Zuerst war es das Unternehmen Google, welches angekündigt hatte, ihre Datenschutzregeln „anzupassen“. Nun gehen Datenschützer bezüglich Facebook auf die Barrikaden. Es geht mal wieder um die Nutzerdaten und umd den gläsernen User und trägt den Titel: „Aktualisierung der Erklärung der Rechte und Pflichten“.

Datenschützer kritisieren neue Facebook Nutzungsbedingungen

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Veröffentlicht wurde diese Aktualisierung fast unbemerkt auf der Facebookseite Governance. Und natürlich soll es sich bei den Veränderungen laut Facebook nur um die „Praktiken und Richtlinien“ handeln, die transparenter werden sollen. Die Krönung: Die Mitglieder sollen sich daran beteiligen. Bis heute Nacht (Freitag, 23. März) kann man Kommentare abgeben. Und erst danach sollen die Neuerungen umgesetzt werden. Über 500 Kommentare sind bis heute Morgen tatsächlich gepostet worden, die meisten mit dem selben Tenor: „Weg damit! Diese Änderung wollen wir nicht!“ Allerdings sollen erst bei 7.000 Kommentaren Alternativen der Richtlinien in eine Abstimmung kommen. Es bleibt also abzuwarten, ob die Anzahl bis kurz vor Schluss noch anziehen wird.

Änderungen nur schwer zu finden

Für die User sind die Änderungen übrigens gar nicht so einfach herauszufiltern. Denn immerhin besteht das Dokument aus über 30.000 Zeichen und die Neuerungen sind nicht als solche erkennbar. Facebook geht dabei den üblichen Weg. Ändert man seine Einstellungen nicht, gilt dies automatisch als Einverständniserklärung für die Aktualisierungen.

Eigentlich sind es nur versteckte Zusatzvereinbarungen, die man aber nicht unbedingt auf den ersten Blick versteht: „Wenn du oder andere Nutzer, die deine Inhalte und Informationen sehen können, eine Anwendung verwendet, werden deine Inhalte und Informationen an die Anwendung übermittelt.“

Weitergabe von Daten für Facebook einfacher

Diese Bestimmung war zwar schon bekannt und wurde von Facebook schon genutzt, jedoch wurden die anderen Nutzer nicht erwähnt. Facebook kann also die Nutzerdaten an eine Anwendung ganz einfach weitergeben, auch wenn man diese nicht selbst nutzt, sondern nur einer der Freunde.

Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook mit seinen automatischen Änderungen, auf die nicht klar hingewiesen werden, Proteste und Diskussionen auslöst. Und doch ist es Datenschützern in der Vergangenheit schon gelungen, das Unternehmen durch massive Proteste zum Einlenken zu bewegen. Vielleicht werden sie auch dieses Mal schaffen.