Von Amazon war kürzlich zu lesen, dass ein eigener TV-Sender kommen soll. Und es scheint, als wäre es „the next big thing“ beim Versandhändler, ganz im Gegenteil zu einem ähnlichen Ansatz von Google. Google TV hat sich in den letzten Jahren so gut wie kaum herumgesprochen und beschränkt sich bisher auf Android in der Version 3.2 – doch das soll sich nun ändern. Nach den Plänen von Google soll aus Google TV in Kürze Android TV werden und im ersten Schritt ist ein Update zumindest im Gespräch. Von einigen Google-Mitarbeitern ist bekannt, dass sie ihre Berufsbezeichnungen schon geändert haben sollen. Auch die geänderte Produktbezeichnung „Android TV“ ist zwar auf den ersten Blick schick, dennoch aber keines der wirklich wichtigen Verkaufsargumente. In erster Linie will Google innovativ sein und dafür sorgen, dass Google TV mit der Änderung zu Android TV doch noch zu einem Erfolg wird und man sich Anteile im TV-Geschäft sichern kann. Doch wie genau will Google das machen?

Android TV soll Google TV ablösen

Keine Erfolgsmeldungen

Rückblick: In der Wertschöpfungskette fingen die Probleme bereits bei den Anbietern von Inhalten an. TV-Produktionsfirmen sahen kaum Notwendigkeit, für Google TV zu werben oder den Kanal nach vorn zu bringen.

Google TV war einfach zu unattraktiv und nur eingeschränkt nutzbar. Das gleiche Problem hatten App-Entwickler, da die Apps nicht immer kompatibel waren.

Es hakte also an vielen Ecken. Kein Wunder, dass Google TV bisher kein Erfolg war und dass irgendwann gehandelt werden musste.

Chaos bei Google

Für TV-Geräte brauchte es zum Beispiel einen Stick, den einige Hersteller im Angebot hatten. Das Problem: Man musste genau wissen, wie diese Sticks hießen, um Google TV nutzen zu können. Bei Sony war es beispielsweise der Bravia Stick. Um also dauerhaft mit dem TV-Konzept erfolgreich zu sein, bedarf es einer Komplettlösung. Eine von Sony angebotene Box fiel bei den Kunden teilweise durch und war auch preislich zu teuer.

Da ist eine einfache Namensfindung nur das geringste Problem, es muss Ordnung ins Chaos. Ganz deutlich konnte man den drohenden Misserfolg schon sehr früh an den schlechten Verkaufszahlen ablesen und Google hat hier nur sehr langsam reagiert.

Ein Grund für die Zurückhaltung bei der Produktentwicklung war möglicherweise auch die schlechte Kommunikationspolitik. Die Verkaufszahlen wurden weder von Google noch von seinen Partnern offiziell bekannt gegeben.

Nachbesserungsbedarf

Aufgrund der Zahlen der verkauften Apps für Google TV war dies aber „durch die Hintertür“ herauszufinden. Und auch wenn sich die Zahl von einer Million gigantisch anhört, so kann nicht davon ausgegangen werden, dass auch wirklich alle Käufer die App tatsächlich genutzt haben.

Die Netzgemeinde fragt sich angesichts solcher Entwicklungen, warum Google die Probleme nicht schon längst erkannt hat. So nutzt Googles neuestes Tablet Android 4.3, Google TV aber läuft maximal bis zur Version 3.2. Es herrscht also Nachholbedarf.

Die Umbenennung auf Android TV soll nun die Kehrtwende bringen. Zumindest signalisiert Google damit, dass das Betriebssystem in den Vordergrund gestellt werden soll. Und basierend auf diesem Schritt ist das zu erwarten, dass man nicht mit veralteten Versionen hantieren wird.