Twitter ist ein Informations- und Reichweiten-Kanal, der aus dem modernen Online-Marketing-Mix nicht mehr wegzudenken ist. Deswegen sind viele Leute auf Twitter aktiv, im Bereich Marketing proportional vermutlich sogar sehr viele. Problem: Nicht alle machen auch sinnvolle Sachen. Zugegeben, niemand macht immer alles richtig, doch die grundsätzliche Tendenz, sich sicher, zielstrebig und vor allem erfolgsorientiert auf einem sozialen Netzwerk wie Twitter zu bewegen, sollte erkennbar sein. Umso schlimmer, dass ich täglich kapitale Fehler sehe, die mich in manchen Fällen dazu bewegen, eine Person oder eine Firma zu entfolgen – und das kommt immer häufiger vor. Warum werden diese leicht vermeidbaren Fehler gemacht? Ich weiß es nicht. Allerdings habe ich 10 Gründe aufgeschrieben, warum man auf Twitter entfolgt werden kann. Als Anleitung zur Vermeidung…

10 Gründe, warum man auf Twitter entfolgt wird

1. Automatisierte Tweets

Es ist nicht immer leicht, alle Social-Media-Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen. Deswegen zu 100 Prozent auf Automatisierung zu setzen, ist aber der falsche Weg. Social Media hat so viel mit Dialog und Austausch zu tun. Man muss auf seine Follower eingehen, Diskussionen moderieren und dafür sorgen, dass die User ein gutes Gefühl bekommen.

Ständige Automatisierung ist kontraproduktiv. Auch Tweets, die einfach nur Inhalte abgreifen und dann bei einem bestimmten Ereignis automatisch abgesetzt werden, bringen nicht viel – mal abgesehen davon, wenn Twitter als News-Ticker genutzt wird.

Wirklich viele Follower werden sich so für den durchschnittlichen Anbieter aber nicht generieren lassen. Ein bisschen Automatisierung erleichtert den Arbeitsalltag – zu wenig Handarbeit allerdings kann dazu führen, dass man auf Twitter gnadenlos entfolgt wird.

2. Keine regelmäßigen Tweets

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„Letztes Update 24.5.2005“ las ich neulich auf einer Website. Abgesehen davon, dass es mir schleierhaft war, wie eine so alte Seite zu normalem Content bei Google überhaupt noch ranken konnte, ist die mangelnde Aktualisierung auch auf Twitter ein Problem.

Wer eine lebendige und loyale Community auf Twitter aufbauen will, braucht regelmäßige Inhalte. Vorzugsweise kommen diese Inhalte von der eigenen Website oder von einem Corporate Blog, denn darauf soll Twitter einzahlen: Viel Reichweite über ein soziales Netzwerk generieren und dann auf einer Website abladen. Gute Idee, klappt aber nicht, wenn man entfolgt wird.

Wer also wirklich ein sinnvolles Profil auf Twitter aufbauen will, muss regelmäßig twittern. „Regelmäßig“ ist ein relativer Begriff und ein Mal pro Monat ist damit aber nicht gemeint, auch nicht 20 Mal am Tag. Ohne regelmäßige Aktivitäten allerdings, und darum geht’s, wird es in der Regel nicht klappen mit dem Zuwachs an Followern.

3. Fremden Content geklaut

Eine Unart im Internet, die verstärkt bei Websites immer wieder auftritt: Content-Klau. Auch auf Twitter gibt es das. Gegen einen ReTweet ist nichts zusagen, auch der Bezug auf ein Thema mit Nennung der Quelle geht in Ordnung. Allerdings gibt es Zeitgenossen, die sich teilweise eins zu eins bei fremden Tweets bedienen, diese kopieren und dann als die eigenen ausgeben.

Mag auf den ersten Blick unproblematisch sein, führt aber nicht zu neuen Followern. Im Gegenteil, die User auf Twitter merken sehr schnell, wenn der Content minderwertig ist, weil er geklaut wurde. Denn für gewöhnlich werden fast immer populäre Inhalte geklaut, die anderswo schon prominent durch die Timeline gerauscht sind.

Solche Inhalte wurden bereits reichweitentechnisch stark konsumiert. Tauchen sie dann auf einem eigentlich eher unbekannten Twitter-Account identisch erneut auf, kommt es schnell zur Flucht. Solche Accounts bieten keinen Mehrwert, also werden sie entfolgt.

4. Zu viele Schimpfwörter

Twitter ist Mainstream. Vielleicht noch nicht in Deutschland, aber insgesamt gesehen behaupte ich, dass es seinen festen Platz hat. Wenn etwas den Sprung in den Mainstream schafft, dann hat das oft zur Folge, dass sich so ziemlich alle menschlichen Gemütsäußerungen wiederfinden, inklusive Meinungen und Ansichten.

Und so manche/r lässt sich dann auch gern dazu hinreißen, sich umgangssprachlich auszudrücken. Das mag auf den ersten Blick teilweise sogar hip und trendy sein, die breite Masse der User auf Twitter findet das aber unangebracht. Wer zu viele Schimpfwörter nutzt und dieses Verhalten dann im Zweifel sogar in Diskussionen innerhalb von Twitter an den Tag legt, hat schlechte Karten.

Die Netiquette gilt auch auf Twitter und deshalb sollte dort ebenfalls der Grundsatz gelten: „Erst denken, dann reden!“ Wer sich daran nicht halten will, muss den Verlust von verbaloffensivitätsunverträglichen Leuten auf Twitter hinnehmen.

5. Fehlendes Profil-Foto

Wer kennt es nicht? Das Twitter-Ei. Vor allem Leute, die schon ein Gewinnspiel via Twitter gemacht haben, sind Zeuge dieser grafischen Verwirrung seitens Twitter geworden. Grundsätzlich ist es aber nur ein Platzhalter, den man selbstverständlich befüllen soll.

Am besten klappt das mit einem aussagekräftigen Profil-Foto. Wer zudem noch etwas Ansehnliches aus der Tasche zaubern kann, wo man vielleicht sogar ein Lächeln zu sehen bekommt, der ist auf dem richtigen Weg. Umgekehrt heißt das: Wer sich nicht die Mühe macht und das „Default-Ei“ durch ein gutes Foto ersetzt, der (oder die) sagt nach außen, dass ihm (oder ihr) das total egal ist.

Doch was ist die Konsequenz einer solchen Außenwirkung? Richtig, potenzielle Follower kommen gar nicht erst darauf, hier wirklich zu folgen. Und die, die man schon hat (wenn überhaupt)? Die freuen sich auch über ein bisschen optische Qualität und gucken sich das vielleicht eine Zeitlang an. Lange aber nicht…

6. Auto-DM zur Begrüßung

Die automatische Begrüßungsnachricht (Auto Direct Message) stammt aus den Anfangstagen von Twitter und erfreut sich auch heute noch wachsender Beliebtheit – bedauerlicherweise aber überwiegend von Spammern. Um zu verstehen, dass eine „Auto-DM“ Spam ist, muss man sich nur mal ein paar Gedanken machen: Auf Twitter geht es um Interaktionen zwischen Menschen.

Folge ich nun einer (vermeintlich) interessanten Person und bekomme als gleich zu Anfang unserer digitalen Beziehung eine automatisch erzeugte Nachricht… finde ich das wirklich gut? Es zeugt ein bisschen von Respektlosigkeit, zumindest aber nicht davon, dass sich jemand sinnvolle Gedanken über das eigene Auftreten auf Twitter gemacht hat.

Automatische Direct Messages zur Begrüßung können auf den ersten Blick sinnvoll sein, letztendlich sind sie aber eher unhöflich und viele empfinden sie schlicht und ergreifend als störend und nervig. Deswegen besser darauf verzichten, wenn man seine Follower behalten will.

7. Sinnlose Tweets

Ursprünglich ging es bei Twitter um folgende Frage: „What are you doing?“ Die Antwort auf diese Frage kann spannend sein, wenn man sich zum Wracktauchen im Mittelmeer befindet oder aus einer Kapsel am Rande des Weltalls springt.

Der überwiegende Teil der Twitter-User macht das aber nicht so häufig und so gab es auf Twitter früher viele Meldungen von Leuten, die grad kochen, Brötchen holen, Zeitung lesen, mit dem Hund draußen sind, etc. – ich denke, es ist klar geworden, was ich meine. Solche Tweets bieten keinen echten Mehrwert und müssen vermieden werden. Die Steigerung dazu sind Tweets, bei denen man trotz intensiver Anstrengungen keinen Sinn erkennen kann.

Solche Tweets passieren gern, wenn User auf die Tweets anderer User antworten, dabei aber keinen Bezug zu den ursprünglichen Tweets herstellen. Produziert man solche Tweets selbst in größerer Zahl, dann werden das die eigenen Follower eher mit einem klassischen Abgang quittieren – man wird also entfolgt, weil der Kontext nicht deutlich wird.

8. Folgen wegen Follow-Back

„Folge mir, dann folge ich dir!“ Auch das bis heute eine der größten Unsitten, die es auf Twitter gibt. Tollkühn stelle ich hier mal die These auf, dass man garantiert häufiger entfolgt wird, wenn man sich solche Sätze ins öffentliche Twitter-Profil schreibt.

Hintergrund: Auf Twitter sollte man Usern folgen, weil sie sinnvolle, nützliche, spannende, lustige oder andere Sachen veröffentlichen, die einen Mehrwert bieten. Wer anderen einfach nur folgt, weil er dafür eine Gegenleistung verlangt (nämlich den Follow-Back) wird nicht weit kommen. So funktioniert Social Media nicht und außerdem ist es völlig sinnlos.

Was bringt ein Twitter-Stream mit zig Usern und deren Nachrichten, für die man sich gar nicht interessiert? Denn genau solche Tweets erscheinen, wenn man Leuten massenhaft in der Hoffnung auf Follow-Backs folgt.

9. Ausschließlich ReTweets

Eigene Inhalte sind auf Twitter entscheidend, darauf bin ich weiter oben schon eingegangen. Im Idealfall sind das Inhalte, die von der eigenen Website kommen, weil man nur so eine Marke aufbauen und nach vorn bringen kann. Da ist es eher kontraproduktiv, wenn Inhalte von Dritten immer nur weitergeleitet werden. Ein solcher ReTweet kann natürlich informativ sein.

Wer aber denkt, mit einem solchen Account viele Leute anzuziehen, irrt gewaltig. Und wer einen Twitter-Account aufgebaut hat und später daran geht, eine solche Strategie umzusetzen, dem sei dringend davon abgeraten. Twitter-User folgen anderen Usern, wenn von dort interessante und nützliche Inhalte kommen, die im besten Fall auch noch unterhalten.

So gesehen ist es sehr schwer, eine relevante Reichweite aufzubauen, wenn man das selbst nicht bietet. Und auch wenn ein Account schon eine gewisse Reichweite hat, ist die Bereitstellung von Content ausschließlich in Form von ReTweets kein guter Weg. Letztendlich wird man so eher Follower verlieren, was es ja eigentlich zu vermeiden gilt.

10. Zu viele Hashtags

Hashtags… Man kann sie nur lieben oder hassen. Ich selbst habe eher ein gespaltenes Verhältnis zu Hashtags. Weil ich aber aus Erfahrung weiß, dass Tweets mit Hashtags mitunter besser funktionieren, setze ich sie auch ein. Es gibt aber User, die das System ad absurdum geführt haben und Tweets mit so vielen Hashtags zupflastern, dass der Tweet an sich schlicht und ergreifend nicht mehr leserlich ist.

Das hat dann nichts mehr mit Informationsfluss zu tun, sondern ist einfach nur unübersichtlich. Zu viele Hashtags beeinträchtigen das Erscheinungsbild eines Tweets und wer denkt, dass man so schneller in die Trending Topics kommt oder von dort Traffic abgreifen kann, ist auf dem falschen Dampfer.

Studien haben tatsächlich ergeben, dass ein bis zwei themenrelevante Hashtags im Fließtext eines Tweets sinnvoll sind und die Verbreitung steigern können. Mehr ist dann nicht zwingend notwendig und hat eher negative Folgen. Also gilt auch hier wieder, dass weniger oft mehr ist, wenn man seine Follower nicht in Massen verlieren will.