Facebook Mythen sind so alt wie Facebook selbst. Einige gibt es schon seit Jahren und mit der Zeit kommen auch immer mal wieder ein paar neue Mythen dazu, zum Beispiel in Bezug auf den Facebook Messenger. Und wie das mit Mythen halt so ist: In der Regel basieren sie auf Halbwissen und wer sich die Mühe macht, ein bisschen zu recherchieren, der wird schnell entdecken, dass es sich bei den meisten Facebook Mythen nur um heiße Luft handelt. Auch ich werde immer wieder mit den überwiegend gleichen, nicht nachvollziehbaren Aussagen konfrontiert. Und weil mir das persönlich doch sehr auf die Nerven geht, habe ich versucht, ein paar der immer wieder auftauchenden Facebook Mythen zu widerlegen. Das Ergebnis und die jeweilig Aufklärung zu den einzelnen Mythen findet ihr im folgenden Artikel.

15 Facebook Mythen, die nicht totzukriegen sind

15 Facebook Mythen, die nicht totzukriegen sind

Inhaltsverzeichnis

1. Facebook verkauft die Daten der eigenen User
2. Der Facebook Messenger spioniert seine User mit Kamera und Mikrofon aus
3. Facebook wird zahlungspflichtig
4. User besuchen interessante Facebook Pages direkt
5. Facebook User können sehen, von wem ihr Profil besucht wurde
6. Kurze Texte sind immer besser als lange Texte
7. Alle Freunde können alles sehen, was man selbst postet
8. Wer den „AGBs“ von Facebook widersprechen will, muss ein Bild posten
9. Facebook-Nachrichten können nur über den Messenger versendet werden
10. Bilder posten ist immer besser als Links posten
11. Facebook ist komplett gratis
12. Apps oder Spiele können bestimmte Handlungen von Usern auf Facebook erzwingen
13. Facebook wird niemals untergehen
14. Wiederholtes Posten von Inhalten ist immer schlecht
15. Facebook ist das wichtigste soziale Netzwerk überhaupt

1. Facebook verkauft die Daten der eigenen User

Einer der Facebook Mythen mit dem größten Aufregungspotenzial. Willst du, dass deine Daten verkauft werden? Ganz sicher nicht und bei Facebook ist das auch nicht der Fall. Du siehst Werbung von Unternehmen, die an dir als potenziellem Kunden interessiert sind. Das bedeutet aber nicht, dass Facebook diesen Firmen deine Daten verkauft hat, um sich zu bereichern.

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Glaub mir, Facebook ist viel cleverer. Mit dem Wissen über dich, für welche Themen du dich wirklich interessiert und was du geliked hast, kann Facebook viel mehr Geld über (mobile) Werbung verdienen, als wenn man deine Daten direkt an eine oder mehrere Firmen für Geld verkaufen würde. Das wäre auch schon deswegen nicht clever, weil viele Datensätze dann vermutlich nur einmalig verkauft werden könnten.

Ein ganz klarer Fall für das Reich der Facebook Mythen. Facebook ist gut damit beraten, genau so zu verfahren, wie es seit Jahren gemacht wird. Sollte sich an diesem Kurs etwas ändern, dann hätte man ganz schnell ein sehr großes Problem, das sich nicht mehr so einfach aus der Welt schaffen ließe.

2. Der Facebook Messenger spioniert seine User mit Kamera und Mikrofon aus

Ebenfalls aus dem dunklen Reich der Facebook Mythen stammt die Annahme, dass der Facebook Messenger seine User ausspionieren würde. Angeblich sollen sich Kamera und Mikrofon automatisch und ungefragt einschalten und der User bekommt davon nichts mit. Auf diese Weise sei es dann für Facebook möglich, Gespräche im Raum mitzuhören und aufzunehmen und Bilder von den Usern zu machen.

Facebook selbst hat auf darauf schon schriftlich reagiert. Entstanden ist dieser Facebook Mythos, weil die aktuelle Version der Messenger App bestimmte Rechte abfordert. So will die App zum Beispiel SMS verschicken dürfen und das wirkt auf den ersten Blick natürlich verdächtig. In diesem Fall müssen die Rechte allerdings vergeben werden, weil es technisch notwendig ist, denn mit dem Facebook Messenger kann man auch telefonieren.

Deswegen auch die Sache mit dem Mikrofon, denn ohne Mikrofon wird das mit dem Telefonieren schwierig. Die Kamerafunktion deines Smartphones will Facebook natürlich auch benutzen, denn sonst ist es nicht möglich, mit dem Messenger per Video zu chatten oder zu telefonieren. Deswegen macht Facebook das aber noch lange nicht unerlaubt und unaufgefordert.

So wird nur dann auf bestimmte Funktionen zugegriffen, wenn es wirklich notwendig ist – und auch nur dann, wenn DU das willst. Würde Facebook eigenmächtig handelt, dann wäre ganz schnell ganz viel Vertrauen verspielt. Die Annahme, dass Facebook dich gegen deinen Willen über den Facebook Messenger ausspioniert, ist also ganz klar einer dieser hartnäckigen Facebook Mythen.

Der Facebook Messenger spioniert seine User mit Kamera und Mikrofon aus

Aus dem Reich der Facebook Mythen: Der Messenger spioniert die Nutzer nicht aus

3. Facebook wird zahlungspflichtig

Ebenfalls immer ganz vorn bei den Facebook Mythen dabei: Facebook wird zahlungspflichtig. Diese Behauptung taucht immer wieder auf, nach meiner Erfahrung mindestens einmal pro Jahr. Keine Ahnung warum, aber scheinbar denken viele User, dass Facebook mit seiner Werbung nicht genug Geld verdient.

Wenn man mal darüber nachdenkt, dann wäre es für Facebook ein totales Hindernis, sich selbst zahlungspflichtig zu machen. Erklärterweise ist das Ziel von Facebook, die Welt offener zu machen und dafür zu sorgen, dass sich mehr Menschen via Facebook miteinander verbinden. Wäre es da clever, eine Bezahlschranke vor das ganze System zu setzen?

Die irrsinnige Annahme, dass Facebook zahlungspflichtig werden könnte, ist ebenfalls einer der ganz besonders hartnäckigen Facebook Mythen. Mit der Teilnahme an der Initiative „Internet.org“ bringt Facebook diverse Web-Services und natürlich auch sich selbst in Regionen der Erde, die keine so gute IT-Infrastruktur haben und wo Menschen leben, die wenig oder kein Geld haben.

Ich bin nicht der Meinung, dass Facebook von diesen Leuten mit Begeisterung genutzt wird, wenn sie dafür erst bezahlen müssen, um überhaupt mitmachen zu können – und auch sonst ergibt es keinen Sinn. Wenn überhaupt wäre es denkbar, dass Facebook eine Art „Premium Version“ von sich selbst erfindet, die dann pro Monat ein bisschen Geld kostet. Aber auch das würde sich meiner Ansicht nach nicht lohnen.

4. User besuchen interessante Facebook Pages direkt

Hier handelt es sich um einen der Facebook Mythen, denen man gern im Marketing auf den Leim geht. Und auf den ersten Blick klingt es logisch: Man baut sich eine Facebook Page, damit sich thematisch relevante User auf dieser Facebook Page über ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung informieren können. Das Problem: Die einzigen User, die eine Facebook Page tatsächlich DIREKT aufrufen, sind diejenigen, die man auf explizit dazu auffordert – zum Beispiel auf der eigenen Website.

Alle anderen bekommen die Facebook Page mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nie zu Gesicht – selbst dann nicht, wenn sie Fans sind. Grund: Wer mit den Inhalten auf seiner Facebook Page durchstarten will, muss in den News Feed seiner Fans! Die eigene Facebook Page ist nur Verteiler für den Content – von dort muss er in die Millionen von News Feeds da draußen. Und weil es deutlich schwieriger ist, in diese News Feeds zu kommen, als einfach nur eine Facebook Page aufzusetzen, wird oft gern behauptet, dass die User tatsächlich auf Facebook unterwegs sind und sich dann die Facebook Page anschauen, um dort aktiv zu werden.

Aus diesem Grund funktionieren Apps, die auf Facebook Pages gelauncht werden, immer schlechter. Auch diese Apps müssen im News Feed von themenrelevanten Fans landen, damit dort interagiert werden kann. Wer über den eigenen News Feed auf bestimmte Inhalte aufmerksam geworden ist, der wird diese Inhalte auch konsumieren – alles andere ist Wunschdenken, das ganz eindeutig ins Reich der Facebook Mythen gehört.

5. Facebook User können sehen, von wem ihr Profil besucht wurde

Auch immer wieder gern behauptet und einer der wirklich hartnäckigsten Facebook Mythen: Es ist nicht möglich zu erkennen, welche Facebook-User das eigene Profil besucht haben. Der Wunsch, dass eine solche Funktion eingeführt wird, ist bei vielen Nutzerinnen und Nutzern vorhanden – Facebook macht aber keine Anstalten, entsprechend zu handeln.

Wirklich sinnvoll wäre das meiner Ansicht auch nicht und grundsätzlich stelle ich die Frage, was genau es bringen sollte. Zugegeben, bei Xing oder auch LinkedIn kann man in der Tat sehen, welche User das eigene Profil aufgerufen haben. Auf sozialen Netzwerken wie Facebook kann ich aber nicht nachvollziehen, was es mir bringen würde.

Eventuell könnte man auf diese Weise Stalker besser enttarnen oder grundsätzlich die Teilnahme an Facebook erschweren – was für solche Leute garantiert sinnvoll wäre. Allerdings – und das ist meiner Ansicht nach der hauptsächliche Grund – hat Facebook überhaupt kein Interesse daran, eine solche Funktion zu launchen, weil dann auch ein gewisser Flair, der Facebook immer schon ausgemacht hat, nicht mehr vorhanden wäre.

Die Ungewissheit, wer genau denn nun ein bestimmtes Facebook-Profil besucht hat, ist für viele User auch interessant, der berühmte „Reiz des Unbekannten“ spielt meiner Ansicht nach eine Rolle. Dass diese Sache aber definitiv in das Reich der Facebook Mythen gehört, erkennt man allein schon daran, dass es immer wieder behauptet, jedoch nicht wirklich gezeigt wird. Statt dessen kommen ständig dubiose Apps und Facebook Pages auf den Markt, die versprechen, genau das zu ermöglich – sie funktionieren aber nie.

Einer der besten Facebook Mythen: Man kann sehen, wer das eigene Profil besucht hat

Einer der besten Facebook Mythen: Man kann sehen, wer das eigene Profil besucht hat

6. Kurze Texte sind immer besser als lange Texte

Tja, was soll ich zu solchen Facebook Mythen sagen? Fakt ist, dass vor allem bei der Aufbereitung von Inhalten auf Facebook ziemlich viel sehr gut funktioniert – andere Dinge dagegen klappen überhaupt nicht und so sucht jeder nach dem Patentrezept. Ein solches Patentrezept gibt es nach meiner Erfahrung aber nicht, weil jede Facebook Page, jeder User, jede Gruppe und jedes Event unterschiedlich aufgebaut ist und somit auch unterschiedliche Bedürfnisse hat und unterschiedliche Verbindungen erzeugt.

Auch wenn es den „EdgeRank“ so nicht gibt und auch nie gab, wird doch das grundsätzliche Prinzip recht gut wiedergegeben: Letztendlich geht es darum, Verbindungen zwischen einzelnen Usern, Pages, Events oder Gruppen herzustellen – die Menschen, die auf Facebook aktiv sind, tun das ja selbst, indem sie mit Inhalten interagieren. Deswegen ist auch kein Element wie das andere, alle sind unterschiedlich miteinander verknüpft und lassen sich deshalb auch nicht pauschal beurteilen.

Was also bei Seite A, Gruppe B oder Event C sehr gut funktioniert, muss bei Seite D, Gruppe E oder Event F nicht auch automatisch funktionieren. So kann es sein, dass kurze Texte bei Seite A ihren Zweck erfüllen, in Gruppe E aber eher dafür sorgen, dass sich die Mitglieder wegen mangelnden inhaltlichen Tiefgangs verabschieden. Welche Länge und Intensität von Texten genau funktioniert, muss nach meiner Erfahrung in den meisten Fällen für jeden neue Projekt einzeln geprüft werden – und zwar nicht nur eine Woche lang!

Facebook Mythen entstehen oft dann, wenn jemand mit einer Methode besonders erfolgreich war. Und es kann dann auch sein, dass Nachahmer mit der gleichen Methoden auch erfolgreich. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass dieses eine Prinzip immer und überall funktioniert. Außerdem hat Facebook besonders in Bezug auf kurze Text erst kürzlich durch eine Änderung im Algorithmus für den News Feed dafür gesorgt, dass diverse alte Methoden nicht mehr funktionieren – insbesondere gilt das für sogenannte „Like-Baits“.

7. Alle Freunde können alles sehen, was man selbst postet

Ebenfalls ganz klar einer der beständigen Facebook Mythen: Alle eigenen Freunde können sehen, was man selbst veröffentlicht. Facebook ist in der Tat so aufgebaut, dass ich automatisch die Updates einer Person sehe, mit der ich dort verbunden bin. Auf der anderen Seite kann man dann aber auch das sehen, was diese Person veröffentlicht – klingt einleuchtend.

Letztendlich handelt es sich aber um eine individuelle Einstellung in den eigenen Datenschutz- und Sichtbarkeitsangaben. Und dort kann man selbst ganz genau angeben, wer was sehen soll – und was nicht. So können einzelne Personen aus- oder eingeschlossen werden, man kann Listen und Gruppen definieren und wer Facebook als persönliches Tagebuch nutzen will, der kann sogar alle Update auf „Nur ich“ einstellen, wenn es um die Sichtbarkeit geht.

Facebook tut heute schon deutlich mehr als noch vor ein paar Jahren, wenn es darum geht, seinen Usern haarklein zu erklären, wie es um die Sichtbarkeit der eigenen Beiträge bestellt ist. Das ist auch gut so, denn nur so kann man gegen immer wieder entstehende und nicht unterzukriegende Facebook Mythen überhaupt ankämpfen.

Im Endeffekt ist aber jeder einzelne User gefragt, selbst ein Mindestmaß an Medienkompetenz zu zeigen. Facebook kann schließlich nur die Werkzeuge für den Schutz der eigenen Privatsphäre zur Verfügung stellen – es liegt an den Usern, ob diese Werkzeuge auch eingesetzt werden oder nicht. Oft ist das nicht der Fall und dann entstehen aus Unwissenheit leider wieder neue Facebook Mythen.

8. Wer den „AGBs“ von Facebook widersprechen will, muss ein Bild posten

Facebook Mythen haben oft lustige Nebeneffekte, denn gelegentlich sind sie derart absurd, dass man nur noch lachen kann (oder weinen, wenn man sich die Frage stellt, wer überhaupt auf die Idee gekommen, bestimmte „Fakten“ in die Welt zu setzen). So auch bei diesem Mythos: Wer mit den „AGB“, also den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ oder besser gesagt den grundsätzlichen Nutzungsbestimmungen für Facebook nicht einverstanden ist, der muss in seinem Profil einfach nur öffentlich ein Bild posten, auf dem er sein Nichteinverständnis dokumentiert.

Um das deutlich zu machen: Den „AGBs“ oder anderen Bestimmungen von Facebook kannst du nicht widersprechend. Wer auf Facebook mitmacht und sich dort aktiv beteiligt, der akzeptiert auch, wie Facebook seinen eigenen Laden führt. Ich kann verstehen, dass es bei vielen Leuten den Wunsch geben mag, alle Vorteile von Facebook zu nutzen, dabei aber selbst keine „Pflichten“ erfüllen zu müssen. Diese Gruppe ist eine Minderheit, davon gehe ich aus, dennoch sorgen eben solche Minderheiten oft dafür, dass derart seltsame Facebook Mythen entstehen.

Und selbst wenn es möglich wäre, den „AGBs“ von Facebook zu widersprechend, müsste ein solcher Vorgang auch im digitalen 21. Jahrhundert schriftlich erfolgen – zumindest in Form eines gescannten Dokuments. Gern vergessen wird dabei aber immer, dass es sich bei Facebook um einen US-Konzern handelt, der dem deutschen oder europäischen Recht nicht direkt unterliegt. Nur weil Facebook eine deutsche Version seiner Website anbietet, liegen die Server immer noch in den USA und wer an Facebook „teilnimmt“, sollte genau das wissen und beachten.

Eine sehr effektive Möglichkeit gibt es dann allerdings doch, den Facebook „AGBs“ zu „widersprechen“: Kein Facebook-Mitglied werden, keinen Account eröffnen und sich dort nicht engagieren. Das ist immer noch die sicherste Methode – und vor allem kein Mythos!

Einer der lächerlichsten Facebook Mythen: Trotz Widerspruch der Nutzungsbedingungen Facebook nutzen

Einer der lächerlichsten Facebook Mythen: Trotz Widerspruch der Nutzungsbedingungen Facebook nutzen

9. Facebook-Nachrichten können nur über den Messenger versendet werden

Stimmt nicht. Auch und insbesondere beim Messenger kommt es immer wieder zur Bildung von Facebook Mythen – meiner Ansicht nach ist Facebook daran aber nicht ganz unschuldig, weil es oft Updates gibt, bei denen wieder erweiterte Berechtigungen abgefragt werden (siehe Mythos Nummer 2). Die gute Nachricht aber ist, dass man den Facebook Messenger eben nicht braucht, wenn man über Facebook Nachrichten versenden will.

Zweifellos ist der Messenger auch meiner Ansicht nach die komfortabelste Möglichkeit, Nachrichten über Facebook zu verschicken. Dazu gibt es sogar hausinterne Studien, bei denen herausgekommen ist, dass die Kommunikation über den Facebook Messenger satte 20 Prozent schneller abläuft, als wenn andere Bordmittel genutzt werden. Eine interessante Zahl – doch diese „anderen Bordmittel“, die gibt es und die Lösung für das Problem ist sehr simpel.

Wer den Facebook Messenger nutzt und sich davon emanzipieren will, der wendet sich am besten der mobilen Website von Facebook zu. Hier kann man fast alles machen, was auch via App funktioniert – nur eben ohne die App – und dazu gehört auch das Versenden von Nachrichten. Das ist ein bisschen umständlicher, wer aber keine Lust mehr auf den Facebook Messenger hat (aus welchen Gründen auch immer), wird mit der mobilen Website von Facebook glücklich, Facebook Mythen hin oder her…

10. Bilder posten ist immer besser als Links posten

Auch hier frage ich mich, wie solche Facebook Mythen überhaupt entstehen können, denn eine solche konkrete Aussage ist an sich schon gewagt. Ich will nicht leugnen, dass Fotos und Bilder auf Facebook gut funktionieren und in der Regel auch für gute Interaktionsraten sorgen. Aber auch das lässt sich eben nicht pauschalisieren. Für jemanden, der sich beim Facebook Marketing noch nicht so gut auskennt, könnte der Eindruck entstehen, dass Bilder grundsätzlich immer funktionieren – ohne Ausnahme!

Das ist natürlich nicht so und deswegen finde ich Facebook Mythen wie diesen persönlich auch am ärgerlichsten. Hier wird der Eindruck erzeugt, dass man einfach nur irgendwo auf einen Knopf drücken müsste und alles liefe von selbst. Besonders bedenklich ist hier die Tatsache, dass es auch viele Personen in beratender Funktion gibt, die zur weiteren Verbreitung solcher Facebook Mythen beitragen – ob nun wissentlich oder auch nur deshalb, weil sie selbst unbewusst gefährliches Halbwissen weitergeben.

Ob ein Bild, ein Foto, ein Link oder ein Text besser auf Facebook performt, kann pauschal nicht gesagt werden – dafür ist die thematische und inhaltliche Vielfalt auf Facebook einfach zu hoch. Es KANN funktionieren, dieser Fall MUSS aber nicht eintreten. Ein Fotograf zum Beispiel wird mit sehr aufwendigen und optisch eindrucksvollen Fotos auf seiner Facebook Page sehr viel Interaktion erzeugen – das ergibt sich auch und vor allem aus den gewählten Motiven.

Nicht jeder Betreiber einer Facebook Page hat aber diese Möglichkeiten. Einem Hersteller von Buchhaltungs-Software zu erzählen, er würde beeindruckende Fotos und Bilder auf seiner Facebook benötigen, halte ich demnach für bedenklich, denn für die Anhänger der Facebook Page würde das nicht zwingend einen Mehrwert bedeutet. Wird aber genau erklärt, wie man die Software im Detail einsetzen kann, um Zeit und Geld zu sparen, steigt die Interaktionsrate garantiert – weil DAS die Dinge sind, die den Leuten das Leben vereinfachen.

Es kommt also immer auf das Thema, die Zielgruppe und das eigentliche strategische Ziel an, das erreicht werden soll. Und in diesem Zusammenhang können Bilder und Fotos extrem gut funktionieren – sie müssen es aber nicht. Gleiches gilt für alle anderen Elemente, die auf Facebook verwendet werden können.

11. Facebook ist komplett gratis

Facebook mag kein Geld kosten, trotzdem ist es nicht gratis. Wer glaubt, dass Facebook wirklich gratis ist, der glaubt auch an all die anderen Facebook Mythen. Wer auf Facebook aktiv ist und das weltweit größte soziale Netzwerk nutzt, zahlt mit seinen Daten. Das heißt aber nicht, dass die eigenen Daten direkt verkauft werden (siehe Mythos Nummer 1). Es heißt, dass Facebook die Informationen über seine Nutzerinnen und Nutzer dafür einsetzt, um ihnen möglichst passende Werbung zu zeigen.

Dieses Werbeprinzip ist in der Privatwirtschaft seit Jahrzehnten etabliert und auch das TV arbeitet letztendlich nicht anders – nur dass eben viel weniger Daten gespeichert werden, als das auf Facebook der Fall ist. Für Facebook muss jeder User ein gläserner User sein – mehr oder weniger. Natürlich gibt es Möglichkeiten, Facebook vollständig zu nutzen, dabei aber möglichst wenig Daten von sich zu veröffentlichen. Doch selbst bei der Nutzung eines Fake-Accounts gibt man Daten von sich preis – wie zum Beispiel die IP-Adresse des eigenen Computers. Facebook weiß also zumindest, wo man sich befindet.

Unabhängig davon ist die Nutzung von Facebook mit einem Fake-Account nicht clever, weil man mit diesem Fake-Account keine Freunde und Bekannte auf Facebook finden wird. Der inhaltliche Mehrwert würde also eher mager ausfallen. Die eigenen Daten sind also der Preis für die gratis Nutzung von Facebook – indirekt bezahlt man mit Geld, weil Facebook auf Basis der persönlichen Vorlieben seiner User Umsatz und Gewinn mit Werbung machen kann – zusätzlich kostet Facebook Zeit, die man nicht wieder bekommt. Es ist interessant, sich über neue Dinge zu informieren und es ist schön, mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Die Zeit, die man dafür (oft allein) aufwendet, bekommt man allerdings nicht zurück, weswegen das persönliche Treffen immer noch am besten ist.

12. Apps oder Spiele können bestimmte Handlungen von Usern auf Facebook erzwingen

Eine App (oder ein Spiel) darf dich nur auffordern, dass du die Seite der App oder des Spiels mit „Gefällt mir“ markierst. Das Auffordern zu anderen Handlungen ist nicht erlaubt und wird von Facebook sanktioniert, wenn die App oder das Spiel gemeldet wird – wenn also davon die Rede ist, dass eine App oder ein Spiel User auf Facebook dazu zwingen DARF, etwas anderes zu tun als zu „liken“, dann ist das eindeutig dem Reich der Facebook Mythen erwachsen.

Abgesehen davon würde sich Facebook damit auch keinen großen Gefallen tun. Facebook ist nicht zuletzt durch Social Gaming und das Zulassen von Drittanbieter-Apps groß geworden. Würde man jetzt erlauben, dass diese Spiele und Apps von Drittanbietern die eigenen User zu bestimmten Handlungen nötigen, dass wäre das nicht wirklich clever. Aufgebautes Vertrauen wäre schnell unwiederbringlich dahin und der Verdacht, dass Facebook zu einem „Spammer-Netzwerk“ verkommen könnte, würde die Runde machen.

In den letzten 10 Jahren hat Facebook alles dafür getan, die User Experience für die eigenen Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern. Nicht jedes Update war erfolgreich, dennoch hat die Zeit gezeigt, dass der eingeschlagene Weg insgesamt gesehen der sinnvollste und logischste war. Hätte Facebook nicht so reagiert, wie man es letztendlich tat, dann würde es sich heute möglicherweise nicht um das weltweit größte soziale Netzwerk handeln.

Spiele oder Apps auf Facebook dürfen niemanden zwingen, etwas zu tun - außer zu liken

Spiele oder Apps auf Facebook dürfen niemanden zwingen, etwas zu tun – außer zu liken

13. Facebook wird niemals untergehen

Facebook ist sehr erfolgreich und beherrscht aktuell die digitale Welt, wenn es um Social Media geht. Doch wer glaubt, Facebook wurde für die Ewigkeit gebaut, der fällt ganz sicher auch auf viele andere Facebook Mythen herein. Ich will hier nicht behaupten, dass die Tage von Facebook gezählt sind. Allerdings gibt es nur sehr wenige Unternehmen, die größere Zeitspannen erfolgreich überlebt haben. Und im Internet geht die Entwicklung so schnell voran, dass sich schon in 5 Jahren alles verändern kann.

Beispiel Smartphones: Vor nur 7 Jahren wurde das erste iPhone vorgestellt, mittlerweile ist man bei Version 6 angekommen. Smartphones mit Android-Betriebssystem gab es 2007 noch gar nicht, heute beherrscht Android den Smartphone-Markt auf der ganzen Welt und liegt vor iOS, wenn es um die Verwendung von mobilen Betriebssystemen geht. Ein Hersteller wie Nokia, noch vor 10 Jahren unantastbarer weltweiter Marktführer bei Mobil-Telefonen, hat den Trend Smartphone komplett verschlafen und spielt heute keine Rolle mehr.

Und auch MySpace wurde wie so viele andere soziale Netzwerke von Facebook überrollt und fristet heute ein Schattendasein. All diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass auch Facebook unter die Räder kommen kann. Aktuell wirkt diese Vorstellung unglaubwürdig, möglich ist es aber trotzdem – denn wenn es ausgeschlossen wäre, dann müsste es heute auch Nokia geben, rein theoretisch zumindest. Facebook tut viel dafür, genau diesen Fall nicht eintreten zu lassen und mit den zahlreichen Übernahmen der letzten Jahre hat man sich ein gutes Portfolio zusammengekauft. Instagram, WhatsApp, Oculus Rift

Vor allem die ersten beiden Apps werden dafür sorgen, dass Facebook nicht den Anschluss bei jüngeren Zielgruppen verliert – und es ist unwahrscheinlich, dass eine Stand-Alone-App wie SnapChat mit nur ein paar wenigen Funktionen so groß und mächtig wie Facebook werden kann. Doch auch hier sage ich: Man kann nie wissen, sowohl auf WhatsApp als auch auf Facebook bezogen. Wer sich darauf verlässt, dass die Dinge immer so bleiben, wie sie aktuell nicht und nicht flexibel reagieren kann, der hat vermutlich eine Vorliebe (nicht nur) für Facebook Mythen.

14. Wiederholtes Posten von Inhalten ist immer schlecht

Im Idealfall präsentiert man seinen Fans und Followern grundsätzlich nur neue, aktuelle und vor allem spannende Inhalte mit Mehrwert. Vor allem für kleinere Anbieter aber ist das nicht immer möglich, denn das Bereitstellen von Inhalten ist immer auch mit Ressourcen verbunden – und die sind nicht endlos vorhanden. Dass das wiederholte Posten von Inhalten aber schlecht ist, gehört meiner Ansicht nach eindeutig zu den Facebook Mythen dazu. Grund: Nicht mit jedem Posting auf Facebook erreicht man auch jeden seiner Fans und Follower. Außerdem kommen bei den meisten Facebook Pages täglich neue User dazu, die das Angebot vorher so noch nicht kannten.

Wer seine Inhalte tatsächlich nur ein einziges Mal postet, verschwendet eine Menge Reichweite und das Potenzial, noch mehr Leute auf Facebook zu erreichen. Ja, man kann schon fast sagen, dass es nicht klug ist, sich NICHT zu wiederholen – vor allem dann, wenn man im eigenen Portfolio viel Content hat, der hochwertig ist und den eigenen Facebook Fans und Followern Mehrwerte bietet und generell von Vorteil ist – weil er zum Beispiel bei der Lösung eines Problems behilflich ist.

Ein klarer Fall also aus dem Reich der Facebook Mythen – ich gebe aber zu, dass man es mit dem Wiederholen auch nicht übertreiben sollte. Voraussetzung für diese Taktik ist das schon genannte und gut gefüllte Portfolio. Zusätzlich sollten auch tatsächlich in bestimmten Zeiträumen immer wieder neue Fans und Follower generiert werden. Wer pro Monat nur 10 neue Fans für die eigene Facebook Page begeistern kann, wird mit dieser Taktik sehr wahrscheinlich eher Probleme bekommen.

15. Facebook ist das wichtigste soziale Netzwerk überhaupt

Facebook ist das größte soziale Netzwerk, dabei aber nicht immer auch das wichtigste soziale Netzwerk. Wie wichtig Facebook im Rahmen der eigenen Online-Marketing-Strategie ist, bleibt immer abhängig davon, in welcher thematischen Nische Facebook genutzt werden soll, wie die Zielgruppe aufgebaut und welche strategischen Ziele ermittelt wurden. Wer einfach nur blind auf Facebook setzt, weil „da ja alle sind“, macht im Zweifel einen strategischen Fehler und fällt auf jeden Fall auf einen der weitverbreitetsten Facebook Mythen herein.

Die gigantische Reichweite von Facebook verleitet in der Tat zu der Annahme, dass ohne Facebook nicht mehr geht – und in der Tat: So gut wie jede Zielgruppe ist auf Facebook zu finden und lässt sich in der Regel auch ansprechen. Aber eben nur „so gut wie jede“ – es gibt in zahlreichen Nischen diverse Beispiele für soziale Netzwerke, bei denen man thematisch intensivere und inhaltlich engagiertere User findet, als das auf Facebook der Fall ist. Portale wie fotocommunity.de zum Beispiel haben natürlich nicht so viele Mitglieder wie Facebook – durch ihre thematisch klar fokussierte Ausrichtung sind die jedoch wesentlich empfänglicher für User, die sich ausschließlich mit diesem einen Thema befassen. Vor allem dann, wenn man selbst solche Leute ansprechen will, kann es viel lukrativer sein, sich in Nischen-Netzwerken umzuschauen – und Facebook dann eventuell auch ganz auszuklammern.

Es kann also problematisch werden, sich nur und ausschließlich auf Facebook zu verlassen. Vor allem für kleine und sehr spezialisierte Anbieter kann es sich auszahlen, vorab genau zu prüfen, welche/s soziale/n Netzwerk/e thematisch und inhaltlich am ehesten in Frage kommen, um die eigenen Inhalte möglichst breit zu streuen. Auch thematisch passende Foren und Blogs können sich dafür anbieten und wer nicht genau weiß, welche Möglichkeiten im Bereich Social Media und speziell für soziale Netzwerke überhaupt bestehen, kann sich zum Beispiel mit dem Social Media Prisma informieren.

Fazit

Viele Facebook Mythen sind so alt wie Facebook selbst und es kommen laufend welche dazu. Grundsätzlich ist das kein Problem, denn in jedem populären Bereich der (digitalen) Gesellschaft gibt es Mythen. Wichtig ist nur, dass man selbst aktiv wird und hinter den Vorhang blickt. Nur wer sich mit Dingen wie Facebook Mythen beschäftigt wird herausfinden können, welche davon zumindest auf Fakten basieren – und welche komplett frei erfunden sind.

Facebook selbst war, ist und bleibt zumindest in den kommenden Jahren eine Erfolgsgeschichte, was aber auch dazu führen wird, dass in Zukunft weiter neue Facebook Mythen entstehen. Das größte Potenzial für die Begünstigung neuer Facebook Mythen hat mit Sicherheit die weitere Transformation von Facebook zu einem komplett mobilen Unternehmen. Damit verbunden werden ganz sicher weitere „Probleme“ mit Datensicherheit und Datenschutz sein.

Doch auch die neue Werbeplattform „Atlas“ und die dadurch zu erwartenden Neuerungen werden höchstwahrscheinlich dafür sorgen, dass dieser Artikel nicht der letzte Beitrag zum Thema „Facebook Mythen“ bleibt.