Branchenbücher haben in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung verloren. Hintergrund sind die Bestrebungen von Google, seine Suchergebnisse besser zu machen. Unter “besser” versteht Google, vornehmlich Seiten mit solchen Inhalten zu bevorzugen, die einen Mehrwert bieten. Branchenbücher gehören da aus Googles Sicht eigentlich nicht so richtig dazu. Schließlich werden vorhandene Daten einfach nur neu zusammen- und entsprechend dargestellt. Und das ist nicht so richtig innovativ und einen Mehrwert bietet es, wenn man Google glaubt, auch nicht so richtig. Allerdings gibt es bei dieser einfachen Anschauung ein Problem, denn die lokale Suche wird immer wichtiger. Google selbst ist natürlich das größte Branchenbuch weltweit, aber um eine gewisse Relevanz zu bestimmen, bedarf es manchmal schlicht und ergreifend weiterer Quellen, die eine bestimmte Meinung verifizieren könnten. Erlebt das gute alte Branchenbuch dank der immer wichtiger werdenden lokalen Suche als eine Renaissance?

Branchenbücher im Online Marketing Mix?

Branchenbücher seit Ewigkeiten bekannt

Seien wir ehrlich: so richtig weg war das Prinzip Branchenbuch nie weg vom Fenster. Okay, das Sammeln bekannter Daten und das anschließende Ausspielen in einer schicken Verpackung ist nicht wirklich bemerkenswert.

Trotzdem sind Branchenbücher seit Jahrzehnten – vermutlich seit es das Telefon gibt – eine feste Größe. Dementsprechend können sie nicht ganz irrelevant sein. Und das weiß natürlich auch Google. Auch wenn solche Portale wie Gelbe Seiten bei uns oder Yellow Pages in den USA eigentlich im Weg sind: einen Blick darauf werfen muss sogar Google.

In ganz normalen Branchenbüchern stecken teilweise echte Datenschätze. Und selbst wenn Google diese Daten nicht zwingend selbst alle rausziehen und verwenden will – geht es um die lokale Suche, dann ist der Eintrag in einem hochwertigen Branchenbuch zumindest einer von zahlreichen Rankingfaktoren.

Bessere Rankings in der lokalen Suche?

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Zugegeben, es gibt sehr viele mehr Rankingfaktoren für die lokale Suche. Erst 2012 gab es eine große Umfrage unter internationalen SEOs. Aus dieser Umfrage ging dann ein Ranking hervor, dass sich teilweise auch schon auf Google+ bezog. Was übrigens eine schöne Überleitung ist…

Google+ Local ist das, was Google aus seinen Places gemacht und aktuell immer noch macht. Die zahlreichen lokalen Daten, die Google jahrelang über Google Places gesammelt hat, fließen jetzt nach und nach in Google+ Local ein. Ziel: noch mehr Inhalte auf Google+ zu aggregieren und damit dafür zu sorgen, dass Google+ noch attraktiver wird und weiter wächst.

Dieser Plan geht auf. Erst kürzlich wurden neue Zahlen veröffentlicht. Aus diesen Geht hervor: immer mehr User besuchen zumindest die Websites von Google+. Das spricht noch nicht zwingend für Interaktionen und neue Mitglieder. Aber das soziale Netzwerk an sich bekommt mehr Aufmerksamkeit.

Das Branchenbuch als Informationsquelle

Branchenbücher sind, wenn man ganz simpel denkt, im Prinzip auch kleine soziale Netzwerke mit Unterkategorien. Klar, es fehlen integrale Bestandteile und wenn man genauer überlegt, trifft die Aussage wirklich nur in einem sehr kleinen Umfang zu.

Dennoch: Branchenbücher sind Orte im Web, an denen sich Menschen über Firmen informieren. Und sei es, dass sie nur die Telefonnummer erfahren wollen. Auch bei Google+ Local erfahre ich die Telefonnummer des Schlachters um die Ecke.

Dazu kommen dann noch viele andere Informationen. URL, weiterführende Informationen, Öffnungszeiten und so weiter. Von Google Places und Google+ Local kennt man das. Bei Branchenbüchern gab es oft weniger Infos. Bei Anschrift und Telefonnummer ist oft schon Schluss.

Externe Faktoren zum Abgleich

Google bietet da deutlich mehr. Und trotzdem: wenn es um die lokale Suche geht, dann kann es auf jeden Fall nicht schaden, wenn man sein ortsansässiges Unternehmen zumindest in den großen Branchenbüchern vertreten weiß.

So viele gibt es davon auch nicht mehr. Klar sollte aber auch sein: selbst wenn Branchenbücher für die lokale Suchmaschinenoptimierung immer noch sinnvoll sein können, darf man es auf keinen Fall übertreiben.

Wie immer im Bereich SEO macht es die Mischung. Bekannt Branchenbücher, die von Google immer noch als sinnvoll erkannt und somit auch gelistet werden, gehören nach wie vor in den Marketing Mix. Aber das Wort “Mix” lässt eben erkennen, dass es sich nur um eine Komponente handelt.

Qualität zahlt sich immer aus

Und wo wir schon mal dabei sind: auch Einträge in Branchenbüchern müssen einen gewissen Qualitätsanspruch haben. Aus der Sicht der lokalen Suchmaschinenoptimierung heißt das, dass man wie auch bei Google+ und/oder Google+ Local versuchen sollte, möglichst viele Informationen in einem Branchenbuch abzuladen.

Das heißt auch, dass es zu variieren gilt. Copy and Paste ist nicht der richtige Weg. Für unterschiedliche zukünftige Quellen sollten unterschiedliche Inhalte geschaffen werden. Schließlich sieht das auch Google.

Selbst wenn der Eintrag in Branchenbücher nur ein (kleiner) Teil in der Strategie bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung ist, kann es doch sein, dass genau das am Ende mal den Ausschlag gibt, wenn es um ein besseres Ranking geht.

Lokale Suche betrifft nicht nur Google

Übrigens: auch in Sachen Social Media könnten qualitativ hochwertige Branchenbücher künftig wieder spannend werden. Facebook ist aktuell dabei, seine Graph Search immer weiter auszurollen. Auch bei der Graph Search geht es natürlich um lokale Unternehmen, die dort entsprechend gut gefunden werden können. Oder eben nicht.

Google ist nicht der einzige Konzern, der seine Crawler durch das WWW jagt und Informationen einsammelt. Auch Facebook hat solche kleinen Helfer. Die Menge der Daten ist zum jetzigen Zeitpunkt meiner Ansicht nach noch nicht so groß wie bei Google. Aber das kann noch kommen.

Wichtig ist, dass man auf Qualität achtet. Nicht nur auf der eigenen Website – auch überall dort, wo man auf sie aufmerksam macht. Die lokale Suche wir immer wichtiger. Und ganz gleich, wo nun gesucht wird, ob via Google oder auf Facebook: wer lokal aktiv ist und gefunden werden soll, der muss alle Register ziehen, um erfolgreich zu sein. Und wenn eine Handvoll Branchenbucheinträge dazu beitragen, dann kann das auf keinen Fall schlecht sein.