Die GEMA und YouTube, eine unendliche Geschichte. Seit langem streiten sich beide Parteien und die von der GEMA vertretenden Künstler um eine vernünftige Lösung. Der richtige Umgang mit den Rechten ist die eine Seite, einen bis dahin adäquaten Kompromiss zu finden die andere. Sperrungen von Videos sind auf jeden Fall keine Alternative. Jetzt gibt es tatsächlich ein wenig Licht am Ende des Tunnels: Eine von YouTube zur Verfügung gestellte eigene Musiksammlung. Doch wie gut ist dieses Musikmaterial? Wird das die tatsächliche Lösung sein, die alle User zufrieden stellen wird? In der neuen Audiobibliothek kann man aus 150 Tracks auswählen und seine eigenen Video so musikalisch untermalen. Sie lassen sich kostenlos downloaden, einzige Bedingung: Die Tracks dürfen nur in Verbindung mit einem hochgeladenen Video verwendet werden und eben nicht für andere Zwecke.

Beendet neue Audiobibliothek Sperrungen auf YouTube?

Eigene Audiobibliothek

Selbstverständlich dürfte auch sein, mit einem solchen Track kein illegalen Inhalt zu untermalen. Kann dadurch die Diskussion eingedämmt werden? Zumindest hat man sich bei YouTube Gedanken gemacht.

Ob damit die Sperrungen weniger werden, ist eher unwahrscheinlich. Manche Sperrungen sind zudem auch nicht unbedingt nachvollziehbar oder werden zumindest nicht provoziert.

Dabei geht es nicht um eindeutig mit lizenzierter Musik untermalten Filmchen, sondern – wie einige Beispiel zeigen – auch um offensichtlich beiläufig oder eher zufällige Musik, die im Video-Hintergrund zu hören ist.

Was helfen kann

Weite Kreise in der Netzgemeinde zog die Aufnahme eines Meteoritenabsturzes in Russland. Im Hintergrund hörte man leise Musik aus dem Radio. Grund genug für YouTube, den Film prompt zu sperren, bzw. sperren zu müssen. Hierzulande war das Video zum Beispiel von vornherein gar nicht zu sehen.

Allzu häufig kommt es jedoch vor, dass die Sperrungen nachzuvollziehen sind, weil sich YouTuber ungefragt Musik zur Untermalung bedienen. Natürlich gibt es auch alternative Webseiten, die sich dem Problem unkompliziert stellen und eine so genannte CC-Lizenz anbieten für die nichtkommerzielle Nutzung.

Ohne Haken ist aber dort die Nutzung von Tracks mitunter nicht, doch immerhin wird eine Garantie dafür gegeben, dass nach dem Erwerb der Lizenz mit keinen weiteren Ansprüche seitens einer Verwertungsgesellschaft wie der GEMA zu rechnen ist.

Alternative zur GEMA

Wer für die Musikuntermalung nicht zahlen und auf der sicheren Seite sein möchte, der bedient sich in der Audiobibliothek von YouTube. Anspruchsvolle Tracks kann man jedoch dort aber nicht unbedingt erwarten.

Die ewige Diskussion zwischen YouTube und GEMA wird also auf jeden Fall weitergehen. Einen Lichtblick gibt es aber auch in Sachen GEMA-Alternative.

Über Crowdfunding hat sich eine neue eigene Verwertungsgesellschaft gegründet, die freie Organisation C3S, Cultural Commons Collecting Society. Es bleibt spannend in der Netzgemeinde.