Wie viel Zeit verbringst du jeden Tag auf Facebook? Wenn ich mir Zahlen anschaue, die ich selbst erhoben habe, muss es eine ganze Menge sein. Keine Frage, auf Facebook gibt es sehr viel zu sehen – doch lohnt sich das alles wirklich? Die Userzahlen steigen jedenfalls weiter, weltweit und auch hierzulande. Insofern ist davon auszugehen, dass der Content auf Facebook interessant ist… und das meine ich nicht nur aus Sicht der Konsumenten, sondern auch und vor allem aus Sicht der Publisher. Ich selbst bin ein solcher Publisher und weiß deshalb, wie wichtig es ist, möglichst viele User auf Facebook zu erreichen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich mit nur einem Post innerhalb von 4 Tagen 500.000 User auf Facebook erreicht habe:

Wie du mit einem Posting in 4 Tagen 500.000 User auf Facebook erreichst

Wie du mit einem Posting in 4 Tagen 500.000 User auf Facebook erreichst

511.221 User auf Facebook erreicht

Schau dir den Screenshot oben bitte genau an. Das ist kein Fake. Du kannst erkennen, dass dieser Post von meiner Facebook Page abgesetzt wurde und zwar am 9.1.2016 um 8.45 Uhr. Soweit alles unverdächtig. Der Screenshot selbst stammt vom 13.1.2016 um 9:28 Uhr – tatsächlich also „nur“ 4 Tage später.

Und du siehst oben rechts neben „Erreichte Personen“ eine unglaubliche Zahl: 511.221 „Erreichte Personen“. Das ist eine Zahl, die auch ich recht beeindruckend finde und natürlich – auch wenn es selbstverständlich noch viel besser geht, ohne den Einsatz von Werbebudget ist diese Reichweite schon ordentlich.

Doch schauen wir uns die Zahlen genauer an. Wie du vielleicht weißt, sind Facebook Postings immer dann besonders erfolgreich, wenn die Interaktionsrate von Anfang an hoch ist – zumindest im Vergleich zu anderen Inhalten, die ähnlich sind. Bei diesem Posting lag die Interaktionsrate zum Zeitpunkt des Screenshots für die bis dahin verstrichene Laufzeit bei 9,51%.

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Hohe Interaktionsraten sorgen für viel Reichweite

9,51% ist grundsätzlich ein guter Wert. Es gibt selbstverständlich auch viel höhere Interaktionsraten, ich selbst habe Werte von über 50% und mehr gesehen. Aber insgesamt kannst du mit knapp 10% Interaktionsrate schon ganz gut arbeiten, die Zahlen belegen das.

Wie ist diese Zahl entstanden? Das ist einfach, du addierst die Summe der „Klicks auf Beiträge“ (in diesem Fall 34.071) mit der Summe der „Gefällt mir“-Angaben, der Kommentare und der geteilten Inhalte (hier 14.550). Daraus ergibt sich ein Wert von 48.621, den du dann durch die Summe der erreichten Personen im gleichen Zeitraum teilst und mit dem Faktor 100 multiplizierst.

Daraus ergibt sich eine Interaktionsrate – die Rate also, die angibt, wie viel mit dem Posting insgesamt interagiert wurde. Das ließe sich jetzt noch in CTR und „reiner“ Interaktion aufsplitten, was aber für die Beurteilung des Erfolgs dieses Postings nicht notwendig ist.

Facebook belohnt viel Interaktion mit Bevorzugung

In meinem Internet Marketing Podcast hatte ich schon in zwei Episoden erklärt, dass Facebook ein Posting besonders dann „mag“, wenn es gleich vom Start weg viele Reaktionen darauf gibt. Sowohl die Klicks auf Beiträge als auch die Summe der „Gefällt mir“-Angaben, der Kommentare und der geteilten Inhalte zahlen darauf ein.

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Kurz gesagt: Wenn dein Posting sofort nach seiner Veröffentlichung von vielen Leuten geliked, kommentiert oder geteilt und wenn auf Bilder oder Links überdurchschnittlich viel geklickt wird, dann steigt die Interaktionsrate schnell an. Das merkt Facebook natürlich und schaut sich diese Performance automatisch im Rahmen seines Algorithmus an (egal, ob es sich um eine Ad oder einen organischen Post handelt).

Stellt Facebook fest, dass das Posting im Vergleich zu anderen Postings mehr Interaktionen bekommt, dann steigt das Posting in der Qualitätsbewertung und der Algorithmus kommt zu dem Schluss: „Okay, wenn dieser noch sehr frische Beitrag so schnell von so vielen Leuten so positiv aufgenommen wird, dann muss er hochwertiger als die anderen sein!“

Shares sind die stärkste soziale Interaktion

Die Folge: Facebook bevorzugt dieses Posting dann gegenüber den anderen und zeigt das Posting mehr Leuten als üblicherweise. Dadurch steigt die initiale organische Reichweite und tatsächlich wird das Posting von mehr Usern gesehen. Diese zusätzliche organische Masse an Facebook Usern sorgt dann für mehr Shares – das Posting wird also mehr geteilt als andere, was auch wieder dazu beiträgt, dass die Reichweite steigt (du siehst es im Screenshot oben: Das Posting wurde fast 2.000 Mal geteilt).

Auch zusätzliche Kommentare und Likes tragen zu mehr Reichweite bei, die Shares sind aber die stärkste soziale Interaktion und sorgen somit auch für den stärksten Zuwachs bei der Reichweite. Und letztendlich ist das auch schon das Geheimnis dieser erfreulich hohen Reichweite – die sich dann immer mehr aufschaukelt und quasi „von sich selbst“ befeuert wird. Dieser Prozess kann recht lange andauern, entscheidend sind aber definitiv die ersten Stunden.

Wenn dein Posting in dieser Anfangsphase seiner Lebensdauer keine kritische Masse bei der Interaktionsrate erreicht, wird es höchstwahrscheinlich nichts mit der hohen Reichweite. Doch Vorsicht! Steht da nicht auch was von „Negativem Feedback“? Ja, natürlich – bei einer so hohen Reichweite gibt es immer auch negatives Feedback, das ist ganz normal.

Facebook Ads und organische Postings grundsätzlich fast identisch

Organische Postings und Postings, die als Facebook Ad „fungieren“, unterscheiden sich in einem ganz wichtigen Faktor: Dem Relevance Score. Der Relevance Score ist ein Faktor, den Facebook 2015 eingeführt hat. Sinn und Zweck dieses Werts, der von 1 (schlecht) bis 10 (super) reicht, ist die bessere Visualisierung eben dieses negativen Feedbacks (im direkten Vergleich mit dem guten, normalen Feedback).

Leider gibt es den Relevance Score in dieser Form für organische Postings nicht. Eine knackige Zahl wäre wünschenswert… bei deinen Facebook Ads kann ein schlechter Relevance Score dafür sorgen, dass deine Anzeigen teurer werden, weil es eben andere Ads gibt, die einen besseren Score haben und deswegen von Facebook bevorzugt werden. Das ist sinnvoll, schließlich will Facebook seinen Nutzerinnen und Nutzern immer die besten Inhalte zeigen (der Relevance Score ist aber auch nur ein Faktor, es kommt auch noch auf andere Werte an).

Neue Fans konnten auch gewonnen werden

Neue Fans konnten mit dem Posting auch gewonnen werden

Die Übersicht „Negatives Feedback“ bei organischen Postings ist aber natürlich trotzdem hilfreich und auch bei einer Facebook Ad gibt es diesen Bereich – nur dass dir der Relevance Score die Bewertung deiner Anzeige etwas leichter macht. Auch mit den Zahlen im Bereich „Negatives Feedback“ lässt sich arbeiten. Bei meinem Beispiel liegt der Anteil des negativen Feedbacks insgesamt bei nur 0,03 Prozent – im Vergleich zur „positiven Interaktionsrate“ also sehr wenig, dennoch aber nicht unbedenklich!

100% Zufriedenheit gibt es nicht

135 User haben diesen Beitrag verborgen. Das ist nicht schön, aber zu verkraften, weil davon ausgegangen werden kann, dass diese User sich künftige Beiträge wieder anschauen. Die 13 Personen, die alle Beiträge verborgen haben, sind natürlich schon schwerwiegender, denn diese 13 Personen werde ich mit den Inhalten meiner Facebook Page nicht mehr erreichen. Und selbstverständlich sind auch die 7 Personen, die wegen dieses Posting meine Facebook Page entfolgt haben und somit keine Fans mehr sind, für künftige Postings verloren.

Negatives Feedback ist nie schön, manchmal aber hilfreich. In diesem Fall ist der prozentuale Anteil aber zu klein, als dass der Erfolg des Postings an sich in Frage gestellt werden könnte. Die komplette Zufriedenheit unter allen Usern gibt es nicht und du wirst es nie schaffen, dass jeder alles gut findet – finde dich also damit ab, dass negatives Feedback normal ist. Wenn es Überhand nimmt, musst du natürlich was dagegen tun, aber komplett abzustellen ist es nicht – das zu glauben wäre aber auch unrealistisch.

Die quantitative Erfolgsbewertung ist damit abgeschlossen. Bleibt noch die Beurteilung, wie sich ein solches Posting qualitativ auswirkt und wie sich das persönlich nutzen lässt. Wie du erkannt hast, ist das Posting im Rahmen meiner digitalen Aktivitäten schon thematisch relevant – auch wenn es sich natürlich um ein lustiges Foto handelt, mit dem sich nur schwer seriöses Marketing machen lässt. Hätte ich auf meiner Website einen passenden Artikel gepostet, dann hätte ich vermutlich auch noch jede Menge Traffic einsammeln können… all das war aber nicht Sinn der Übung.

Fazit

Sinn der Übung war herauszufinden, wie der Impact eines solchen Postings insgesamt ist und wie sich die Reichweite entwickeln kann. Die Zahlen dieses Experiments sind für mich hochinteressant und die Erkenntnisse definitiv nützlich. Zudem konnte ich circa 120 zusätzliche Fans einsammeln – wie gesagt, das war auch nicht direkt beabsichtigt, aber es ist interessant zu wissen, dass auch dieses Instrument unter Umständen dazu geeignet ist, Fanaufbau zu betreiben.

Zusätzlich erbringt dieses Posting den eindeutigen Beweis, dass es sehr wohl möglich ist, auch 2016 ohne den Einsatz von Werbebudget eine hohe organische Reichweite auf Facebook zu erzeugen. Zugegeben, das mag mit Inhalten wie diesen einfacher sein als mit einem Thema, das generell „trockener“ oder auch „technisch“ ist. Als Erkenntnis bleibt, dass Inhalte, die die richtige Zielgruppe ansprechen, funktionieren und geteilt werden – und zu einer hohen organischen Reichweite beitragen.

Und selbst wenn du für dein eigenes Posting Geld zahlen musst/willst und Facebook Ads schaltest, dann gelten in vielen Aspekten die gleichen Faktoren: Eine hohe CTR und viele Interaktionen am besten gleich nach dem Start. Wenn dir das gelingt, bewertet der Algorithmus von Facebook deinen Content im Vergleich zu anderen hochwertiger und bevorzugt ihn. Das klappt mit Facebook Ads ebenso wie mit organischen Postings – und das kannst selbstverständlich auch du für dich und deinen Content auf Facebook einsetzen.