Amazon stand lange Zeit nur für den Handel mit Büchern. Das ist mittlerweile Geschichte, denn schon lange gibt es dort viel mehr als nur Bücher. Die weltweite Verbreitung des Konzerns steht seit Jahren im Mittelpunkt. Und auch wenn es utopisch klingt, wird es vermutlich Realität: Das Unternehmen macht Fernsehen. Unternehmensgründer Jeff Bezos hat bereits die Weichen dafür gestellt und exklusive Verträge mit Medienkonzernen geschlossen. Dabei ist die Idee und die Beteiligung an den TV-Medien so neu im Grunde nicht. Amazon ist beispielsweise an der Fernsehserie „Under the Dome“ beteiligt. Anders hätte der große Aufwand, der für die Realisierung betrieben wurde, auch nicht finanziert werden können. 3,5 Millionen US-Dollar hat sich CBS die Serie nach dem gleichnamigen Roman von Bestseller-Autor Stephen King kosten lassen. 3,5 US Millionen US-Dollar pro Folge wohlgemerkt! Wohin geht also die Amazon-Reise?

Amazon plant TV-Kanal für Abokunden

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Videostreamgerät sorgt für Empfang

Mittels Videostreamgerät will Amazon mit TV-Inhalten mitmischen. Auf diese Weise bekommt das Unternehmen eine gute Kontrolle über das Sehverhalten der Zuschauer. Ein cleverer Schachzug, kann Amazon so langfristig viel besser auf die Bedürfnisse der Konsumenten reagieren und das Marketing besser ausrichten.

Der TV-Deal ist nicht der einzige Clou des Amazon-Chefs. Vor kurzem sorgte er für Schlagzeilen, als er verlauten ließ, die Washington Post zu kaufen. Die finanziellen Mittel sind da. Nach langen Jahren der roten Zahlen setzte Amazon allein 2012 mit seinem Versand- und Internethandel über 60 Milliarden US-Dollar um.

Eine stolze Summe. Mit relativ viel Geld in der Kriegskasse ist dann das „Shoppen“ von Zeitungen und anderen interessanten Firmen auch deutlich entspannter.

Wichtige Rolle in der Medienwelt

Doch wer jetzt denkt, dass die TV-Absichten des Unternehmens im gesamten Programm nicht weiter auffallen werden, liegt falsch. Amazon ist sich seiner Rolle am Online-Weltmarkt durchaus bewusst und möchte somit auch eine wichtige Rolle in der TV-Welt spielen. Das Streaminggerät, mit dem Amazon senden wird, gibt der Medienlandschaft die entsprechende leicht verdauliche Würze, „Cinnamon“ wird das Gerät intern genannt.

Eine andere Variante ist ebenfalls im Gespräch: „Firetube“, in Anlehnung an das hauseigene Tablet „Kindle Fire“. Wie es heißt, hat sich Amazon die Rechte an dem Namen zumindest in den USA und in Kanada bereits gesichert. Auch der Zeitpunkt könnte nicht spannender sein denn die Einführung ist natürlich zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft geplant.

Der Preis ist allerdings noch nicht bekannt. Bislang hält sich das Unternehmen mit Details zurück und hält die Spannung aufrecht.

Exklusive Sendungen

Medienberichten zufolge will Amazon primär Abokunden für die eigenen TV-Inhalte begeistern. Mit den Senderketten Viacom und PBS gibt es exklusiven Zugang zu Kindersendungen wie SpongeBob, auch sind eigens produzierte Formate des Unternehmens im Gespräch, natürlich auch für erwachsene Zuschauer.

Hoher Anspruch ist dabei selbstverständlich. Das Weihnachtsgeschäft kann kommen und die Auswirkungen von Amazons TV-Ambitionen auf die Fernseh-Märke werden spannend zu beobachten sein.

Als internationaler Player wird Amazon seine Stellung mit diesem Deal auf jeden Fall weiter ausbauen und neben anderen Giganten wie Google oder Facebook weiter wachsen können.