Das googlesche Panda-Update zieht weiter seine Kreise. Nachdem im August der Panda auch bei uns in Deutschland final zugeschlagen hatte, gibt es ähnlich wie in den USA nun immer wieder größere und kleinere Anpassungen. Im Blog von Searchmetrics werden die Auswirkungen der letzten Woche dokumentiert, denn es gab scheinbar auch hier wieder ein kleineres Update mit einigen Veränderungen.

Wer nun als Webmaster betroffen ist, der wird mit Sicherheit nach Möglichkeiten suchen, die eigenen Rankings wieder zu verbessern. Und weil das Panda-Update ja nun schon recht lange die internationalen SERPs verändert, ist es in meinen Augen an der Zeit, ein paar positive Learnings zu dokumentieren. Soll heißen: Einige Anmerkungen, wie man sich in der Post-Panda-Ära mit seinen Projekten dennoch gut in den Suchergebnissen von Google positionieren oder auch halten kann.

Gleich zu Anfang: Es scheint so, als müsse man SEO in der Tat ein wenig neu erfinden. Das bedeutet nicht, dass alle Taktiken der Vergangenheit nun Makulatur sind. Es hat sich jedoch in meinen Augen gezeigt, dass nicht mehr alles Gold ist, was glänzt. Insofern macht es Sinn, sich mit neuen Gegebenheiten vertraut zu machen.

Welche Ansprüche stellt der Panda also an den erfolgreichen Webmaster?

1. Layout und Design sind wichtiger geworden

Eigentlich nachvollziehbar, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis auch das generelle Aussehen einer Website mal in den Fokus von Google gerutscht ist. Wer viel im Netz unterwegs ist, wird das kennen: Es gibt jede Menge „poor Websites“. Das bezieht sich nicht immer, aber oft auch auf das Aussehen der Seite. Wer hier etwas zu bieten hat, der kann positiv punkten und für sein Projekt Benefits holen. Darauf bezieht sich unmittelbar übrigens auch der zweite Punkt meiner Auflistung…

2. User Experience ist wichtiger geworden

Google will seinen Nutzern immer „die besten Suchergebnisse“ präsentieren. In diesem Zusammenhang ist es nachvollziehbar, dass man bei Google möchte, dass der Nutzer zufrieden ist. Logisch: Nur so bleibt er dem Produkt (also der Google-Suche) nachhaltig treu und geht nicht fremd. Treu bleiben muss er, weil Google via AdWords 90% seines Umsatzes macht. Sind die SERPs nicht gut, dann sinken auch die Einnahmen. Ein Nutzer, der als von einem via Google gefundenen Ergebnis begeistert ist, nutzt Google so immer wieder. Folge: Die Möglichkeiten, Umsatz und Gewinn via Suche und AdWords zu maximieren, steigen.

User Experience ist wichtiger geworden

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3. Trust ist wichtiger geworden

Ist eine Website überhaupt vertrauenswürdig? Wenn ja, ist das natürlich ein Vorteil. Der gute alte Pagerank tritt also mehr und mehr in den Vordergrund Hintergrund. Der weniger leicht messbare Trustrank, der schon lange im Background agiert, wird wichtiger. Nachvollziehbar, denn auch hier steigt die User Experience. Nutzer, die weniger vertrauenswürdige Websites via Google finden, sind entsprechend weniger begeistert. Ihre Zufriedenheit sinkt, je nachdem, was sie bei Google gefunden haben. Dieses Verhalten wirkt sich mittlerweile offensichtlich mehr auf die Zusammenstellung der Suchergebnisse aus. Folge: Seiten, die bei Google ein höheres Vertrauen genießen, haben Vorteile. Das sollte man als Webmaster im Hinterkopf behalten. Die einzelnen Faktoren, aus denen sich ein guter Trustrank zusammensetzt, sind also deutlich mehr zu beachten als früher.

4. Guter Content ist wichtiger geworden

Guter Content war eigentlich immer schon wichtig, nun hat diese Schraube scheinbar noch mehr Power, um sich gute Suchergebnisse zu beschaffen. Guter Content ist übrigens auch in Hinblick auf Google Plus und die von Google lange so schmerzlich vermissten sozialen Signale enorm wichtig geworden. Nachvollziehbar: Bessere Inhalte werden von Leser/innen einer Website eher geteilt, weiterverbreitet oder kommentiert (nicht nur auf der Seite selbst, auch bei Google Plus, Twitter oder Facebook). Es kann also nicht schaden, den eigenen Content zu verbessern, damit der Panda sich freut. Dazu gehört natürlich auch die Linkability einer Website (sowohl in Bezug auf den freiwillig-organischen Linkaufbau als auch auf die Verbreitung via sozialer Netzwerke). Ist der Content nicht nur gut, sondern auch noch in Bezug auf die entsprechende Seite immer oder überwiegend themenrelevant, dann ist davon auszugehen, dass das beim Ranking Pluspunkte geben kann.

5. Niedrige Bounce-Rate ist wichtiger geworden

Auch so eine Sache, die mit dem Content und der User Experience unmittelbar zusammenhängt. Gefällt einem Nutzer der Inhalte einer Website und findet er an gleicher Stelle weitere Inhalte, die interessant und themenrelevant sind, dass bleibt er länger, es springt nicht so schnell ab und geht nicht sofort woanders hin, um dort Informationen zu finden, die vermeintlich besser sind. Bleibt er also länger, dann verbringt er mehr Zeit auf der Seite, schaut im Schnitt mehr Unterseiten – Verweildauer steigt, Bounce-Rate sinkt. Zwei wichtige Signale für Google, um die Güte einer Website und ihrer Inhalte zu fokussieren und zu bewerten. Folge: Bessere Rankings.

Niedrige Bounce-Rate ist wichtiger geworden

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6. Authentizität ist wichtiger geworden

Ein Punkt, der sich nicht nur auf den reinen Seiteninhalt bezieht, sondern zum Beispiel auch auf direkte Maßnahmen im Bereich SEO. Bisher reichte es in vielen Fällen aus, die Konkurrenz zu imitieren, um Vorteile zu haben. Heute ist das nicht mehr unbedingt so – vielmehr macht es Sinn, in der Post-Panda-Ära nicht nur zu kopieren, sondern auch zu verbessern. Im besten Fall erstellt man natürlich etwas, das komplett neu und „awesome“ ist. Da man das Rad aber nicht ständig neu erfinden kann, ist eine gute Copy auf jeden Fall legitim. Tut man das, dann sollte man aber versuchen, so viel Eigenständigkeit wie möglich herauszuholen und dem User ein echtes Erlebnis zu bieten (auch hier wieder… die User Experience!).

Google ist zwar eine Maschine, aber natürlich wurde diese Maschine von Menschen erschaffen, die eine Vision haben. Und so ist es nachvollziehbar, dass Google sich nicht nur auf den eigenen maschinellen Algorithmus verlässt, sondern auch Menschen (die bekannten „Quality Rater„) stichprobenartig Suchergebnisse und Websites prüfen lässt. Auch hier sammelt der Suchmaschinenprimus sehr viele Daten. Die Notwendigkeit liegt auf der Hand: Eine Maschine kann eben (noch) nicht alle Aspekte des menschlichen Denkens und Handelns abbilden.

Deswegen braucht man bei Google nicht nur maschinelle, sondern auch menschliche Daten, um den Algorithmus zu verbessern. Und genau das wird gemacht, heute mehr als je zuvor. Die Verquickung der Daten aus der menschlichen Erfahrung und der maschinellen Datenerhebung sorgen so für einen feineren, angepassteren und individuelleren Algorithmus. Die Absicht dahinter liegt auf der Hand: Durch die Beimengung der menschlichen Daten kann Google den Algorithmus nach und nach Verfeinern und so dafür sorgen, dass die Maschine allein am Ende wieder besser wird.

So ist es leichter, „schlechte“ Websites zu finden und entsprechend zu bewerten. Das macht es Google dann wiederum leichter, die eigenen Suchergebnisse zu verbessern. Durch den verfeinerten Algorithmus steigt wieder die Nutzerzufriedenheit und die Umsätze aus AdWords können maximiert werden. Im Prinzip also ein cleverer Plan, der mittel- bis langfristig dazu führt, dass die Maschine immer besser wird, gleichzeitig kann man mehr Geld verdienen. Gut durchdacht…

Soweit zu den Learnings und zu möglichen Präventivmaßnahmen (oder Rettungsmaßnahmen, je nachdem, wo man selbst derzeit steht). Weil das Panda-Update sich seit dem Rollout scheinbar aber ständig in Bewegung befindet, ist es durchaus denkbar, dass sich neue Faktoren ergeben und alte abgelöst werden.

Eines ist meines Erachtens jedoch sicher: Google wird in der Tat in vielen Bereichen immer besser und will den Nutzer immer mehr in den Vordergrund stellen. Insofern folgt die Suchmaschine mehr und mehr traditionellen Formen des Marketings. Denkt man darüber ein bisschen nach, dass ist auch nur das die einzige Möglichkeit, um auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch die Nummer eins zu sein. Und dass Google das bleiben will, das steht wohl außer Frage…