielgruppen konzentrieren, werden davon nicht begeistert sein. Wenn diese sozialen Netzwerke User unter 16 Jahren verlieren, könnte sich das negativ auf die Nutzerzahlen auswirken, wovon die Reichweite bedroht wäre.

Das würde dann direkt zu weniger Werbeeinnahmen führen. In einigen EU-Staaten sollte die Regelung für weniger Aufsehen sorgen, da vielerorts das Mindestalter zur Nutzung von Online Diensten bereits schon seit Jahren bei mindestens 16 Jahren liegt. Allerdings gilt dies dann auch für die Nutzung von E-Mail Konten oder Apps auf dem Smartphone (auch wenn es dabei nicht um soziale Netzwerke handelt, denn es geht ja grundsätzlich um den Datenschutz).

Proteste gibt es natürlich von Firmen wie Google, Twitter oder Facebook. Der Vorwurf gilt den Unterhändlern aus Ministerrat und EU Parlament, denn sie hätten nicht mit Kinderrechtsorganisationen gesprochen – kein unangebrachtes Argument, denn auch Jugendliche unter 16 Jahren könnten ein grundsätzliches Interesse daran haben, Angebote wie Facebook, Instagram, Twitter oder Snapchat zu nutzen.

Ausnahmeregelung für einige Staaten?

Eigentlich hatten sich Europaparlament und Europäische Kommission auf ein Mindestalter von 13 Jahren geeinigt, in den USA entspricht das der Gesetzeslage. Doch von einigen EU Mitgliedsstaaten gibt es Widerstand, weil wie erwähnt dort bereits das Mindestalter bei 16 Jahren liegt.

Hierzulande liegt die Grenze aktuell bei 14 Jahren. In einem Kompromiss könnte das bedeuten, dass man das Mindestalter von 16 Jahren beschließt, aber für einzelne EU-Staaten Ausnahmeregelungen zulässt. Allerdings muss nicht auf allen Ebenen nachgebessert werden.

Schließlich gibt es schon seit einiger Zeit speziell für Kinder entwickelte Programme wie SnapKidz zum Beispiel. Sie können mit der App Fotos machen und bearbeiten, jedoch nicht versenden und spezielle Inhalte für Kinder bietet auch YouTube mit „YouTube Kids“ an.