Es ist wichtig, dass sich die Besucher deiner Website möglichst lange bei dir aufhalten. Diverse Gründe sprechen dafür, unter anderem die Tatsache, dass Google Websites mit längeren Verweildauern der User beim Ranking in den Suchergebnissen belohnt, denn bei der Verweildauer handelt es sich um einen (indirekten) Rankingfaktor. Doch auch wenn du deinen Content nicht für Google produzierst, sondern willst, dass sich deine User bei dir wohlfühlen und den Aufenthalt auf deiner Website genießen, ist es wichtig, dafür die richtigen Voraussetzungen zu schaffen. Genau dabei aber gibt es bei vielen Websites die größten Probleme und tausende Webmaster stellen sich jeden Tag die Frage, wie sie ihre User länger auf der eigenen Website halten können. Eine längere Verweildauer sorgt nämlich auch dafür, dass die User mit Websites mehr interagieren – ein wichtiger Faktor, um die künftige „Kundenbindung“ proaktiv zu stärken. Doch was sind die größten Fehler, die einen langen Aufenthalt der User auf deiner Website verhindern – und welche Gegenmittel gibt es?

11 Gründe warum zu viele User deine Website ganz schnell wieder verlassen

Bild: Marcos Mesa Sam Wordley, Shutterstock.com

Inhaltsverzeichnis:

1. Der Content auf deiner Seite ist schwierig zu lesen
2. Das Design deiner Seite ist altmodisch
3. Deine Website läuft mit veralteten Plugins
4. Die Ladezeit deiner Website ist schlecht
5. Videos auf deiner Seite starten automatisch
6. Deine Navigation ist verwirrend
7. Du zeigst deinen Usern zu viel Werbung
8. Deine Website ist unpersönlich
9. Die Vorteile deines Produkts werden nicht deutlich
10. Die Call-To-Actions auf deiner Seite sind schlecht
11. Deine Website funktioniert mobil nicht

1. Der Content auf deiner Seite ist schwierig zu lesen

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Seien wir mal ehrlich: Die meisten Websites, die das Internet bevölkern, sind keine Kunstwerke. Das ist in Ordnung, denn erstens sind die Geschmäcker verschieden und zweitens muss eine Website kein Kunstwerk sein.

Allerdings gibt es einen ganz besonders unschönen Fehler, der auch mich persönlich immer wieder zur Verzweiflung bringt. Ihr kennt es aus eurem Alltag: Wenn eine Website so aufgebaut ist, dass möglichst viel Content auf einen bestimmten Raum gequetscht werden soll, dann leidet die Übersicht – und die Schrift wird viel zu klein.

Vor 10 Jahren mag das okay gewesen sein, denn damals waren die Bildschirme kleiner. Ich erinnere mich an meinen ersten 20-Zoll-Bildschirm, den ich mit ungefähr 2004 zulegte – damals noch als Röhrenmonitor!

Der Bildschirm schaffte keine sehr große Auflösung. Natürlich war viel mehr Platz als auf davor üblichen 15- oder 17-Zoll-Monitoren, aber heute packen alle Monitore die Anzeige von viel mehr Inhalten als damals.

Selbst wenn du den Content hier findest, wirst du ihn nur schwer lesen können

Selbst wenn du den Content hier findest, wirst du ihn nur schwer lesen können

Eine höhere Auflösung sorgt dafür, dass mehr Platz auf dem Bildschirm entsteht. Für Websites, die mit einer kleinen (oder besser: einer ZU kleinen) Schrift ausgestattet sind, ist das ein Problem.

Sobald du als User die Augen zusammenkneifen oder dich nach vorn Richtung Monitor beugen musst, hat die Website schon verloren. Es ist lästig, wenn solche Websites erscheinen und du dir Mühe geben musst, den Text zu erkennen (vom Lesen mal ganz zu schweigen und ob du es glaubst oder nicht: Es gibt Tests zur Landing Page Optimierung, die verlangen, dass ein Call-To-Action-Button auf dem Bildschirm aus einer Entfernung von 3 Metern deutlich zu erkennen sein muss!).

Wer solche Websites anbietet, wird sich nicht über User freuen können, die lange auf der Website bleiben. Schlimmer noch, diese User kommen auch nicht wieder: Mach deine Schriften also nicht zu klein und sorge dafür, dass dein Content an sich auch optisch zur Steigerung der User Experience beiträgt!

2. Das Design deiner Seite ist altmodisch

Auch das ist ein Problem, auf das ich immer wieder treffe. Altmodisches Webdesign muss nicht zwingend schlecht sein, es zeugt aber davon, dass man als Webmaster nicht mit der Zeit geht.

Ich selbst frische das Design meiner Website in der Regel so alle 2 Jahre auf. Es muss nicht immer ein kompletter Relaunch sein, auch ein Refresh (gern auch „Facelift“ genannt) schadet nicht.

Grund: In 2 Jahren tut sich im Bereich Webdesign sehr viel. Denk doch bitte nur mal an das Thema „Responsive Design“ – darüber wurde vor 2 Jahren schon viel gesprochen, aber nur die wenigsten Websites waren mit dieser neuen Technik auch schon wirklich ausgestattet.

Heute ist das ganz anders und spätestens seit Google erklärt hat, Websites zu bevorzugen, die auch für mobile Endgeräte wie Smartphones angepasst sind, sollte klar sein, wohin die Reise geht. Bedeutet: Altmodisches Webdesign kann sich nachteilig auswirken, ganz besonders dann, wenn deine User mittlerweile Besseres gewohnt sind.

Es ist lange her, aber so sah es 1995 auf der Website von Amazon aus

Es ist lange her, aber so sah es 1995 auf der Website von Amazon aus

Dazu zählt nicht nur die Anpassung an Smartphones und Tablets, auch das grundsätzliche Design muss von Zeit zu Zeit überholt werden. Wie schon erwähnt: Wenn jemand mit seiner Website nicht modern ist, wie will er (oder sie) dann zum Beispiel als Berater Kunden korrekte Ratschläge geben?

In so einem Fall muss man als Kunde davon ausgehen, dass ein solcher Berater etwas empfiehlt, das er selbst überhaupt nicht umsetzen kann. Und der alte Spruch, dass man nicht an der eigenen Website arbeitet, sondern mit den eigenen Kunden, ist leider totaler Schwachsinn.

Die eigene Website ist mehr als eine Visitenkarte, sie ist zum digitalen Aushängeschild geworden. Wer sich über eine ihm nicht bekannte Firma informieren will, tut das heutzutage zunächst fast immer online.

Und wenn sich da dank eines altmodischen Webdesigns Abgründe auftun, dann ist davon auszugehen, dass ein solcher potenzieller Kunde sich nicht lange auf der Website aufhält. Im Gegenteil, er sucht das Weite und verursacht so nur eine sehr kurze Verweildauer – sorg also dafür, dass deine Website modern ist, denn nur dann erreichst du auch, dass sich deine User auch wirklich bei dir wohl fühlen.

3. Deine Website läuft mit veralteten Plugins

Die Technik entwickelt sich rasend schnell weiter, auch und vor allem, wenn es um das Internet und somit ebenfalls um Webseiten geht. Das ist wie bei einem Auto: Ein BMW von 1988 ist vielleicht nett anzusehen und wird die Herzen vieler Autoliebhaber höher schlagen lassen – mit einem aktuellen Modell kann er technisch aber nicht mithalten.

Mit einer Website ist das nicht anders: Die User sind heutzutage gewisse Standards gewohnt und wollen auf diese Standards nicht mehr verzichten. Wenn sie es doch müssen, dann werden sie sich nicht lange auf deiner Website aufhalten – es sei denn, du tust etwas dagegen.

So kann das aussehen, wenn deine Website wegen zu alter Plugins gehackt wird

So kann das aussehen, wenn deine Website wegen zu alter Plugins gehackt wird

Veraltete Plugins sind zudem auch ein Sicherheitsrisiko und wenn deine Website mit WordPress läuft, dann bist du anfällig für Hacks – WENN deine Website nicht auf dem neuesten Stand ist. Und glaub mir, wenn deine Website gehackt wurde, dann hast du ganz bestimmt sehr viele User, die dich nach wenigen Sekunden wieder verlassen.

Das ist dann aber nicht dein größtes Problem, denn deine gehackte Website wird auch nicht mehr bei Google ranken und wenn du Pech hast, verlierst du auch bestehende und potenzielle Kunden. Es kann sogar so weit gehen, dass dein guter Ruf im Internet geschädigt wird.

Spätestens dann besteht Handlungsbedarf, doch ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Sofern du deine Plugins immer auf dem aktuellen Stand hältst, hast du grundsätzlich nichts zu befürchten – und kannst dich dann darum kümmern, sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln, dass sich die User länger auf deiner Website aufhalten als nur ein paar Sekunden.

4. Die Ladezeit deiner Website ist schlecht

Lange Ladezeiten nerven. Wir sind es im DSL-Zeitalter gewohnt, dass sich Websites schnell laden – klappt das nicht, dann klicken wir genervt zurück und starten unsere Suche neu, sofern wir von Google kommen.

Daran hat sich nicht viel geändert, seit es das Internet gibt (mal abgesehen von der Sache mit Google, denn die gibt es ja erst seit 1998). Das Problem: Der technische Fortschritt sorgt dafür, dass die Power der Server immer ausgereizt wird.

Mit anderen Worten: Wenn mehr Performance und damit theoretisch mehr Speed für Websites vorhanden ist, dauert es nicht lange, bis auch mehr Auslastung auftritt. Websites werden komplexer und laufen damit Gefahr, langsamer zu werden.

Damit das deiner Website nicht passiert und du deine User halten kannst, nutzt du einfach auch wieder die Technik. Nur ein Beispiel: Mit WordPress kannst du dafür sorgen, dass deine Website wieder schneller wird, weil sie zum Beispiel schon geladene Daten, die sich nicht verändern, aus dem Cache zieht und somit die Datenlast verringert.

Zu langsame Websites sind ärgerlich

Zu langsame Websites sind ärgerlich (Bild: TabitaZn, Shutterstock.com)

Das ist sinnvoll und vor allem auch notwendig, denn nicht nur deine User hassen es, zu warten. Auch Google bevorzugt schnelle Websites, weil Google erstens seinen eigenen Usern eine bessere User Experience bieten will und zweitens auch keine Lust hat, lange zu warten, bis der Googlebot mal endlich eine Website indexieren darf.

Mit einer schnellen Website schlägst du also zwei Fliegen mit einer Klappe. Du sorgst dafür, dass deine User sich wohler fühlen und länger bei dir bleiben und kannst gleichzeitig Pluspunkte bei Google sammeln.

Das kann deine Rankings in den Suchergebnissen von Google positiv beeinflussen, was letztendlich wieder mehr Besucher bringt. Sozusagen also ein „positiver Teufelskreis“, der deine Website populärer macht.

Es lohnt sich also für dich, wenn du in die technische Ausstattung deiner Website investierst und dafür sorgst, dass sie schneller wird und nicht langsam bleibt. Tust du das nämlich nicht, dann bringt dir sehr wahrscheinlich auch der beste Content nichts – denn deine User haben keine Lust, ewig auf diesen Content zu warten.

5. Videos auf deiner Seite starten automatisch

Okay, Facebook hat ganz gute Erfahrungen damit gemacht, dass Videos im News Feed automatisch starten. Das klappt aber auch dort nur im mobilen Bereich, auf dem Desktop lässt Facebook das schön bleiben.

Hintergrund: Auch wenn du deine Videos am liebsten sofort der ganzen Welt zeigen willst und mit einer Autoplay-Funktion auch sicherstellst, dass deine Videos auf jeden Fall abgespielt werden, sind die meisten User doch eher weniger begeistert von dieser Vorgehensweise. Grundsätzlich wollen die Leute selbst bestimmten, wann sie welche Inhalte konsumieren – und sie wollen das nicht von jemandem vorgeschrieben bekommen, auch wenn die Videos noch so toll sind.

Denk zum Beispiel mal an Websites, wo der Sound automatisch startet, sobald du sie aufrufst… bist du von solchen Websites genervt? Die meisten User sind es und warum sollte das bei Videos anders sein?

Automatisch startende Videos nerven nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Websites

Automatisch startende Videos nerven nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Websites

Ganz ehrlich, sorg lieber dafür, dass sich deine User deine Videos angucken, weil sie sich einen sinnvollen Mehrwert davon versprechen. Wenn du das nämlich bieten kannst, dann bleiben deine User auch viel länger bei dir, denn sie haben es SELBST in der Hand, ob sie ein Video sehen oder nicht – so einfach ist das.

Belästige also niemanden mit Inhalten, die automatisch starten und sich nicht nur optisch, sondern auf akustisch bemerkbar machen. Damit sammelst du keine Pluspunkte und wirst nicht dafür sorgen, dass sich die Verweildauer der User auf deiner Website signifikant erhöht.

Achte stattdessen auf Inhalte, die sehenswert sind. Ich gebe zu, das ist eine Wissenschaft für sich – vor allem bei Videos ist zum Beispiel das Vorschaubild enorm wichtig.

Bei YouTube-Videos lässt sich das mittlerweile einstellen, so dass du mit dem eingebetteten Video auf deiner Seite schon mit eben diesem Bild für einen Klick auf den Startbutton des Videos sorgen kannst. Letztendlich geht es aber zum Beispiel auch darum, dass du auf der Seite, wo du ein Video präsentierst, eine sehr aussagekräftige Beschreibung platzierst, die den Leuten Lust auf mehr macht.

6. Deine Navigation ist verwirrend

Studien haben bewiesen, dass sich die meisten Menschen maximal 6 inhaltliche Stichpunkte merken können, wenn sie einen ersten Blick darauf werfen. Ja, richtig – nur 6 unterschiedliche Elemente.

Meine Frage an dich: Wie oft hast du eine Navigation (zum Beispiel in einem Webshop) gesehen, die sich an dieses Maximum hält? Richtig, es sind nicht viele.

Die meisten Websites erliegen der Versuchung, so gut wie jeden inhaltlichen Punkt in die eigene Navigation zu quetschen. Manche behelfen sich mit Flyout-Menüs – die dann aber nur auf den ersten Blick für Übersicht sorgen, sobald du das Menü öffnest, bist du wieder hilflos einem inhaltlichen Overkill ausgeliefert.

Genau aus diesem Grund werden gute Suchfunktionen auf der eigenen Website immer wichtiger, denn wenn man sich nicht mit Hilfe der Navigation zurechtfindet, dann kann die interne Suche helfen. Ich sage absichtlich „kann“, denn in der Realität sind leider auch viele interne Suchfunktionen nicht zu gebrauchen.

Komplexe Menüs können funktionieren, müssen aber gut durchdacht sein

Komplexe Menüs können funktionieren, müssen aber gut durchdacht sein

Und dabei könnte es so einfach sein: Arbeite einfach immer mit einer klar definierten Hauptnavigation, die sich im Idealfall ganz oben auf deiner Website befindet. Dort führst du die 6 wichtigsten inhaltlichen Elemente deiner Website auf, so dass jeder User immer auf genau diese Navigationselemente zugreifen kann.

Darüber werden sich nicht nur deine User freuen und somit für deutlich längere Verweildauern sorgen. Auch Google erkennt, dass dir diese 6 Elemente ganz besonders am Herzen liegen – und bewertet die jeweiligen Inhalte entsprechend der vermehrten internen Verlinkungen deutlich besser.

Wenn du mal darüber nachdenkst, ist es auch nur eine Frage des gesunden Menschenverstandes: Ist dein Impressum eine der wichtigsten inhaltlichen Komponenten deiner Website? Oder vielleicht deine AGB?

Ich glaube nicht. In besonderen Fällen kann es sinnvoll sein, einen ständigen Navigationslink zum Beispiel zum Kontaktformular zur Verfügung zu stellen – das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du mit deinen Usern verstärkt in Kontakt treten willst.

In den meisten anderen Fällen ist es aber besser, wenn du deine besonders wichtigen Inhalte in den Vordergrund stellst. Und genau das tust du mit einer Navigation, die nicht verwirrend ist – so steigt die Verweildauer, weil deine User schneller und einfacher finden, wonach sie suchen.

7. Du zeigst deinen User zu viel Werbung

Werbung ist wichtig, denn mit Werbung werden sehr viele gute Websites im Internet finanziert, die es ohne Werbung schlicht und ergreifend nicht gäbe. Trotzdem fühlen sich viele User von Werbung genervt.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Werbung nicht themenrelevant ist oder wenn man seine User unbarmherzig via Retargeting verfolgt. Über Popups, Interstitials oder auch Exit-Intents kannst du denken, wie du willst – wenn diese Elemente mit Werbung bestückt werden, die deine User wirklich interessiert, dann ist deren Einblendung im Prinzip kein Problem.

Zu viel Werbung kann aber eben nerven und wenn du es übertreibst, dann werden sich deine User ganz schnell wieder von deiner Seite verabschieden. Und auch hier kommt wieder Google ins Spiel: Schon vor ein paar Jahren gab es ein Update, das Einblendung von zu viel Werbung im sofort sichtbaren Bereich bestraft hat und Websites, die es damit übertrieben hatten, bestrafte.

Mit einem Überangebot von (thematisch nicht relevanter) Werbung machst du dir also gleich doppelt Feinde: Deine User und Google. Erliege also gar nicht erst der Versuchung, es in diesem Bereich zu übertreiben, wenn dir etwas am langfristigen Erfolg deiner Website liegt.

Zu viel Werbung kann auf deine User sehr abschreckend wirken

Zu viel Werbung kann auf deine User sehr abschreckend wirken

Nimm dir lieber ein Beispiel an Facebook. Auf Facebook funktioniert die Werbung so gut, weil sie nicht aufdringlich ist und weil sie vor allem nicht stört!

Die Werbung taucht in deinem News Feed auf und orientiert sich an deinen thematischen Vorlieben. Wenn Facebook also von dir weiß, dass du einen Hund als Haustier hast, dann wirst du passende Anzeigen für Hundefutter oder Hundespielzeug sehen – umgeben von ebenfalls für die relevanten Inhalten, die dir gefallen.

Nun stell dir vor, dass Facebook dir plötzlich Werbung für Aquarien und Fischfutter zeigt – nur weil du ein Haustier hast. Ja, du hast ein Haustier, aber eben einen Hund und keinen Fisch (oder keine Fische).

Das ist der springende Punkt: Die Werbung für Hundefutter ist für dich relevant und vermutlich auch nützlich, wenn das Angebot stimmt. Andere Werbung ist bestenfalls ignorierenswert – und genau das wirst du tun oder die Werbung vielleicht sogar als irrelevant melden (was sich dann auf den Relevance Score der Anzeige negativ auswirkt und der Advertiser mehr Geld bezahlen muss, aber darüber sprechen wir in einem anderen Artikel).

Sofern du deine User mit der Werbung auf deiner Website nicht nervst und ihnen im Idealfall auch noch einen Mehrwert bietest, wird das System für dich auch funktionieren und deine User werden deine Website nicht sofort wieder verlassen.

8. Deine Website ist unpersönlich

Das Internet mag digital sein und auch auf Online Marketing insgesamt trifft das zu. Trotzdem sind es ja echte Menschen, die das Web bevölkern und sich dort austauschen, Informationen suchen, einkaufen und vielen andere Dinge tun.

Und ich gehe mal davon aus, dass du in deinem Lieblingsladen auch lieber persönlich und nett bedient werden willst. Klar, wenn es um ein Big-Mac-Menü geht, dann kannst du auch den Schnellschalter nutzen oder dir dein Essen lieber gleich selbst bestellen und am Automaten zahlen.

Dabei geht es auch nur um ein paar Euro und du brauchst keine Beratung, wenn es um den Big Mac geht (hoffe ich zumindest). Doch wie sieht das bei einem neuen Bett aus, einem Fahrrad oder einem Auto?

Bei solchen Produkten bist du in der Regel an einer Beratung interessiert. Grundsätzlich wollen die Menschen immer dann eine Beratung, wenn es sich entweder um ein kompliziertes Produkt handelt – oder eben um ein teures Produkt.

Sei nett zu deinen Usern und erzeuge eine angenehme Atmosphäre auf deiner Website

Sei nett zu deinen Usern und erzeuge eine angenehme Atmosphäre auf deiner Website

Jetzt denkst du vielleicht, dass du auf deiner Website nicht persönlich sein musst, weil du keine Produkte verkaufst, keine Dienstleistung und auch keine Beratung. Doch da muss ich dich enttäuschen, denn auch eine „ganz normale“ Website funktioniert viel besser, wenn du eine persönliche Note hinzufügst.

Freundlichkeit hat noch keinem Business geschadet und sorgt dafür, dass man sich bei dir wohlfühlt. Das ist so eine Art „digitale Gastfreundschaft“. Sei selbst gastfreundlich, dann werden deine User länger auf deiner Seite bleiben und dort auch mehr interagieren.

Sprich deine User persönlich an und binde sie in Prozesse ein. Interessiere dich für ihre Meinung und fordere sie auf, sich aktiv zu beteiligen – dann fühlen sie sich von dir wertgeschätzt und bleiben dir viel länger treu.

9. Die Vorteile deines Produkts werden nicht deutlich

Und wo wir uns schon über Produkte unterhalten: Ist deinen Usern klar, was das Besondere an deinem Produkt ist? Oder langweilst du sie mit technischen Daten und haufenweise Produktbildern?

Bei bestimmten Produkten kann das sogar funktionieren, in der Regel kommst du damit allerdings nicht weit. Grund: Die technischen Daten sind kein Alleinstellungsmerkmal und auch die Bilder gibt es an anderer Stelle erneut – vermutlich sogar direkt vom Hersteller (sofern du nicht der Hersteller bist).

Du siehst, mit solch eindimensionalem Content lockst du deine User nicht hinter dem Ofen hervor – und entsprechend schnell sind sie auch wieder weg, weil du nicht in der Lage bist, ihnen wirklich zu verdeutlichen, warum sie das Produkt ausgerechnet bei dir kaufen sollen.

Arbeite also mit zusätzlichen Informationen und erklär ganz genau, was die Vorteile des Produkts sind. Welches konkrete Problem lässt sich damit lösen?

Welchen Mehrwert hat das Produkt also? Gibt es Best Practices oder kommen auf deiner Website User zu Wort, die das Produkt schon gekauft, genutzt und für gut befunden haben?

Das ist dann der wirklich spannende Content, denn du deinen Besuchern bieten solltest, wenn du deine Produkte verkaufen willst. Storytelling ist auch sinnvoll und nützlich: Wenn du zum Beispiel ein Produkt mit Tradition hast, dann sprich darüber und erzähle diese Geschichte.

Beantworte deinen Usern zum Beispiel folgende Fragen, die sie sich stellen…

  • Welche Vorteile bietet mir das Produkt?>
  • Was macht dieser Verkäufer besser als andere?
  • Warum sollte ich das Produkt ausgerechnet hier kaufen?
  • Was bekomme ich sonst noch, wenn ich das Produkt in diesem Shop kaufe?
  • Löst dieses Produkt wirklich mein Problem?
  • Warum gibt es keine Bewertungen zu diesem Produkt?

Kommuniziere ganz klar, warum dein User glücklich und zufrieden sein wird, wenn er das Produkt bei dir kauft. Wenn du das tust, dann hast du zwar noch keine Garantie, dass der User auch bei dir kauft – er wird sich aber allein schon deswegen länger bei dir aufhalten, weil er mehr Informationen konsumiert und die auch verarbeiten muss, um eine Entscheidung zu treffen.

Und selbst wenn du mehr Informationen als notwendig veröffentlichst, wird man sich an dich und deine Website erinnern – denn du hast dafür gesorgt, dass deine User mit einem Maximum an Know-how zu dem Produkt versorgt wurden. Genau deswegen kommen sie auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder und bringen vielleicht sogar ihre Freunde mit (oder teilen deinen Content auf Facebook und Co. – was sich auch extrem positiv auf deine Website auswirken wird).

10. Die Call-To-Actions auf deiner Seite sind schlecht

Wie oft warst du schon von Online Shops genervt, auf denen du etwas kaufen wolltest, aber einfach nicht konntest? Und wenn du jetzt glaubst, dass das eine Seltenheit ist, dann irrst du dich gewaltig.

Noch im letzten Jahr war ich im Rahmen einer Promo-Tour für einen Anbieter von Shop-Software auf diversen Workshops und habe da über SEO und Social Media gesprochen. Und auch wenn die Shop-Software des Anbieters an sich mit allen möglichen Finessen ausgerüstet ist, war es sehr oft einfach nur deprimierend, was manche „Shop-Betreiber“ daraus machten.

Der Call-To-Action ist eine weit verbreitete Fehlerquelle – die oft dazu führt, dass der Kaufvorgang abgebrochen wird. Es gibt Online Shops, bei denen ist der Call-To-Action-Button zu klein oder nicht kontrastreich genug.

Oft wird er auch falsch beschriftet und verwirrt die User mehr als er ihnen hilft. Letztendlich sind die einzelnen Fehler im Detail auch egal – du musst wissen, dass deine User dir solche Fehler nicht verzeichen.

Viele Shop-Betreiber denken, dass das nicht so schlimm wäre und dass die User wiederkommen würden und dann erneut versuchen, die gleichen oder andere Waren zu kaufen. Das ist aber ein Irrtum.

Wer als potenzieller Kunde von einem Online Shop so enttäuscht wurde, der sucht in der Regel schnell das Weite – und kommt auch nicht wieder. Ein solcher User ist auf Lebenszeit verloren, denn fast immer findet sich ein paar Klicks weiter ein anderer Shop, der schlicht und ergreifend seine Hausaufgaben gemacht hat.

Deine Call-To-Action-Buttons müssen also eindeutig sein. Sie müssen klar ausgerichtet sein und deinen Usern unmissverständlich erklären, was zu tun ist.

Fall bitte auch nicht darauf rein, dir besonders „kreative“ Beschriftungen einfallen zu lassen. Wenn du einen Online Shop hast, dann bist du in Deutschland ohnehin schon gesetzmäßig dazu verdonnert, deine Buttons in bestimmter Art und Weise zu beschriften.

Ein deutlich zu erkennender Call-To-Action-Button wirkt sich sehr positiv auf deine Conversions aus

Ein deutlich zu erkennender Call-To-Action-Button wirkt sich sehr positiv auf deine Conversions aus

Doch auch für viele andere Zwecke eignen sich „spezielle“ Beschriftungen nicht. Die User haben in den letzten 20 Jahren im Internet gelernt, wie bestimmte Elemente auszusehen haben.

Natürlich – auch das Internet und somit Webseiten, Online Shops und vieles andere auch ändert sich im Laufe der Zeit. Ein paar Dinge aber bleiben von dieser Entwicklung „verschont“ und dazu gehören auch sinnvolle und verständliche sowie zielführende Beschriftungen von Call-To-Action-Buttons.

Du darfst deine User also nicht verwirren! Wer verwirrt ist, reagiert fast immer mit Unverständnis – und niemand verschwendet gern seine Zeit.

Was passiert also: Dein User verlässt deine Website, noch bevor er sich dort richtig umgesehen hat. Für dich eindeutig eine fahrlässig vergebene Chance.

Wenn du deine User auf deiner Seite halten willst, dann achte auf klare Ansprachen, die die User aus der täglichen Nutzung des Internets kennen und die ihnen vertraut sind. Bezeichnungen wie „Hier kostenpflichtig bestellen“ oder „Hier klicken und Newsletter abonnieren“ sind klar verständlich und man kann als User nicht viel falsch machen.

Willst du aber deinen Newsletter unters Volk bringen und schreibst auf den Call-To-Action-Button „Wöchentliche Updates bestellen“, sorgst du für Verwirrung. Deiner Ansicht nach klingt das vielleicht besser und du meinst, dass du dich von der Masse abgrenzt – das wird aber so nicht funktionieren, weil jeder weiß, was ein Newsletter ist, aber nicht, wass ein „wöchentliches Update“ sein soll.

11. Deine Website funktioniert mobil nicht

2007 habe ich mich zum ersten Mal mit mobilen Webseiten befasst und damals schon selbst mobile Websites programmiert. Noch bevor es das iPhone und somit alle anderen modernen Smartphones gab, reizte es mich, Internetseiten auf kleinen Displays darzustellen.

Ich war damals stolzer Besitzer eines Sony Ericsson P990i, das Ende 2006 mit WLAN und UMTS auf den Markt kam und einem modernen Smartphone relativ nah kam. Und natürlich wurden darauf mobile Websites angezeigt.

Mit einem kleinen PHP-Script hatte ich damals Browser- und auch Geräteweichen realisiert und so wurden damals einige meiner Projekte tatsächlich schon mobil ausgespielt. Zugegeben, damals war das alles noch als Spielerei zu betrachten, denn allein schon wegen der damaligen Bandbreiten und Preise lohnte sich mobiles Internet nicht wirklich.

Es dauerte eine ganze Weile – aber jetzt ist das flächendeckende mobile Internet Realität geworden und nicht zuletzt wegen Facebook, die bei dem Thema „Mobile First“ seit dem Börsengang im Mai 2012 extrem Gas gegeben haben, ist „mobile“ heute schlicht und ergreifend digitaler Alltag. Und genau das bringt mich zum letzten Fehler, den du auf deiner Website machen kannst…

Dieser Fehler kostet dich mittlerweile vermutlich am meisten User und vielleicht bekommst du es gar nicht mit. Wenn deine Website auf mobilen Endgeräten nicht funktioniert, dann hast du im Jahr 2015 ein massives Problem.

Google will, dass du deine Website mobil optimierst

Google will, dass du deine Website mobil optimierst (Quelle)

Und das meine ich nicht in Verbindung mit solchen Ereignissen wie „Mobilegeddon“ (was übrigens extrem aufgebauscht wurde). Nein, ich meine es ganz einfach so, wie es sich aktuell darstellt.

Ein Blick auf die Statistiken meiner eigenen Website zeigt deutlich, wie sehr sich das Verhalten der User ändert. An Wochenenden zum Beispiel tummeln sich auf meiner Seite schon deutlich mehr mobile Besucher – noch vor einem Jahr war das anders.

Die mobile Revolution hat deutlich an Fahrt aufgenommen und wird immer schneller. Wer mit seiner Website nicht reagiert, wird früher oder später zu den Verlierern gehören.

Und das wird nicht passieren, weil Google oder irgendjemand sonst Seiten abstraft. Deine User erledigen das und an einem ganz simplen Beispiel wird das deutlich: Wenn deine Website nicht mobil optimiert ist und auf dem Smartphone eine normale Seite angezeigt wird, dann ist diese „Desktop-Seite“ schlecht zu lesen.

Die Schrift ist viel zu klein und man muss auf dem Display scrollen, herumwischen und per Fingergesten vergrößern, dann wieder verkleinern – und so weiter. Kein normaler User hat darauf im Jahr 2015 noch Lust, auch deine User nicht.

Mach deine Website also fit für die mobile Revolution und denk dabei immer an deine User. Je leichter die nämlich deine Inhalte auch auf dem Smartphone konsumieren können, desto länger werden sie bei dir bleiben und mit deinem Content interagieren.