Shitstorm, Hashtag, Tweet: Was heute ganz selbstverständlich in den Sprachgebrauch von Nutzern der sozialen Netzwerke übergegangen ist, war noch vor einigen Jahren gänzlich unbekannt. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat sich mehr und mehr etabliert. 2008 noch relativ unbekannt, ist das Unternehmen mittlerweile schon an der Börse notiert und in den Jahren hat sich das Nutzerverhalten geändert. Mit ihren Tweets verknüpfen immer mehr User auch Fotos und Videos. Und auch in der Länge der Kurzmitteilungen kann man eine stetige Veränderung erkennen. 400.000 Tweets pro Vierteljahr waren es 2007, im Januar 2010 konnte Twitter bereits um die 65 Millionen Tweets vermelden, pro Tag wohlgemerkt. In den vergangenen drei Jahren ist diese Zahl noch einmal angestiegen und die Anzahl der Kurzmitteilungen ist aktuell auf durchschnittlich 400 Millionen täglich zu beziffern. Die Veränderungen beim Nutzerverhalten bezüglich der Tweets ist dabei aber noch spannender, denn die Nachrichten, die via Twitter versendet werden, scheinen immer kürzer zu werden. Den Grund dafür hat eine Studie ermittelt.

Das Geheimnis der immer kürzer werdenden Tweets

„Twittern“ steht im Duden

Twitter ist nach all den Jahren in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen und so kann man das Wort „twittern“ schon in dem ein oder anderen Wörterbuch nachlesen, sogar der Duden hat den Begriff aufgenommen und beschreibt es als „schwaches Verb: Kurznachrichten über das Internet senden und empfangen“.

Allerdings findet man „Hashtag“ dort noch nicht. Bei der Online-Suche auf der Website des Dudens wird nur der „Waschtag“ als Ergebnis angezeigt und der hat mit dem „Hashtag“ bekanntlich nichts zu tun. Dass diese Entwicklung aber noch nicht zu Ende ist, sollte klar sein. Jedes Jahr entstehen neue Wörter und diese Wörter werden mit der Zeut meist auch bekannter.

Eine Studie von zwei Universitätsstudenten hat sich mit der Entwicklung der Nachrichten direkt auf Twitter befasst, bezogen auf die USA. Drei Jahre lang haben sie das Nutzerverhalten von Twitter-Usern untersucht. Das erstaunlichste und eindeutigste Ergebnis: Die Kurznachrichten werden immer kürzer. Es wird weniger kommuniziert und mit kompakteren Begriffen.

Immer mehr Gruppennutzungen

Die Studenten haben auch die regionalen Unterschiede in allen US-Bundesstaaten untersucht. Insgesamt wurden 29 Millionen Tweets gesammelt und ausgewertet. Sie zählten dabei die Länge der Nachrichten und vermerkten das passende Datum dazu. Die Nachrichtenlänge ist zwischen November 2009 und Dezember 2012 geschrumpft, von durchschnittlich acht auf fünf Worte.

Die Ursache konnten die Physiker auch leicht erklären: Twitter-User bewegen sich offensichtlich immer mehr in genau definierten Gruppen, die sich auf die gleiche Thematik beziehen und nutzen dort den jeweiligen Jargon. Dieser Jargon kürzt dann automatisch die Gesamtlänge einzelner Tweets. Bleibt zu hoffen, dass sich der Trend nicht noch weiter nach unten entwickelt. Schließlich muss man die Nachrichten ja auch noch verstehen können, ohne ein Übersetzungsprogramm anwenden zu müssen.

Die Entwicklung zeigt aber, dass es auf Twitter letztendlich um Zielgruppen geht, in denen sich bestimmte Personen anders ausdrücken, als wenn sie nicht in der jeweiligen Zielgruppe aktiv sind. Bestimmte Gruppen haben also bestimmte Wörter, die vornehmlich innerhalb der Gruppe verstanden werden und daher auch abgekürzt werden können. Wörter aus der Jugendsprache wie „YOLO“ sind dafür ein Beispiel.