Der Bereich des Online Marketings hat sich in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark entwickelt. Heute gibt es neue Berufe, die vor 10 Jahren so niemand erwartet hätte. Und weil es innerhalb der Branche diverse Spezialisierungen gibt, wächst die Nachfrage an Personen, die sich in bestimmten Gebieten besonders gut auskennen. Beim Thema Suchmaschinenoptimierung gibt es nach wie vor viele Quereinsteiger. Ein klassischer Background, geprägt von Marketing, PR und Öffentlichkeitsarbeit ist eine gute Voraussetzung zum Beispiel bei Social Media. Und obwohl es immer mehr Angebote gibt, mit denen man sich mehr oder weniger fundiert ausbilden lassen kann, wächst der Fachkräftemangel – nicht nur im Online Marketing, sondern im gesamten Bereich IT und EDV. Was muss also getan werden, um diesem Mangel effektiv zu begegnen?

Chancen und Risiken auf dem Weg in den digitalen Beruf

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Grundkenntnisse sollten stimmen

Wie gesagt, im Bereich SEO gibt es auch heute noch zahlreiche Quereinsteiger. Dabei handelt es sich oft um Personen, die eigentlich aus einer anderen Richtung kommen (sonst wären sie keine Quereinsteiger). Und diese Richtung muss manchmal überhaupt nichts mit Online Marketing zu tun haben.

So sind mir in den letzten Jahren Leute begegnet, die zum Beispiel Psychologie oder sogar Theologie studiert hatten. Grundsätzlich ist das aus meiner Sicht kein Nachteil, sondern kann sogar sehr hilfreich sein. Prinzipiell ist es immer gut, wenn man analytisches Denken mit strategischen Komponenten verbinden kann.

Strategien werden aus meiner Sicht immer wichtiger. Bei der größer werdenden Anzahl von Angeboten im Internet ist es nicht mehr ausreichend, einfach nur dabei sein zu wollen. Wer sich frühzeitig Gedanken über ein Projekt (egal welcher Größe) macht und auch in der Lage ist, diese Gedanken in einer Strategie und einer Roadmap zu vereinen, wird langfristig erfolgreicher sein.

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Hindernisse und Stolpersteine meistern

Besonders Google sorgt mit seinen immer häufiger werdenden Updates dafür, dass das Planen anspruchsvoller wird. Was nutzt die beste Strategie, wenn eine Änderung bei Google dafür sorgt, dann man spontan umdisponieren muss?

Insofern braucht man im Online Marketing die Fähigkeit, flexibel zu sein. Das bedeutet, Pläne und Strategien kurzfristig sinnvoll umbauen zu können. Andernfalls kann es sein, dass man den Anschluss verliert und sich ein Projekt nicht so entwickelt, wie man es sich zu Anfang vorgestellt hat.

Es läuft also auf den „allgemeinen Spezialisten“ hinaus. Wer Online Marketing beruflich ausüben will, sollte wissen, worauf es ankommt. Nur noch eine Disziplin bedienen zu können ist nicht mehr ausreichend. Selbst wenn man ein Meister in Sachen SEO ist: das reine Erzeugen von Traffic bringt nichts, wenn dieser Traffic auf der Zielseite nicht konvertieren und man das nicht ändern kann.

Differenzierte Ausbildungsmodelle

Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie man sich im Bereich Online Marketing ausbilden lassen und im Optimalfall Karriere machen kann. Das Studium ist dabei eine Variante. Gern gesehen sind mittlerweile aber auch die vielen Möglichkeiten, die man als Trainee wahrnehmen kann.

Traineeships haben sich etabliert. In manchen Unternehmen bilden sie einen geeigneten Berufseinstieg und es gibt Varianten, wo man neben dem Studium als Trainee arbeiten kann. Der Vergleich zum klassischen Ausbildungsberuf ist allerdings nur bedingt passend, denn ein Trainee hat in der Regel einen kürzeren Ausbildungszyklus.

Dennoch ist dieses eine Jahr, denn so oft dauert ein Traineeship in der Regel, grundsätzlich sehr gut geeignet, um in einem Bereich erste Erfahrungen zu sammeln und möglicherweise danach weiter zu studieren. In den meisten Fällen schließt ein Traineeship jedoch an das Studium an.

Echte Studiengänge Mangelware

Problematisch ist auch 2013 noch die Tatsache, dass nur langsam echte Studiengänge etabliert werden, bei denen es wirklich um Online Marketing, SEO oder Social Media geht. Dafür sind diese Disziplinen dann wohl doch noch zu speziell und im Vergleich zu anderen (wie zum Beispiel dem des Programmierers) nicht sehr verbreitet.

In letzter Zeit begegnen mir jedoch immer mehr Versuche, das zu ändern. So bieten Industrie- und Handelskammern immer öfter „Lehrgänge“ an. Auch die AFS in Berlin (Akademie für Suchmaschinenoptimierung) kann als Vorreiter bezeichnet werden. Und an manchen Universitäten wird das Thema auch stärker bedacht als noch vor ein paar Jahren.

Dennoch muss man, wenn man sich Angebote anschaut, eine kritische Analyse durchführen. Problem: die Qualität der Ausbildung für einen Beruf im Online Marketing kann nur so gut sein wie der Dozent oder die Dozentin. Holt man sich als „Ausbilder“ hier geeignete Kompetenzen ins Haus, dann ist das eine gute Sache.

Internet wird wichtiger

Dass das digitale Zeitalter mit all seinen neuen Möglichkeiten, Chancen und Anbietern immer mehr in den Vordergrund rückt, sollte klar sein. Denn selbst wenn eine Person nicht unmittelbar in einem digitalen Unternehmen beschäftigt ist – heutzutage bieten Firmen wie Zalando aufgrund von Lagern, die bereitgestellt werden müssen, auch Berufe an, die eigentlich nichts mit dem Internet zu tun haben.

Damit Unternehmen wie Zalando aber wachsen und erfolgreich agieren können, brauchen sie im Kern auf jeden Fall eine gewisse Anzahl von Menschen, die sich mit den neuen Medien auskennen. Problem: aus meiner Sicht gibt es in Deutschland bisher noch keine Ansätze, die nachhaltig genug sind, auf einen drohenden Fachkräftemangel zu reagieren.

So herrscht in manchen Universitäten scheinbar auch heute noch ein Denken, wie es vor 25 Jahren angebracht war. Wer aber als junger Mensch im Online Marketing arbeiten und Karriere machen will, ist ein Stück weit auf bessere Angebote angewiesen. Was in vielen anderen Berufsbildern funktioniert, hat sich im Online Marketing noch nicht durchgesetzt.

Stimmen die Voraussetzungen?

Was allerdings auch bei Berufen, die sich mittelbar oder unmittelbar mit SEO, Social Media oder Online Marketing generell befassen, nach wie vor extrem wichtig bleibt, sind die grundsätzlichen Fähigkeiten, die man als junger Mensch mitbringen sollte.

Hier ist aus meiner Sicht das Bildungssystem insgesamt gefragt. Traditionelle Vorgehensweisen können richtig sein, müssen aber auf den Prüfstand. Wer es nicht schafft, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen, wird möglicherweise Probleme bekommen, denn: Fachkräftemangel in der IT Branche ist schon heute eine Gefahr, die sich in den kommenden Jahren verschärfen kann.

Aus meiner Sicht ist die Politik in diesem Punkt gefragt. Es müssen mehr Angebote geschaffen werden, damit ein Fachkräftemangel abgewendet oder zumindest abgeschwächt werden kann. Möglicherweise sind aber auch Branchenverbände wie der BVDW gefragt, „Nachwuchsprogramme“ zu starten. Den Versuch wäre es auf jeden Fall wert.