Das Weihnachtsgeschäft ist in vollem Gange. Und zu den beliebtesten Geschenken gehören immer noch elektronische Artikel. Spielekonsolen, Smartphones, Tablets oder auch eReader stehen hoch im Kurs – und der Onlinehandel boomt. Denn längst nicht jeder quält sich an den Wochenenden durch das Gedrängel, um alle Sachen auf den Wunschzetteln der lieben Familienangehörigen und Freunde brav abhaken zu können. Online-Shopping hat dementsprechend grad zu Weihnachten Hochkonkunktur. Aber warum nicht beides miteinander verbinden, unabhängig davon, ob man nicht ohnehin bei einer Shoppingpause sich mit Smartphone oder Tablet durch die Online-Shops klickt. Die neue Innovation heißt „Pop-Up-Store“ und kommt natürlich aus den USA. In einigen US-amerikanischen Einkaufszentren haben sie sich schon breit gemacht. Amazon geht unter die Leute, direkt dort, wo die Menschenmassen nach Geschenken suchen. Der Online-Versandhändler hat eigene kleine Geschäfte eröffnet, über die man auch gleich bestellen kann. So soll unter anderem der Absatz von Produkten aus der Kindle-Familie angekurbelt werden.

Amazon testet Pop-Up-Stores in Einkaufszentren

Bislang nur Testballons

Ob das den ansässigen Geschäften gefällt? Bislang sind diese „Pop-Up-Stores“ nur Testballons, aber sie könnten bei entsprechendem Erfolg auch zur Dauereinrichtung werden. Eigene Geschäfte in den Innenstädten haben schon einige Hersteller von mobilen Geräten, wie zum Beispiel Apple oder auch Microsoft.

Auch Google möchte natürlich folgen und sich nicht die Blöße geben, den Anschluss an ein vielleicht sehr lukratives Geschäft verpasst zu haben. Deswegen gibt es auch bei uns schon Google-Abteilungen, wie das unter anderem beim Media Markt der Fall ist. Echte eigene Geschäfte, ob nun temporär oder nicht, hat Google aber noch nicht.

In den Pop-Up-Stores von Amazon können Kunden in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre Tablets und eBook Reader aus der Kindle-Famlie testen. Und fachlich geschultes Amazon-Personal berät – wie man das auch von Apple kennt.

Interesse zurückhaltend

Natürlich kann man die Geräte auch gleich kaufen, zum Beispiel über Automaten, die über eine Klappe das Produkt auswerfen. Amazon begründet seine Pop-Up-Stores als Teil einer ausgeklügelten Marketingstrategie. Werbespots tragen ebenfalls dazu bei, dass Kunden auf die temporären Geschäfte aufmerksam werden.

Bislang scheint das Interesse jedoch noch etwas zurückhaltend zu sein, dennoch bleibt Amazon am Ball und drängt in die Einkaufszentren. Das Weihnachtsgeschäft scheint da genau der richtige Zeitpunkt zu sein. Und selbst wenn es nicht so gut klappen sollte, möchte Amazon die Pop-Up-Stores in seiner Strategie weiter berücksichtigen. Es hat sich herausgestellt, dass Kunden erst einmal ihren Kindle in der Hand haben möchten, um den eReader auf seine Funktion zu testen, bevor sie ihn kaufen.

Online geht das so nicht, es sei denn, man bestellt sein Wunschgerät, lässt es nach Hause liefern und tauscht es dann gegebenenfalls um und schickt es zurück. Doch über einen Pop-Up-Store kann man sich diese Mühe sparen. Ob und wann es Pop-Up-Stores von Amazon auch in deutschen Einkaufszentren geben wird, ist bisher noch nicht bekannt. Interessant wäre ein solches Experiment aber auch hierzulande auf jeden Fall.