Moderner Linkaufbau hat zahlreiche Facetten und es gibt mittlerweile unendlich viele Wege, um ans Ziel zu kommen. Das geht von ganz konventionellen Methoden wie nicht-reziprokem Linktausch über Linkbaits bis hin zum noch relativ neuen Bereich mit dem schönen Titel „Social Link Building“. Eine recht ungewöhnliche Herangehensweise im Bereich Linkaufbau allerdings ist das „Broken Link Building“. Doch was genau ist das und wie geht man am besten vor?

Beim „Broken Link Building“ geht es im Grundsatz darum, Seiten zu finden, die nicht mehr erreichbar sind oder gelöscht wurden. Was auch immer der Grund für das Verschwinden ist: Wenn es Seite einen 404er Code zurückgibt, dann ist sie quasi von der Bildfläche verschwunden. Dass sie verschwunden ist, bedeutet aber nicht auch automatisch, dass keine Links mehr auf diese Seite verweisen. Und genau hier setzt das Prinzip an.

Recherche zahlt sich aus

Um beim Thema „Broken Link Building“ effektiv voranzukommen und Benefits zu mitnehmen zu können, muss man ein wenig Vorarbeit leisten. Das bedeutet, dass man im ersten Schritt Seiten „finden“ muss, die nicht mehr da sind. Klingt ein wenig paradox, aber mit den richtigen Werkzeugen klappt das. Ein ganz einfaches Tool, um solche Seiten zu finden, ist Xenu. Das Tool kann eine komplette Domain durchforsten und dort Seiten (bzw. interne Links auf diese Seiten) finden, die nicht mehr da sind („Broken Links“ eben). Um mit Xenu zu arbeiten, sollte man sich also vorab etwas Futter besorgen. Hierfür eignen sich zum Beispiel Websites oder Blogs, die offensichtlich schon länger nicht mehr einem Update unterzogen wurden.

Ressourcen, um solche Projekte zu finden, gibt es ja reichlich. DMOZ sei hier nur ein Beispiel. Die Recherche ist natürlich etwas aufwändig und hauptsächlich durch Handarbeit zu bewältigen. Aber es gibt zunächst auch nicht um die Masse, sondern darum, passende Websites zu finden, die über entsprechende Unterseiten verfügen. Nehmen wir also an, wir suchen ein paar Websites heraus und prüfen sie alle mit Xenu. Das geht schön automatisch (weil Software) und ergibt dann im besten Fall einige URLs zu Unterseiten, die nicht mehr vorhanden sind, auf die aber dennoch interne Links verweisen. Das bringt im ersten Schritt nichts, denn diese Seiten müssen sinnigerweise noch darauf geprüft werden, ob sie auch externe Links haben. Links also von Webseiten Dritter, die die (ehemaligen) Infos entsprechend als verlinkungswürdig erachtet hatten.

„Broken Links“ und deren Bewertung

Jetzt haben wir nach der Liste der eigentlichen Domains und den entsprechenden Unterseiten auch eine Aufstellung, welche externen Verlinkungen noch bestehen. Diese Links sind die „Broken Links“, die es jetzt zu nutzen gilt. Um diese externen Links zu finden und zu analysieren, eignet sich z. B. ein einfaches Tool wie SEOquake. Aber auch mit anderen Tools sollte man hier zu entsprechenden Ergebnissen kommen. Die Analyse der noch vorhandenen Backlinks ist wichtig, weil man nur so herausfinden kann, ob sie diese Links überhaupt für die eigenen Zwecke eignen. Hier ist jeder selbst gefragt, mit entsprechenden Metriken die Güte der Links zu bewerten.

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Im nächsten Schritt gilt es, die ursprünglichen Inhalte der verschwundenen Seiten zu ermitteln. Das ist sehr wichtig, um bei der anschließenden eigentlichen Aufgabe (nämlich dem tatsächlichen „Broken Link Building“) möglichst erfolgreich zu sein. Internet-Archive wie Archive.org können da behilflich sein. Im Prinzip sollte man so viele alte Inhalte wie möglich versuchen, wiederzufinden. Je passender die neue Seite, die man im Anschluss erstellt, ist (ja, auch diese Arbeit muss man sich machen, denn sonst sind die Erfolgschancen geringer), desto höher ist die Chance, dass die „Broken Links“ von den noch aktuell verlinkenden Personen/Websites geändert werden und dann auf die neue Seite zeigen.

Mit alten Links zu neuen Erfolgen

Und so kommt man nach der Pflicht (also dem Finden der verschwundenen Seiten, deren Nachbau und dem Ermitteln der noch bestehenden Backlinks) zur eigentlichen Aufgabe, der Kür. Jetzt geht es darum, die entsprechenden Webmaster darauf aufmerksam zu machen, dass sie auf eine Website verlinken, die nicht mehr da ist. Gleichzeitig muss man deutlich machen, dass es eine neue Website gibt, auf der die ehemaligen Inhalte zu finden sind. Und auf diese Website sollen die ehemaligen „Broken Links“ nun neu verweisen. Dieser Teil des „Broken Link Buildings“ ist sicherlich eine der anspruchsvollsten Aufgaben, geht es doch darum, Webmaster davon zu überzeugen, dass es sinnvoll, bestehende Links auf deren Websites zu ändern oder ändern zu lassen.

Das Thema „Outreach“ ist hier kritisch und auf jeden Fall sind die bekannten Verhaltensweisen zu beachten. Man kennt das aus eigener Erfahrung, denn jeder, der eine gut laufende Website hat, wird die häufig wiederkehrenden Anfragen z. B. für einen Linktausch kennen. Wie man nun genau auf die Webmaster mit den „Broken Links“ zugeht, dafür gibt es meines Erachtens kein Patentrezept. Vielmehr sollte das von Quelle zu Quelle unterschiedlich betrachtet und gehandhabt werden. Bestimmte Voraussetzungen (z. B. eine passende Kontaktaufnahme, höfliche Umgangsformen, korrekte Rechtschreibung, etc.) sind in meinen Augen Pflicht und sorgen für möglichst gut Erfolge. Alle anderen Faktoren sollten wie gesagt gern von Fall zu Fall entschieden werden.