Browsergames sind eigentlich eine nette Sache. „Eigentlich“ schreibe ich deswegen, weil sich in den letzten Jahren eine umfangreiche Industrie zu diesen Spielen entwickelt hat, die teilweise extrem wächst. So gibt es allein bei mir in Hamburg diverse Firmen, die seit Monaten Massen von Personal einstellen. Das deutet auf gute Margen hin. Ein Browsergame an sich ist aber nicht nur zum Verkauf virtueller Güter oder für In-Game Advertising gut. Browsergames können auch sehr gut funktionieren, um eine themenrelevante Community aufzubauen. Nicht vergessen: Facebook hat mit seinen „Social Games“, die im Prinzip nichts anderes als Browsergames sind, vor ein paar Jahren große Erfolge gefeiert. Diese Zeiten sind zwar vorbei, aber das Prinzip, sich über solche Spiele treue und loyale Fans zu generieren, lebt weiter. Und ein gutes Browserspiel muss auch nicht immer von großen Anbietern kommen. Im Internet kursieren diverse Tutorials darüber, wie man selbst ein solches Spiel programmiert und vermarktet. Taugen Browsergames also wirklich, um themenrelevantes Publikum auch für spätere Zwecke einzufangen?

Community Building mit Browsergames

Bild: michelangelus, fotolia.com

Virtuelle Güter und Suchtfaktoren

Browsergames sind mittlerweile zur Industrie mutiert. Verständlich: Wo viel Geld verdient werden kann, da kommt es schnell zu solchen Entwicklungen. Aus meiner Sicht auch nicht verwerflich, dennoch frage ich mich oft, wo der Reiz dieser Spiele liegt – und ob es wirklich einen Suchtfaktor gibt.

Der Verkauf virtueller Güter ist spätestens seit „World Of Warcraft“ keine wirkliche Neuigkeit mehr. Und obwohl WoW ursprünglich kein Browserspiel im eigentlichen Sinne ist, herrschen dort ähnliche Voraussetzungen. Mitspielen ist gratis, wer aber richtig rocken will, der muss schnell zum Geldbeutel greifen und sich Upgrades besorgen.

Damit kommt man in weniger Zeit mit der Entwicklung seines Charakters viel weiter voran und hat so mehr Spaß am Browsergame. Das eigene Konto lacht dann vielleicht nicht mehr, das wird von vielen aber in Kauf genommen. Und nicht nur das Browsergame an sich ist zu einer lohnenden Investition geworden. Auch um das Thema herum haben sich zahlreiche Angebote entwickelt.

[BONUS] Gratis PDF eBook und Checkliste: Lade dir das gratis eBook "10 Internet Marketing Tipps, mit denen du deine Website sofort verbesserst" jetzt runter und mach deine Website in wenigen Schritten erfolgreicher. Klick hier auf diesen Link und starte den Download deines kostenlosen eBooks!

Massiver Werbung und Retargeting

Ich will hier mal nicht mit der TV-Werbung für Browsergames anfangen. Dieses Segment hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich schon zu einem zweiten „Klingelton-Armageddon“ entwickelt. TV-Werbung für Browsergames sieht man einfach extrem häufig, speziell zu späterer Stunde.

Im Internet ist das ähnlich, denn vor allem das mittlerweile sehr beliebte Retargeting hat dazu geführt, dass man von Bannern verfolgt wird, wenn man sich eine Seite zu diesem Thema im Web angeschaut hat. Das kann nerven, ist aber aus der Sicht der Vermarktung legitim.

Diese Legitimität gilt übrigens auch für die zahlreichen Websites, die Browsergames vorstellen und rezensieren. Im Rahmen meiner Recherchen bin ich mit http://browserspiele.fm auf ein ganz besonders lustiges Exemplar gestoßen, weil eines der dort vorgestellten Spiele auf den „schönen“ Namen „Pennergame 2 Promille“ hört. Rein objektiv betrachtet auf jeden Fall einen echten Eyecatcher, wenn auch auf zweifelhaftem Niveau. Doch das nur am Rande.

Content Marketing, auch bei Browsergames!

Grundsätzlich geht es darum, wie man es mit einem Browsergame schafft, eine lebendige Community zu erzeugen. Gründe dafür kann es viele geben: Wer zum Beispiel ein erfolgreiches Browserspiel auf den Markt wirft, der will davon vielleicht auch Ableger produzieren. Echte Nachfolger bieten sich nicht wirklich an, weil ein Browserspiel ja im Prinzip ohne Ende immer weiter laufen kann.

Wo kein Ende ist, kann es logischerweise also auch keine Fortsetzung geben. Doch wenn man sich das schon oben genannte Beispiel von Facebook vor Augen führt, wird deutlich, warum eine Community zu einem (Social) Browsergame so verführerisch ist. Besonders auf sozialen Netzwerken lassen sich so Gemeinschaften heranzüchten, die zu einem späteren Zeitpunkt immer wieder reaktiviert werden können.

Der klassische Gamer ist immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Wer also auf Facebook (oder wo auch immer) in die Fänge eines Browserspiels geraten ist, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dabei bleiben. Dabei geht es nicht darum, bei den Spielerinnen und Spielern eine Sucht zu erzeugen. Wichtiger ist es auch hier, mit gutem Content Marketing (ja, richtig gelesen) dafür zu sorgen, dass ein Browsergame noch erfolgreicher wird.

Erlebniswelten mit Mehrwerten und Vorteilen

Was aber hat nun Content Marketing mit dem Thema Community Building über Browsergames zu tun? Eine Menge. Das Browsergame an sich ist nichts anderes als Content. Viele Leute aus der Online Marketing Branche neigen dieser Tage dazu, vornehmlich Texte als Content zu bezeichnen. Dabei werden Videos, (interaktive) Infografiken, eBooks, White Papers, Newsletter und andere Inhalte zu denen dann auch die Browsergames zählen müssen, gern ausgeblendet.

Insofern gelten für Browserspiele also die gleichen Vermarktungsansprüche wie für Content. Ist das Spiel langweilig, dann wird es scheitern. Ist es gut, funktioniert aber nicht richtig, wird es ebenfalls scheitern. Gelingt es den Betreibern nicht, durch zusätzliche Inhalte und Mehrwerte für eine virale Verbreitung des Browsergames zu sorgen, gehen schnell die Lichter aus.

Das mag bei der Fülle der Spiele nicht besorgniserregend sein. Dennoch ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, Zeit und Geld in Projekte zu stecken, die dann später mangels Erfolg eingestampft werden. Schlimmer noch: Bereits aufgebaute Communities verschwinden im Nirwana, weil sie nicht mehr gepflegt werden. Und da helfen dann auch Rezensions-Portale wie das weiter oben erwähnte nicht mehr – wenn das Browserspiel weg ist, bleibt es meistens auch weg.

Klasse schlägt Masse

Es ist also nicht sinnvoll, Wegwerf- oder Billigware zu produzieren. Nachhaltiges Content Marketing sollte auch für Browsergames gelten. Wer in diesem Bereich eine Community aufbauen will, muss meiner Ansicht nach zwingend auf soziale Netzwerke setzen. Facebook ist hier ganz klarer Favorit, wobei auch die Fokussierung auf Foren und Blogs sinnvoll sein kann.

Nicht nur das Browsergame muss vermarktet werden. Es geht in erster Linie darum, neue und bestehende User zu halten. Diese Nutzerinnen und Nutzer können dann als Multiplikatoren agieren, indem sie zum Beispiel neue High Scores twittern oder auf Facebook teilen. Dieses Prinzip verhalf damals schon FarmVille und MafiaWars auf Facebook zu sehr großen Erfolgen.

Bei der Pflege der Community muss vorsichtig agiert werden. Zu viel „Vermarktung“ kann auch einen negativen Trend lostreten, der dann nicht mehr zielführend ist. Interne Belohnungssysteme, wie man sie aus den Browsergames kennt, funktionieren gut, wenn man auf der Facebook Page eines Spiels entsprechende Apps zur Verfügung stellt. Auch in diesem Bereich ist so leichter, neue Anhänger zu finden als sie zu halten.

Fazit

Nachdem man eine Community für ein Browsergame aufgebaut hat, muss diese Gemeinschaft wie alle anderen Fan Bases auch gepflegt werden. Es ist dann möglich, auf andere Browsergames hinzuweisen, die sich in einem themenverwandten Bereich abspielen. Grundsätzlich gelten hier die gleichen Gesetze wie bei allen anderen Communities.

Vorteil von Facebook ist, dass man hier zusätzlich zu einer herkömmlichen Seite für das Spiel auch eine geschlossene Gruppe gründen kann, auf der intensive Diskussionen möglich sind. Außerdem lässt sich hier als Betreiber eines Browsergames steuern, wie man mit seinen Leuten umgehen will.

Wer hier und auch auf anderen Kanälen Hilfe anbietet, sich um Spielerinnen, Spieler und Fans kümmert und dafür sorgt, dass besondere Inhalte mit Vorteilen und Mehrwerten stattfinden, der wird diese User zu einem späteren Zeitpunkt leichter auch zu Fans anderer Browsergames machen können oder in andere Communities integrieren können.