Schlechte Websites sind ein Ärgernis, weil sie das Internet verstopfen. Da draußen gibt es sehr viele Leute, die sich zum Beispiel nicht so gut mit den Suchfunktionen von Google auskennen und deshalb viel zu oft auf Websites landen, die schlecht programmiert wurden oder designtechnisch das Prädikat „Besonders wertvoll. Nicht.“ erhalten sollten. Programmierung und Design sind aber nur zwei Gründe, warum es schlechte Websites gibt. In Einzelfällen mag diese „Schlechtheit“ gewollt sein, dabei kann es sich aber eigentlich nur um gezielte Marketing-Aktionen handeln. Egal – worum geht es? Es geht darum, qualitativ hochwertige Websites abzuliefern. Das ist gar nicht schwer und wer die folgenden 9 Merkmale auf dem Zettel hat, der kann dafür sorgen, dass er (oder sie) das genaue Gegenteil tut. Dann klappt es auch mit der Website. Doch welche 9 Merkmale sind das und wie erkennt man sie schnell und zuverlässig, um sie selbst zu vermeiden?

9 Merkmale, an denen man schlechte Websites erkennt

Bild: © S. Kobold, fotolia.com

1. Oldschool-Webdesign (aus den 1990ern)

Das „aus den 1990ern“ kann man hier gern auch anpassen und durch „2000er“ ersetzen. Fakt ist: Viele schlechte Websites haben ein so furchtbares Design, dass man gar nicht länger als eine Sekunde dort verbringen kann. Entweder klickt man sofort wieder weg oder bleibt wenigstens ein bisschen, um das Dilemma in seinen ganzen Ausmaßen zu „bewundern“.

Solche schlechten Websites haben aber auch noch ein weiteres Problem, denn sie werden in bestimmten Kreisen der Online-Marketing-Branche auch gern für diverse Aktionen herangezogen. Linktausch ist da nur ein Beispiel. Wenn man aber auf den ersten Blick sieht, wie schlecht eine solche Website schon vom Design her ist, wieso sollte das dann bei anderen Faktoren anders sein? Mieses Webdesign ist ein „negatives Qualitätsmerkmal“. Und wer sich jetzt denkt, dass das nicht so tragisch ist, vor allem dann, wenn man als Anfänger mit einem eigenen Blog startet – genau das Gegenteil ist der Fall.

Besonders in der Anfangsphase muss man sich bei potenziellen Lesern (und bei Google) viel Vertrauen erarbeiten. Schlechte Websites haben es da sehr schwer, weil sie letztendlich nicht ernst genommen werden und so vermutlich sogar Potenzial verschwenden, was inhaltlich vorhanden sein kann. Mein Tipp daher: Besser von Anfang an auf ansehnliches und vor allem funktionelles sowie zielführendes Design achten. Hohe Absprungraten und niedrige Verweildauer wirken sich negativ auf das Ranking aus, zwar nur indirekt, aber immerhin.

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2. Verwirrende Navigation

Auch das Thema „Navigation“ hängt natürlich mit dem grundsätzlichen Webdesign zusammen. Bei der Navigation kommt es darauf an, sich auf die wichtigsten Punkte zu beschränken. Schlechte Websites tun das nicht, da wird gern alles in die Navigation gepackt, was der Inhalt hergibt. Das sind oft aber unwichtige oder einfach irrelevante Inhalte, die zwar auf der Website erscheinen müssen (Datenschutzrichtlinie oder Impressum), die aber niemanden so richtig interessieren.

Schlechte Websites hauen alles rein, was da ist. Ein Fehler, denn auch wenn Menschen hochintelligente Wesen sind: Mehr als 6 Elemente auf einer Website-Navigation können sich nur die wenigsten von uns sofort und spontan merken, das haben Tests gezeigt. Dennoch scheinen sich so manche Websites regelrecht untereinander messen zu wollen, wer denn die meisten Kategorien oder Themen in die Navigation pressen kann.

Eine Website muss immer einen zielführenden Zweck haben. Und weil wir alle mit unseren Websites potenzielle Leser (oder auch Kunden!) anlocken wollen, müssen diese Personen auch hauptsächlich im Fokus dessen stehen, was auf einer Website passiert. Mit anderen Worten: Schlechte Websites kümmern sich (oft unabsichtlich, weil es die Inhaber nicht besser wissen) kein bisschen um den Wunsch des Kunden – weil sie diesen Wunsch oft auch nicht richtig kennen. Mein Tipp: Weniger ist mehr. Wer sich auf die wichtigsten Kategorien und Themen konzentriert, verwirrt seine (potenziellen) Leser nicht und sorgt dafür, dass das thematische Spektrum einer Website viel schneller erfasst werden kann.

3. Oberflächliche Texte

Schlechte Websites haben schlechte Texte. Stimmt nicht immer, aber oft. Dabei sollte doch nicht erst seit gestern allen, die sich im Internet als Publisher betätigen, klar sein, dass Content „King“ ist. Okay, ein paar Euro für das Phrasenschwein, weil ich das mit dem „Content“ und dem „King“ geschrieben habe. Grundsätzlich stimmt es aber: Über hochwertige Inhalte definieren sich auch hochwertige Websites.

„Hochwertig“ bleibt in diesem Zusammenhang durchaus kein schwammiges Wort. Wer mit seinen Inhalten (Texte, Videos, etc.) für seine Zielgruppe echte Mehrwerte bietet, der wird erfolgreich sein. Inhalte sind immer dann mehrwertig, wenn sie einer Person aus der Zielgruppe in irgendeiner Form nützlich sind. Löst das Video ein konkretes Problem? Sorgt das Rezept dafür, dass der Braten gelingt? Und sind die Beauty-Tipps von der attraktiven Blondine auf YouTube wirklich so gut, wie sie sagt?

Wenn ja: Super! Wenn nein: Schlechte Website! So einfach ist das und was besonders schön ist… wenn man mal ehrlich ist, dass erkennt so gut wie jede/r von uns solche minderwertigen Inhalte auf den ersten Blick. Problem: Google hat durch seine Unzulänglichkeiten der letzten Jahre selbst dafür gesorgt, dass man oft auch mit schlechten Inhalten und Texten ziemlich weit kam. Doch das wird weniger. Google ist besser geworden. Zwar wird noch längst nicht alles erkannt – aber viel mehr als früher. Insofern besteht Hoffnung – jedoch nicht für schlechte Websites.

4. Fehlende soziale Vernetzung

Facebook ist nicht Social Media. Das versuche ich Leuten immer zu erklären, wenn ihnen außer Facebook kein anderes soziales Netzwerk einfällt. Interessanterweise sind das oft die Leute, die auch der Meinung sind, Google sei das Internet – das ist aber eine andere Geschichte. Fakt ist: Schlechte Websites legen oft keinen Wert darauf, sozial vernetzt zu sein. Da findet man keinen Like-Button und man kann nicht tweeten.

Irgendwie verständlich, denn was sollte man da auch als User weiterverbreiten, wenn zum Beispiel die Inhalte auch schon schlecht sind. Dennoch: Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist das Einbinden von Möglichkeiten, Inhalte in sozialen Netzwerken zu teilen. Das kann auch dann klappen, wenn eine Website vom Design her nicht so gut aufgestellt ist – trotzdem kann der Content toll sein. Und wenn man sich die großen Websites anschaut… dort wird geteilt ohne Ende (lange Inhalte werden übrigens viel mehr geteilt, als das bei kürzerem Content der Fall ist).

Das macht auch Sinn, denn durch das Teilen der Inhalte werden große Seiten noch größer. Aber: Alle diese Seiten haben auch mal klein angefangen. Schlechte Websites fangen klein an und bleiben oft auch klein, eben weil sich unter anderem auch den Punkt mit der sozialen Vernetzung vernachlässigen. Mein Tipp: Es müssen nicht 20 Share-Buttons sein. Facebook, Twitter und Google+ reichen völlig aus. Drei Buttons sind übersichtlich und verwirren die User nicht. Wer den Inhalt in einem anderen sozialen Netzwerk teilen will, der wird das tun – auch ohne einen expliziten Button!

5. Schlechter Schreibstil

Wie heißt es so schön? Das Auge isst mit! Dieser doch schon sehr in die Jahre gekommene Spruch hat im digitalen Zeitalter bedauerlicherweise nichts an Aktualität verloren. Auch Internetseiten müssen sich bemühen, eigene Texte möglichst so zu verfassen, dass man sich als Leser nicht schon nach 15 Wörtern fragen muss, ob jemand am Werk, der niemals gelernt hat, stilsicher zu schreiben. Schlechte Websites erkennt man unter anderem aber genau daran.

Ein schlechter Schreibstil ist zum Glück kein Rankingfaktor, sonst würde Google höchstwahrscheinlich ganz andere Suchergebnisse präsentieren. Zusätzlich muss man natürlich festhalten, dass es auch beim Schreibstil unterschiedliche Geschmäcker gibt. Und weil sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten lässt, scheiden sich bei diesem Punkt die Geister. Allerdings: Es gibt gewisse Normen, die eingehalten werden sollten. Was übrigens ein lustiger Aspekt ist, denn viele schlechte Websites kümmern sich herzlich wenig um solche „Normen“.

Gut oder schlecht? Zumindest in manchen Fällen individuell und einzigartig. Dennoch muss man sich Mühe geben und nur solche Texte abliefern, die für menschliche Konsumenten nicht nur sinngemäß zu erfassen sind, sondern zusätzlich auch noch Spaß machen. Mein Tipp: Wer nicht schreiben kann, unbedingt aber schreiben will, der sollte viel üben und/oder sich Nachhilfe bei einem Profi holen. Journalisten können hier wahre Meister sein – oft tut es aber auch ein gutes Buch, das sich mit journalistischen Techniken und Schreibweisen beschäftigt.

6. Rechtschreib- und Grammatikfehler

Eben hatte ich den Punkt „Rankingfaktor“ am Wickel. Korrekt, ein schlechter Schreibstil ist kein Rankingfaktor. Google ist schließlich immer noch eine Maschine und kann einen von einem Menschen (schlecht) geschriebenen Text nicht so ergründen und bewerten, wie das andere Menschen können. Und Rechtschreibfehler sind auch kein negativer Rankingfaktor, darüber wurde schon viel diskutiert. Aktuell scheint es in der Tat so zu sein, dass Google diese Fehler verzeiht.

Ähnlich verhält sich das mit grammatikalischen Fehlern. Doch ist das ein Grund, sich nicht daran zu halten? Wohl kaum. Eine schlechte Website kann man daran erkennen, dass es dort vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so wimmelt. Wie gesagt, Google mag das verzeihen, die Mehrheit der Leserinnen und Leser meines Erachtens aber nicht. Es ist so ähnlich wie mit dem „guten Eindruck“: Wer es nicht schafft, einen solchen Eindruck auf globaler Ebene für seine komplette Website zu erzeugen, wird auf Dauer scheitern.

Korrekte Rechtschreibung und die richtige Anwendung der deutschen Grammatik kann man lernen. Sind die Betreiber von schlechten Websites also einfach nur faul? Das kann ich nicht beurteilen, schließlich mag das Vorkommen solcher Fehler ja auch andere Ursachen haben. Ich persönlich empfinde einen Text jedoch insgesamt als schwer verdaulich, wenn in jedem dritten Wort ein Fehler steckt, Kommata falsch gesetzt sind und der Satzbau nicht stimmt. Ob ich da zu pingelig bin? Auf keinen Fall – und deswegen auch mein Tipp: Lieber einen Text doppelt überprüfen, als haufenweise Fehler zu machen. Und damit wir uns nicht missverstehen – ich rede nicht davon, dass hier und da mal ein Fehler auftaucht. Ich spreche davon, dass ein Text komplett unzugänglich ist, eben aus den genannten Gründen.

7. Fehlende Standards

Usability ist auch so ein Thema, dass von vielen Leuten scheinbar komplett ausgeblendet wird. So sehe ich täglich technisch zwar gut gemachte Websites, die die User aber kein bisschen an die Hand nehmen und im Gegenteil für sehr große Verwirrung sorgen. Auch das zeichnet eine schlechte Website aus: Die Unfähigkeit, einen Besucher so zu lenken, so dass dieser den größtmöglichen Nutzen hat. Vor allem bei Online-Shops ist das ein großes Problem, denn besonders bei dieser Gattung von Websites leidet die Conversion ganz erheblich, wenn die Usability schlecht ist.

Dabei gibt es diverse Standards, die sich (auch im Webdesign) in den letzten 15 Jahren etabliert haben. Zwar ändert sich laufend etwas und es kommen neue Elemente und Trends hinzu. Flat und Responsive Design sind zwei dieser Trends, die seit letztem Jahr in aller Munde sind. Dennoch gibt es Faktoren, die auch 1999 schon gut waren und solche, die auch damals schon schlecht waren. So bin ich erst heute wieder auf einige Websites gestoßen, die das Logo oben rechts eingebaut, den Warenkorb links in der Mitte auf halbem Weg nach unten platziert hatten und wo es sich das Eingabefeld für die interne Suchfunktion links oben gemütlich gemacht hatte.

Die Nutzerinnen und Nutzer haben mittlerweile gelernt, wo bestimmte Elemente einer Website hingehören. Oft machen es die Großen vor – Amazon oder eBay, Google oder Apple. In vielen Fällen sind es aber auch Trends, die sich letztendlich etablieren und dann dafür sorgen, dass die Dinge so sind, wie sie eben sind. Dem sollte man sich nicht immer anschließen – stellt man aber fest, dass ein sehr großer Teil anderer Websites einem Trend folgt, dass ist es auf jeden Fall sinnvoll, mal über eine Adaption nachzudenken. Schlechte Websites tun das oft nicht und verharren in „altbewährten“ Mustern. Mein Tipp: Nicht zwingend jeder Sau hinterherlaufen, die durch das digitale Dorf getrieben wird, aber trotzdem Ohren und Augen aufhalten und reagieren, wenn sich ein Trend manifestiert.

8. Miese Ladezeiten

Schlechte Websites haben oft auch schlechte Ladezeiten. Ich will das hier nicht pauschalisieren, bemerke aber doch immer wieder, dass auch dieser Fehler mit einigen oder allen der schon genannten Problemen mehr oder weniger zusammenhängt. Zufall? Wohl kaum. Die fehlende Sorgfalt, die zum Beispiel beim Webdesign zu erkennen ist, wirkt sich immer wieder auch auf technischer Ebene aus. Und miese Ladzeiten haben oft sehr viel mit Technik zu tun.

Natürlich auch mit Design, keine Frage: Wer seine Website mit sinnlosen Hintergrund-Bildern und –Melodien ausstattet, der mutet seinen Usern schon eine ganze Menge zu. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer (un)gern an die Zeiten, als es MySpace noch gab. Auch da wurde ohne Rücksicht auf Verluste eingebunden, bis man schon gar keine eigentliche Website mehr erkennen konnte. Viele User fanden das damals toll. Heute gibt es MySpace faktisch aber nicht mehr, es spielt zumindest keine Rolle. Andere soziale Netzwerke wie Facebook, die mit einem viel klareren Design daherkommen, haben MySpace abgelöst. Zufall?

Wohl kaum, denn die Seiten von Facebook werden sehr zügig ausgeliefert. Zu schlechten Ladezeiten kann es also gar nicht erst kommen, allein schon weil man als User nicht so viele (oder besser gesagt, gar keine) eigenen Elemente platzieren kann, wenn man mal von Profil- und Hintergrundbild absieht. Aus diesem Grund ist es aber auch kein Zufall, dass heute eben Facebook das Internet in vielerlei Hinsicht beherrscht – und nicht MySpace. Soziale Netzwerke wie Google+ gehen sogar noch weiter und sind noch cleaner. Das (zusammen mit anderen Faktoren) führt zu geringen Ladezeiten. Schlechte Websites laden manchmal endlos…

9. Schlechte Rankings bei Google

Schlechte Websites haben oft schlechte Rankings bei Google. Das ist nicht verwunderlich, denn die von mir genannten 8 Faktoren sorgen dafür, dass es gar nicht signifikant aufwärts gehen kann. Im Gegenteil – oft geht es sogar nicht weiter nach unten. Traffic bekommen solche Websites oft nur über den Longtail. Weil die Betreiber aber meistens überhaupt nicht wissen, dass ihr bisschen Traffic auf diese Art und Weise generiert wird, optimieren sie ihre Websites auch nicht auf den Longtail. Schade eigentlich, denn so könnte man selbst bei schlechten Websites noch etwas rausholen (die Konkurrenz ist im Longtail schlicht und ergreifend schwächer, somit steigen die Chancen für gute Rankings – auch bei schlechten Websites).

Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt und so bin auch ich zuversichtlich, dass jede Website grundsätzlich „awesome“ sein kann. „Großartig“ also – und schwierig ist das eigentlich nicht. Wer seine Website technisch auf ein solides, gern aber auch flexibles Fundament stellt, wird erfolgreich sein. Wer sich beim Design, bei der Usability und bei seinen Inhalten Mühe gibt, wird erfolgreich sein. Und wer es schafft, all diese Aspekte zu vereinen, um dann auch noch Multiplikatoren für sich zu gewinnen…

Eine schlechte Website ist also prinzipiell nicht schön, muss aber kein dauerhaftes Ärgernis bleiben. Problem: Viele solcher Websites vegetieren vergessen und ungepflegt im Internet vor sich hin und fristen ein Dasein auf dem Abstellgleis des Internets. Trotzdem sind sie da, verursachen Suchmaschinen wie Google Arbeit, weil sie gecrawlt werden (wenn es Links gibt, die auf sie zeigen). Und so werden sie immer mal wieder nach oben gespült und rücken unfreiwillig in den Fokus. Von der Sorte Websites, die absichtlich schlecht gemacht sind, weil sie einen bestimmten (Marketing)-Zweck erfüllen sollen, will ich hier übrigens gar nicht erst anfangen…