Deutsche und internationale Kreditinstitute haben ein Problem mit Social Media und nutzen diesen Marketing-Kanal nicht ausreichend oder sogar falsch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Schweizer Studie und listet zusätzlich die Mängel auf. Von 50 im Rahmen der Studie untersuchten Großbanken hätten nur etwas mehr als 30% wirklich sinnvoll im Social Web Fuß gefasst. Doch woran liegt das?

Viele Banken ohne Strategie

Laut Studie fehlt es bei vielen Banken schlicht und ergreifend an einer guten und funktionierenden Strategie, um bei Facebook, Google+, Twitter und Co. zu punkten. Viele künftige potenzielle Kunden würden den Banken damit verloren gehen.

Banken mögen Social Media nicht

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Weiteres Problem: Einige der untersuchten Kreditinstitute beachten Social Media nicht richtig. Dabei wird in sozialen Netzwerken auch über Finanzdienstleistungen gesprochen. Hier kann man als Bank auf aktuelle Entwicklungen einwirken, wenn mann denn eine Strategie hat.

Keine Ressourcen für Social Media

Ist das nicht der Fall, dann drohen Wettbewerbsnachteile. Wie die Studie herausgefunden hat, investieren große Banken nicht ausreichend in Social Media – das Thema wird eher stiefmütterlich behandelt und es gibt oft keine eigenen Abteilungen, die sich damit befassen. Meist ist Social Media „irgendwo“ im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und/oder PR angesiedelt. Das reiche laut Studie allerdings nicht aus, um auf die aktuellen Entwicklungen adäquat reagieren zu können.

Nur etwas mehr als 30% mit sinnvollen Maßnahmen

Nur 16 von 50 Banken können laut Studie mit einer funktionierenden Social Media Strategie aufwarten und das sei eindeutig zu wenig, heißt es. Vor allem in Sachen Facebook gibt es Nachholbedarf. Das Potenzial des weltweit größten sozialen Netzwerks werde von den meisten Banken ignoriert. Viele Banken wissen laut Studie grundsätzlich nicht, wie Social Media genau funktioniert.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Es gibt aber auch lobende Ausnahmen, darunter zum Beispiel die Deutsche Bank. Gemeinsam mit der New Yorker Citibank, der spanischen BBVA und der National Australia Bank zeige das größte deutsche Kreditinstitut, wie man als Finanzdienstleister Social Media bei Facebook und Co. sinnvoll einsetzen kann.

Wie man es besser macht

Mein Tipp: Auch für Banken ist es sinnvoll, sich in sozialen Netzwerken zu engagieren. Wenn möglich, sollten alle relevanten Netzwerke mit passenden Inhalten bespielt werden, ohne Social Crossposting exzessiv einzusetzen. Der Aufbau einer themenrelevanten Community sollte am Anfang einer jeden Strategie stehen. Danach kann man mit entsprechenden Aktionen beginnen, die gewonnene Reichweite zu nutzen und mittel- bis langfristig nachhaltig zu vergößern. Auch Ratgeber zu Bank- und Finanzthemen kommen bei themenaffinen Nutzern gut an und stärken das Vertrauen in das jeweilige Unternehmen.

Wie in vielen anderen Bereichen sind auch Banken in Sachen Kreativität gefragt, wenn sie in sozialen Netzwerken punkten wollen. Die Bedingungen haben sich geändert und alte Rezepte funktionieren nicht mehr. Hier sind neue und innovative Konzepte gefragt.